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Zwei Leichtverletzte und bis zu 200 000 Euro Schaden bei Brand in der Hettenshausener Dorfmitte

Großbrand in Hettenshausen - Stall und Tenne brennen nieder

erstellt am 31.08.2015 um 12:32 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 12:21 Uhr | x gelesen
Hettenshausen (PK) Lichterloh gebrannt hat es in der Hettenshausener Dorfmitte. Aus bislang ungeklärter Ursache sind der alte Stall und die Garagenhalle eines Bauernhofes an der Hauptstraße in Flammen aufgegangen. Zwei Verletzte und rund 200.000 Euro Euro Schaden lautet die Bilanz.
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Komplett niedergebrannt sind der alte Stall und die Fahrzeughalle eines Bauernhofes in der Hettenshausener Dorfmitte. Rund 100 Feuerwehrler waren im Großeinsatz, konnten das Feuer zügig ablöschen und alle Nachbargebäude vor dem Übergreifen schützen. Der Schaden wird auf knapp 200.000 Euro geschätzt.
Ermert

„Ich war gerade beim Wäsche aufhängen, als ich den Alarm gehört habe. Erst war nur Rauch zu sehen, etwas näher dran auch die Flammen. Sie waren bis zu 15 Meter hoch“, beschrieb Martina Sanasi die ersten Minuten. Wegen der Urlaubszeit war die Zahl der Zaungäste hoch, als rund 100 Feuerwehrkräfte aus dem gesamten südlichen Landkreis kurz vor Mittag in der Dorfmitte von Hettenshausen ankamen. Exakt um 11.21 Uhr gab die Integrierte Leitstelle die Alarmierung heraus. Wenige Minuten später stand Kreisbrandinspektor Franz Schwarzer schon in voller Montur vor der Flammenwand.
 
„Der alte Stall brannte zuerst. Und das Feuer griff sofort auf die Garage über. Beide Gebäude waren nicht zu halten“, berichtet der Einsatzleiter. Die Alarmierung war umfassend. Hinzugezogen wurden die Wehren aus Hettenshausen, Pfaffenhofen, Ilmmünster, Reichertshausen, Scheyern, Schweitenkirchen und Paunzhausen. Von der Drehleiter aus bekämpften die Pfaffenhofener Kameraden das Feuer, am Boden bauten ihre Kollegen aus den kleineren Gemeinden die Verteidigungslinie zu den Nachbargebäuden auf. „Das ist ein verwinkeltes Areal, ziemlich verbaut“, führte Schwarzer aus. „Es ist super gelaufen, dass wir die übrigen Gebäude des Hofes und auch alle Nachbarhäuser schützen konnten.“

Fotostrecke: Brand in Hettenshausen
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Während die Mutter des 48-jährigen Landwirts einen Schock erlitt und mit dem Krankenwagen in die Ilmtalklinik gefahren wurde, ließ sich der Besitzer des Hofes auch von einer Kopfverletzung nicht stoppen. Diese hatte er sich beim Bergen eines Anhängers aus der Garagenhalle zugezogen. Schon zuvor konnte er alle seine Tiere in Sicherheit bringen. Eine Kuh graste schon kurze Zeit später im Obstgarten, die Kälber konnten alle geborgen werden und im neuen Stall sicheren Unterschlupf finden.

„Über den Funk bin ich auf den Brand aufmerksam geworden, denn mein Mann ist bei der Feuerwehr. Ich bin dann hinterhergefahren, um es mir anzusehen“, sagte Michaela Buchner, eine weitere Anwohnerin. Dass ihr Mann zu Hause war und helfen konnte, war nicht selbstverständlich. „Bei einem Großbrand am Tag ist es immer schwer, genug Aktive zu finden. In den Ferien war das doppelt schwer“, berichtete Franz Schwarzer weiter. Auch daher wurden derart viele Wehren alarmiert. „Da hilft man sich unter Kameraden eben gegenseitig aus. Das hat klasse funktioniert.“

Alle Kühe und Kälber konnten die Helfer in Sicherheit bringen.
Ermert

Auch Hettenshausens Bürgermeister Hans Wojta war schnell am Unglücksort. „Ich hatte zufällig Urlaub, habe die Sirene gehört und war gleich da. Das ist eine Tragödie für einen der wenigen großen Höfe, die wir noch im Dorf haben. Hoffentlich geht das einigermaßen gut aus. Wenigstens wurde niemand schwerer verletzt. Der ganze Dank gilt den Rettungskräften und den Feuerwehren. Da zahlt sich aus, dass sie auch gemeinsam üben und so gut aufeinander abgestimmt sind“, sagte Wojta.

 

 

Die Rettungskräfte vom Roten Kreuz kümmerten sich um die Erstversorgung der beiden Verletzten. Das Technische Hilfswerk konnte es bei seiner beratenden Tätigkeit belassen. „Wir haben den Feuerwehrlern vor allem Getränke gebracht. Zum Glück wurden wir sonst nicht gebraucht“, sagte Fachberater Andreas Engelbrecht.

Die polizeilichen Ermittlungen, die bei jedem Brandfall standardmäßig eingeleitet werden, hat noch am frühen Nachmittag die Kripo Ingolstadt übernommen. Beamte vom Kriminaldauerdienst fuhren umgehend nach Hettenshausen, um sich ein Bild zu machen. Nach ersten Einschätzungen taxierten die Beamten den Schaden auf eine Höhe zwischen 150.000 und 200.000 Euro. Die genaue Brandursache konnte Jürgen Weigert, Sprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern-Nord, noch nicht benennen. „Es gibt in jedem Fall keinerlei Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Brandstiftung“, sagte er. Ob es sich jedoch um einen technischen Defekt oder um fahrlässiges Verhalten gehandelt habe, möchte er noch nicht abschätzen.

„Am Dienstag sehen sich Experten vom Landeskriminalamt das Ganze noch einmal an. Danach können wir mehr sagen“, fügte Weigert an. Technische Geräte, Fahrzeuge und Stromleitungen hätten sich in dem abgebrannten Bereich „in großer Zahl“ befunden, sodass es eine Vielzahl von möglichen Ursachen gebe.

Patrick Ermert
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