Samstag, 18. August 2018
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Starkregen erwischt vor allem Rottenegg und Unterpindhart kräftig - Ilmpegel steigt auf 2,5 Meter

Geisenfelder Ortsteile saufen förmlich ab

Geisenfeld
erstellt am 13.06.2018 um 15:48 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Geisenfeld (GZ) In der Nacht auf Mittwoch hat ein Unwetter die Großgemeinde Geisenfeld kräftig erwischt. Während der Rest des Landkreises diesmal so glimpflich davongekommen ist wie die Region um Geisenfeld in den vergangenen Tagen, sind diesmal etliche Ortsteile "abgesoffen".
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Jetzt ist Aufräumen angesagt: Der Regen überflutete in der Nacht auf Mittwoch einzelne Straßen in Unterpindhart. Die Feuerwehr war lange damit beschäftigt, den Schlamm aus Höfen, Garagen und Kellern zu beseitigen.
Jetzt ist Aufräumen angesagt: Der Regen überflutete in der Nacht auf Mittwoch einzelne Straßen in Unterpindhart. Die Feuerwehr war lange damit beschäftigt, den Schlamm aus Höfen, Garagen und Kellern zu beseitigen.
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Ein ruhiger Dienstag sieht für Hans Rottler, den Kommandanten der Geisenfelder Stützpunktwehr, anders aus. Tagsüber musste er nach Karlsruhe, um dort die neue Drehleiter in Empfang zu nehmen und das Fahrzeug zurück in die Holledau zu kutschieren (Bericht folgt). Und als er abends endlich in Geisenfeld angekommen war, schrillte bald schon der Alarm. "Land unter" hieß es ab 21 Uhr in weiten Teilen der Gemeinde. "Der Starkregen war enorm", berichtete der Kommandant nach getaner Arbeit. Rund 90 ehrenamtliche Helfer aus Geisenfeld und den meisten der kleineren Ortsteilwehren waren die ganze Nacht hindurch im Dauereinsatz. "Bis etwa 4.30 Uhr in der Früh", so Rottler weiter. "Dann konnten wir weitgehend Entwarnung geben und nur noch mit einer kleineren Mannschaft weitermachen."
Das Rückhaltebecken an der Rottenegger Straße musste mit Sandsäcken befestigt werden.
Das Rückhaltebecken an der Rottenegger Straße musste mit Sandsäcken befestigt werden.
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Lediglich die Kameraden aus Schillwitzried und Ilmendorf ließ Rottler schlafen. "Die hätten wir als frischen Nachschub gebraucht, wenn die Pegel der Ilm weiter gestiegen und das Wasser über die Ufer getreten wäre", erläuterte er. Dazu ist es aber zum Glück nicht mehr gekommen. War die Ilm in den vergangenen Tagen gerade mal einen guten Meter tief, ist ihr Pegel in der Nacht auf Mittwoch auf annähernd 2,5 Meter gestiegen. "Das war dann Meldestufe eins", so Rottler. Doch weil die Regenfälle am Vormittag nachließen, wurde die zweite Meldestufe nicht gerissen. "Da sind wir nochmal davongekommen", meinte der Kommandant.
Die Wiesen bei Engelbrechtsmünster verwandelten sich in der Nacht auf Mittwoch in eine Seenlandschaft.
Die Wiesen bei Engelbrechtsmünster verwandelten sich in der Nacht auf Mittwoch in eine Seenlandschaft.
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In den Ortsteilen hatten die Helfer trotzdem alle Hände voll zu tun. Bei Engelbrechtsmünster wurde die B300 stellenweise überflutet, weshalb mehrere Straßen im Umkreis zeitweise gesperrt werden mussten. In Untermettenbach hat das Regenrückhaltebecken das anfallende Oberflächenwasser, das von den Feldern in Richtung Wohnbebauung strömte, gerade noch zurückhalten können. Angesichts von Starkregenfällen, die beispielsweise im Fall von Brunn bis zu 90 Liter pro Quadratmeter mit sich brachten, kam auch das Rückhaltebecken an der Rottenegger Straße an seine Kapazitätsgrenze. Die Feuerwehrler versuchten (teilweise vergeblich) das Becken mit Sandsäcken vor dem Überlaufen zu bewahren - um dadurch die angrenzende Wohnbebauung zu schützen.
Spitzen und Schaufeln sind beim Aufräumen das A und O.
Spitzen und Schaufeln sind beim Aufräumen das A und O.
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"Am schlimmsten hat es aber eindeutig Rottenegg und Unterpindhart erwischt", fuhr Rottler fort. In Rottenegg sind an der Bergstraße und an der Schloßstraße mehrere Keller vollgelaufen. Und Gleiches galt für den Bereich der Bachstraße und der Hauptstraße in Unterpindhart. "Der Gasthof Rockermeier ist zum Beispiel komplett abgesoffen", berichtete Rottler weiter. Die örtliche Feuerwehr war am Mittwoch den ganzen Tag hindurch mit vielen Kräften im Einsatz, um die Straßen vom Dreck zu säubern und den betroffenen Anliegern so gut es ging beim Aufräumen zu helfen. "Die Straße hier hat sich in einen einzigen, fast ein Meter tiefen Fluss verwandelt", erzählte einer der Helfer in Unterpindhart. Rottler berichtete von stundenlangen Einätzen, bei denen es vor allem um das Auspumpen vollgelaufener Keller und Garagen ging. Am frühen Morgen konnten sich viele der eingesetzten Feuerwehrler dann ein wenig ausruhen. Ganz vorbei war es für sie aber sogar dann nicht. "Es gibt noch viel aufzuräumen", meinte Rottler später. "Und vor allem werden wir den Ilmpegel weiter sehr genau im Auge behalten. Nicht dass doch noch etwas nachkommt, womit wir jetzt gar nicht mehr rechnen."
Feuchtbiotope sind entlang der Straßen rund um Geisenfeld entstanden ? allerdings nur vorübergehend.
Feuchtbiotope sind entlang der Straßen rund um Geisenfeld entstanden - allerdings nur vorübergehend.
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Patrick Ermert
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