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Langer Weg zur neuen Glocke

erstellt am 12.10.2009 um 20:52 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:15 Uhr | x gelesen
Scheyern (eg) "Ähnlichkeiten mit wahren Ereignissen oder echten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt", betonte Siegfried Einödshofer, Vorsitzender der Scheyerer Bühne, bei der Premiere des neuen Stücks "Die Lügenglocke" von Fred Bosch.
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Prost im Wirthaus mit den Gemeinderäten: Zünftig geht es nicht nur in dieser Szene beim neuen Stück der Scheyerer Bühne mit dem Titel "Die Lügenglocke" zu. - Foto: Gruber
Die Anspielung galt den kleinen "Unstimmigkeiten" beim großen Glockenläuten im Scheyerer Klosterhof. Dabei waren nur zwölf und nicht alle 14 Glocken im Gesamtensemble zu hören gewesen, worüber sich im Nachhinein ein Campanologe bitter beschwert hatte (Pfaffenhofener Kurier berichtete). Doch trotz dieses Vorfalls wäre natürlich niemand auf die Idee gekommen, einen Zusammenhang zu vermuten; auf jeden Fall gab’s viel zu lachen und am Ende verdienten Beifall für die Akteure der Scheyerer Bühne.

Die Geschichte ist einfach: Die einzige Glocke in der Kirche des Pfarrers Melchior Zangerl, gespielt von Stefan Koller, stürzt herunter, weil der Glockenstuhl zusammenbricht. Doch niemand im Dorf ist bereit, für eine neue Glocke und einen neuen Glockenstuhl zu spenden, auch nicht der Bürgermeister und Wirt Alois Filzer, überzeugend dargestellt von Siegfried Einödshofer, und seine Gemeinderäte Hieronymus Geißlechner alias Karlheinz Reil, Gustl Flohbeisser, der von Sepp Gremminger gespielt wird, und Florian Hirnblaser, den Karl Euringer ebenso naiv wie hinterkünftig vorstellt.

Sie haben zwar genug Geld, wollen es aber lieber gewinnbringend und mit ein bisschen Betrug in eine Diskothek investieren. Und so muss schon dem Kellner Thomas, der hauptsächlich nicht ein, sondern beide Augen auf die hübsche Tochter des Wirts geworfen hat, etwas einfallen, um die Geizkragen zum Spenden zu bringen.

Mit Hilfe der "Wahrsagerin" Walli verbreitet sich die Geschichte im Dorf, dass eine Glocke geläutet wird, wenn in der Gastwirtschaft gelogen, geflucht oder ein Betrug geplant wird. Es funktioniert auch wirklich, und schließlich gibt’s doch alles, was das Herz begehrt, auch wenn Wirt und Wirtin, bärbeißig gespielt von Emma Bucher, etwas gegen Thomas’ und Sabines Liebe – das sind Philipp Kalthoff und Charlotte Maier – haben.

Wie raffiniert das alles geht, wird natürlich nicht verraten; das kann man sich noch bei den Aufführungen an jedem Freitag und Samstag um 20 Uhr bis zum 14. November im Theatersaal an der Grundschule in Scheyern anschauen. Karten gibt es noch in der Sparkasse in Scheyern; ausverkauft sind nur die Vorstellungen am 30. Oktober und 6. November. Auch am Sonntag, 25. Oktober, um 15 Uhr sind noch Plätze frei. Lob verdienen nicht nur die Akteure auf der Bühne, sondern auch die komplette Technik und die für gute Bewirtung zuständige Mannschaft.

Von Erich Gruber
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