Samstag, 23. Juni 2018
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Abwechslungsreiche Bilderausstellung ist bis Ende Oktober im Rathaus und im Maximilian's zu bestaunen

"Herz-Übungen" lohnen einen zweiten Blick

Geisenfeld
erstellt am 13.06.2018 um 17:51 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Geisenfeld (GZ) Zwei Aussteller, jeweils das "Herz" in der Überschrift über der gezeigten Werkauswahl. Und dennoch: Die "Herz-Übungen", die ab sofort und bis Ende Oktober im Rathaus und im Bistro Maximilian's zu sehen sind, haben nichts mit Kitsch zu tun.
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Beleben Rathaus und Maximilian?s künstlerisch: Jana Hermann (von links) und Horst Werschetzki bei der Vernissage an der Seite von Gero & the Wagtails. Die Bilder hängen bis zum 31. Oktober.
Beleben Rathaus und Maximilian's künstlerisch: Jana Hermann (von links) und Horst Werschetzki bei der Vernissage an der Seite von Gero & the Wagtails. Die Bilder hängen bis zum 31. Oktober.
Foto: Zurek
Geisenfeld


Davon konnten sich die Besucher der Vernissage überzeugen, die von Geri & the Wagtails mit erfrischendem Swing empfangen wurden. Den Künstlern Horst Werschetzki und Jana A. Hermann gelingt es, alltäglich Erlebtes auf ihre eigene Art eindringlich zu visualisieren. Dabei könnten die Gegensätze nicht größer sein. Werschezki, geboren in Tschechien und nach dem Prager Frühling in Ingolstadt heimisch geworden, führt ein "malerisches Tagebuch" - als Ausgleich zu seiner Arbeit als Grafiker mit einem Atelier für Werbung, Grafik und Design. Kleine farbintensive Quadrate mit Sinnsprüchen, Notizzettel, Emoticons und Momentaufnahmen aus der Makroperspektive fügen sich zu konkreten Memoryteilen eines Monats zusammen. Dabei gilt: "Tabu war gestern! " Liebt der Künstler doch offenbar die Schönheit des weiblichen Geschlechts ebenso wie den humorvollen Bruch mit Konventionen. Die Puzzlestückchen, die im Foyer und im Bistro hängen, sind in jedem Fall einen zweiten und dritten Blick wert.

Jana A. Hermann, die ebenfalls aus dem heutigen Tschechien stammt und in Ingolstadt das Atelier "Blauer Steinbock" gegründet hat, ist hingegen am real Sichtbaren wenig interessiert. Ihre "Energiebilder" im ersten Stock des Rathauses begeben sich auf die Suche nach der Kraft und Ausstrahlung eines Menschen oder eines Objekts. Um diese Dynamik einzufangen, bedient sich die Reiki-Meisterin einer eigenen Technik, bei der sie Spachtelmasse mit Acrylfarbe ergänzt, um so Weichheit und Plastizität zugleich zu verwirklichen. Es braucht Zeit, in die Botschaft der bisweilen als "spiritueller Expressionismus" betitelten Motive einzutauchen. Aber die Kontemplation lohnt sich, geben die Bilder doch Schicht um Schicht einen neuen Aspekt frei. Erzählen von Macht, die mit ihrer vulkanhaften Kraft Struktur schafft, aber auch zerstört. Oder von Liebe, die als heller Strudel die gitterartigen Fesseln von Depression und Angst zu überwinden hilft.

Nicht nur Bürgermeister Christian Staudter und seine Frau Henriette zeigten sich begeistert von den Exponaten. Der Kulturreferentin und ihrem Team wurde ihrerseits höchstes Lob seitens der Künstler für die Unterstützung im Vorfeld der Ausstellung zuteil. In Geisenfeld ausstellen zu dürfen sei "wie ein Sechser im Lotto", meinte Werschetzki.
Maggie Zurek
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