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Kurze Wege und Wohlfühlklima: Neue Pläne zur Kliniksanierung liegen vor

Fitnesskur für die nächsten 30 Jahre

Pfaffenhofen
erstellt am 06.12.2018 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 10.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Die Katze ist aus dem Sack: Die überarbeiteten Pläne für die Generalsanierung der Ilmtalklinik liegen vor. In den kommenden sieben bis acht Jahren werden demnach über 100 Millionen Euro verbaut, um die Wege im Krankenhaus kürzer, die medizinische Versorgung besser und den Aufenthalt für die Patienten angenehmer zu machen.
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Ebnen der Ilmtalklinik den Weg in die Zukunft: Stefan Link (von links), Martin Wolf, Christian Degen und Ingo Goldammer.
Ebnen der Ilmtalklinik den Weg in die Zukunft: Stefan Link (von links), Martin Wolf, Christian Degen und Ingo Goldammer.
Ermert
Pfaffenhofen
Einen Vormittag lang sind die Kreisräte in Klausur gegangen, um sich den Weg aufzeigen zu lassen, wie das Pfaffenhofener Krankenhaus fit für die Zukunft gemacht werden kann. Landrat Martin Wolf (CSU), die Klinik-Geschäftsführer Ingo Goldammer und Christian Degen sowie Projektsteuerer Stefan Link von den Hitzler Ingenieuren, die seit fünf Jahren mit der Generalsanierung befasst sind, präsentierten die Ergebnisse. Wie der Landrat zu Beginn feststellte, ist vom früheren Plan - er hätte um die 70 Millionen Euro kosten sollen, sparte aber zentrale Bereiche der Klinik von der Sanierung aus - wenig übrig geblieben. "Das ist offiziell eine Tektur der ersten Planung", sagte Wolf. Er ließ aber durchblicken, dass sich zahlreiche Details verändert haben. Mit den Sander Hofrichter Architekten aus Ludwigshafen habe ein renommiertes Büro den Zuschlag erhalten.

Projektleiter Link stellte das Vorhaben dar und unterfütterte es mit Zahlen und Prognosen. "Wir wollen den Eingangsbereich reaktivieren", startete er seine Ausführungen. Im Empfangsbereich wird mit einem aufgeglasten Dach, einer Cafeteria sowie sozialen Diensten ein Wohlfühlklima geschaffen - und ansonsten das Erdgeschoss wieder für den Krankenhausbetrieb genutzt. Die freien Praxen sollen ausziehen oder - im Falle der Radiologie - verlagert werden. Die Aufnahme sämtlicher Patienten wird in einem Bereich zusammengelegt. Und zur benachbarten Danuviusklinik hin entsteht ein Neubautrakt, in dem vier OP-Säle (samt möglicher Erweiterung) unterkommen. "Der Neubau erhält ein begrüntes Dach und wird ins Gelände gebaut, sodass er aus der Luft kaum zu erkennen sein wird", beschrieb Goldammer dieses Vorhaben. Dieser Bereich soll zudem eine Einheit mit der Intensivstation bilden, womit eine grundsätzliche Philosophie, die hinter den neuen Plänen steckt, unterstrichen wird. "Wir wollen kurze Wege schaffen, damit die medizinischen Abläufe noch besser funktionieren können", so Landrat Wolf.
 
 

Für die Neugestaltung der Patientenzimmer ergeben sich ebenfalls Veränderungen. Die Achsraster des Gebäudes, das sich von der Bausubstanz her in einem sehr guten Zustand befindet, müssen nicht angetastet werden - und so kann auch die markante Fassade des Krankenhauses erhalten bleiben. Jedes Patientenzimmer erhält eine abgeschlossene Nasszelle mit Dusche, Toilette und Waschbecken. Technisch wie optisch werden die Zimmer auf den neuesten Stand gebracht. "Der Patient wird danach sehen, dass sich im Haus etwas getan hat", versichert Link.

Der laufende Betrieb soll während der auf sieben Jahre angesetzten Bauphase so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Dazu entsteht auf dem Gelände bei der jetzigen Notaufnahme noch vor den Start der eigentlichen Generalsanierung (Ende nächsten Jahres) zunächst ein dreistöckiger Modulbau. "Darin können jene Abteilungen unterkommen, deren Gebäudeteil gerade saniert wird", erklärt Wolf. Diese räumlichen Möglichkeiten halbieren laut Link auch die Gesamtbauzeit, die bei der früheren Planung noch auf bis zu 15 Jahre geschätzt wurde - und verringern somit auch die Kosten.

Zu diesen äußerten sich die Verantwortlichen eher vorsichtig. Die Schätzung der auf den reinen Krankenhausbetrieb entfallenden Kosten, die staatlich gefördert werden, taxierte Link auf etwa 82,5 Millionen Euro. Obendrauf kommt noch ein erklecklicher Betrag für die Küche, die Verwaltung, den Neubau der Rettungswache und die Sanierung der Wohnheime, die der Landkreis ganz alleine bezahlen muss. Hier ist die Rede von weiteren 24,8 Millionen Euro, was in der Summe einen dreistelligen Millionenbetrag ergibt.

Bevor der Kreistag Anfang nächsten Jahres über die Generalsanierung in dieser Form abstimmen kann, gibt es bezüglich der Fördermittel noch einiges abzuklären. Deren Höhe konnte Wolf gestern kaum abschätzen. "Wir hoffen, dass wir nah an den früher zugesagten 60 Millionen Euro liegen - aber durch die neue Planung hat sich einiges geändert", räumte er ein. Fest steht für ihn trotzdem, dass sich der Landkreis das Großprojekt leisten kann. "Das geht nicht ohne Verschuldung. Aber wir werden das schultern", sagte er. Und was noch wichtiger ist: "Beim Verbessern ist man bei einem Krankenhaus in technischer Hinsicht ja nie am Ende", räumte Goldammer ein. "Aber mit dieser Sanierung steht die Klinik für die nächsten 30 Jahre sehr gut da - und ist fit für die Zukunft."
Patrick Ermert
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