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Theatergruppe begeistert bei der Premiere von "Zu wenig und zu viel"

Ein wenig Glück in Hettenshausen

Hettenshausen
erstellt am 12.03.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 16.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hettenshausen (PK) Es ist oft nicht leicht - wenn nicht gar unmöglich -, Menschen zufrieden zu stellen: Das haben am Freitag die Hettenshausener "Theaterer" bei der Premiere von "Zu wenig und zu viel" im Gasthaus Schrätzenstaller den Zuschauern deutlich vor Augen geführt.
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Hettenshausen: Ein wenig Glück in Hettenshausen
Die im Schaukelstuhl sitzende "Alte Zwenghauserin" (Rosi Gollnhofer) strebt im Gegensatz zu Dünkel, Optime und Werk (von links: Florian Hepting, Stephanie Schreistetter und Andreas Carmanns) nicht nach noch mehr Glück. Sie hat es bereits und ist zufrieden. - Foto: Engl
Hettenshausen

Das Stück von Peter Landstorfer ist zwar eine Komödie, es hat aber doch einen ernsthaften Hintergrund. Rosi Gollnhofer und Rosa Hiereth setzten das Ganze gekonnt für die Aufführung um, die beiden sind bereits seit Jahren ein eingespieltes Regieteam - und beide standen auch auf der Bühne: als Austragsbäuerin und als einer der Bavaria nacheifernden Bürgermeisterin. Das Thema um Glück und Zufriedenheit weckte durchaus Erinnerung an die Geschichte der Gebrüder Grimm vom "Fischer und seiner Frau".

Als Darsteller glänzte in bravouröser Weise Gerhard Daxberger als "Das Glück". Er stellte die Figuren in verschiedenen Bildern und Welten immer wieder vor die Wahl verschiedener Lebensumstände und begeisterte dabei auch das Publikum gesangsmäßig. Glück hatten auch alle Zuschauer, da sie überhaupt eine Karte bekommen hatten: Alle Tickets für die Vorstellung und alle weiteren Termine - auch eine kurzfristig beschlossene Zusatzvorstellung - waren bereits am ersten Tag des Vorverkaufs vergriffen.

Alle Darsteller spielten ihre ganz unterschiedlichen Charaktere auf eine ganz besondere und intensive Weise. Florian Hepting ("Dünkel") beispielsweise überzeugte sehr stimmgewaltig, ausdrucksstark und mit tollen Bewegungsabläufen, unter anderem im Moment der Beförderung vom Rossknecht zum Rittmeister. Stephanie Schreistetter als "Optime" und Andreas Carmanns als "Werk" demonstrierten ebenso sehr perfekt auf der Bühne ihr Können, wie auch Erich Hiereth als Knecht und Gendarm, der immer wieder für spontanes Gelächter und Zwischenapplaus sorgte. Hervorheben muss man noch Alex Kreitmair als Dienstmädchen Rosemarie. Florian Prem (Postbote Quirin und in Doppelrolle auch als Schneider Röserl), Michael Amesberger als Bauer, der seine Gans Gustav nicht als Braten auf dem Tisch sehen will, und als Wurstfabrikant, Hildegard Lattner (als "Brüllhoferin), Michi Grübl (die Zwenghauserin und in einer sensationellen Szene als Mesnerin), Josef Remmele (als Wachtmeister mit prächtigem Schnurrbart), Gerlinde Hofmann (tolle Darbietung als Wittib von Loamgruab), Andreas Abeltshauser (als immer verschlafen wirkender Butler Hans oder später James), Nicole Amann (als Köchin) und nicht zu vergessen Corinna Pausch als sehr überhebliche "Madame von Hautewill" vervollständigten das Ensemble. Gerhard Daxberger wurde bei seinen Gesangsdarbietungen am Klavier begleitet von Corinna Pausch. Perfekt waren ebenso Bühnenbau und -umbau, Technik, Beleuchtung und alle Hintergrundaktivitäten, die für das Gelingen eines Stückes ebenfalls von großer Bedeutung sind. Geboten wurde wiederum eine ganz hervorragende Leistung aller Laiendarsteller, die weit über das so oft belächelte "Bauerntheater" hinausgeht.

Von Erich Engl
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