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Laut Bundesamt fällt jeder Dritte in Bayern durch die Theorieprüfung - wie sieht es in Pfaffenhofen aus?

Mit App und Übung zum Erfolg

Pfaffenhofen
erstellt am 11.10.2018 um 17:47 Uhr
aktualisiert am 15.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen(PK) Angeblich werden Bayerns Fahrschüler immer schlechter - diesen Eindruck erweckt eine Studie des Kraftfahrtbundesamts. Im Jahr 2017 lag die Durchfallquote bei 36,5 Prozent, die die theoretische Prüfung beim ersten Mal nicht bestanden. 2006 waren es noch etwa 26 Prozent. Wie schaut es in Pfaffenhofen aus?
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Rasseln Bayerns Fahrschüler öfter durch die Führerscheinprüfung? In manchen Fahrschulen in der Region sehen die Lehrer tatsächlich einen Trend in diese Richtung.
Rasseln Bayerns Fahrschüler öfter durch die Führerscheinprüfung? In manchen Fahrschulen in der Region sehen die Lehrer tatsächlich einen Trend in diese Richtung.
dpa/Archiv
Pfaffenhofen
Dass mehr und mehr Fahrschüler die theoretische Prüfung nicht bestehen, kann Oliver Dill, Geschäftsführer von "Olly's Fahrschule" aus Pfaffenhofen nicht bestätigen. In seiner Fahrschule hat man die Möglichkeit, den Test zu üben und zu sehen, ob man wirklich prüfungsbereit ist. Wer da ehrlich zu sich ist, sei auf der sicheren Seite, sagt Dill.

Wolfgang Endlich von "Wolfgang's Fahrschule" in Rohrbach hat da einen anderen Trend entdeckt. Genau wie Dill führt er keine Statistiken über die Durchfallquoten seiner Schüler. Aber: "Es fallen vom Gefühl her schon mehr durch als früher", sagt er. Der Grund: "Die Bereitschaft, sich hinzusetzen und zu lernen, ist geringer geworden." Viele Fahrschüler hätten heute einfach mehr Mut zur Lücke - und fallen damit zunächst durch. "Beim zweiten oder dritten Versuch haben sie dann null Fehler", sagt Endlich. Daran könne man sehen, dass es einfach an der Vorbereitung mangele. Denn schwerer sei die Prüfung nicht geworden.

Das sieht auch Dill so. "Die theoretische Prüfung kann mittlerweile in zwölf Sprachen abgelegt werden, die Praxis kann jedoch nur auf Deutsch abgenommen werden", erklärt der Fahrlehrer. Steigender Schulstress ist laut Dill nicht der Grund, weshalb laut Statistik immer mehr Fahrschüler durch die Theorieprüfung rasseln. "Manche Schüler sind natürlich mehr gestresst als andere, aber wenn sie ausreichend gelernt haben, dann schaffen die Prüfung alle ohne Probleme", meint Dill. Um sich für die theoretische Prüfung zu qualifizieren, muss jeder Schüler 14 Theoriestunden in der Fahrschule absolvieren. Zwölf Stunden davon sind Grundunterricht und zwei Stunden auf die Führerscheinklasse bezogen. "Die meisten Schüler nehmen aber 15 bis 16 Theoriestunden, bis sie die Prüfung absolvieren."

Mittlerweile, so Dill, lernen die Schüler ja nicht mehr auf Papierbögen, sondern auf einer speziellen App. Dadurch können die Schüler bequem wann und wo sie wollen lernen, und mit einem guten Wissen in die Prüfung gehen.

In der Statistik des Kraftfahrtbundesamt ist zu sehen, dass die Durchfallquote im Jahr 2013 von 27,8 Prozent auf 36,5 Prozent im Jahr 2017 gestiegen ist. Wer seinen Führerschein vor dem Jahr 2012 absolviert hat, kannte in der Regel alle Fragen schon vor der Prüfung. Vom Prinzip der theoretischen Prüfung wurde jedoch nichts geändert.

Im Bezug auf die hohe Durchfallquote des Bundesamts ist der erfahrene Fahrlehrer verwundert: "Bei uns sind es weit unter 25 Prozent die die Prüfung beim ersten Mal nicht bestehen." Dass die Quote bundesweit dennoch so hoch ist, kann er sich nur so erklären, dass manche sich nicht "gut genug um die Fahrschüler kümmern und sie sich deshalb zu sehr Druck wegen der Prüfung machen".

Wie in den Fahrschulen unterrichtet wird, ist von Fahrschule zu Fahrschule sehr unterschiedlich. Oliver Dill empfiehlt allen Fahranfängern oder Führerscheinanwärtern, die Lernmaterialien zu nutzen und nicht nur mit der App zu lernen. "Wenn die Fahrschüler auch mal wieder mit einem Buch lernen, ist die Ablenkung auch nicht so hoch wie mit der App", so Dill. Auch empfiehlt er, 24 Stunden vor der Prüfung idealerweise 100 Prozent in der Lernapp zu haben, um optimal auf die Prüfung vorbereitet zu sein. Auch sollte man den Führerschein nicht zu knapp kalkulieren und lieber eine Übungsstunde mehr nehmen und dafür die Prüfung erfolgreich absolvieren.

Auch, dass laut Statistik immer mehr Fahrschüler bei der Theorieprüfung betrügen, kann der Geschäftsführer der Fahrschule nicht bestätigen. "Ich bin seit über 20 Jahren Fahrlehrer und hatte noch nie einen Theoriebetrug in meiner Fahrschule."



Maximilian Kaindl
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