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Zukunft der Missionsbastelgruppe ungewiss - Seit 1998 200.000 Euro für caritative Zwecke erwirtschaftet

Ist der Ostermarkt am Sonntag der letzte?

Geisenfeld
erstellt am 14.03.2018 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 18.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Geisenfeld (GZ) Seit fast 30 Jahren gibt es sie nun, die Geisenfelder Missionsbastelgruppe, und in dieser Zeit hat sie rund 200.000 Euro erwirtschaftet und gespendet. Doch nun droht der segensreichen Einrichtung das Ende, der Ostermarkt am kommenden Sonntag könnte der letzte sein.
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Schwester Alvita, die Gründerin der Geisenfelder Missionsbastelgruppe.
maxi gaffal
Geisenfeld

"Leider werden uns einige unserer langjährigen Mitarbeiterinnen aus gesundheitlichen oder privaten Gründen verlassen", sagt Maxi Gaffal, die die Arbeit der Gruppe seit vielen Jahren koordiniert. "Trotz intensiver Suche konnten wir keine neuen Bastlerinnen gewinnen", bedauert sie. Außerdem seien die Räumlichkeiten zum Dekorieren der Kränze und Gestecke sowie das Lagern des dafür vorgesehenen Materials nicht mehr verfügbar, so Gaffal. Deshalb würden beim Markt am Sonntag lediglich Osterkerzen, Palmbüscherl, Keramik, restliche Bestände sowie Kaffee und Kuchen angeboten.

Gegründet wurde die Missionsbastelgruppe vor 30 Jahren von Schwester Alvita von den Armen Schulschwestern. Obwohl diese seit Beendigung ihres Schuldienstes 2002 in Freising lebt, lässt sie es sich nicht nehmen, zu jedem Markt in ihre alte Heimat zu kommen und "ihre" Geisenfelder zu treffen. "Wir sind ihr sehr zu Dank verpflichtet. Sie war und ist uns immer ein Vorbild im unermüdlichen Wirken für jene, denen es nicht so gut geht wie uns", sagt Maxi Gaffal.

Die sich noch gut an die Anfänge erinnern kann: "Alles begann im Advent 1988 mit dem ersten Christkindlmarkt auf dem Kirchplatz in Geisenfeld. In einem selbst gezimmerten Marktstand haben wir Basteleien präsentiert, die bei regelmäßigen Treffen von etwa zehn Bastlerinnen abends im Handarbeitszimmer von Schwester Alvita gefertigt wurden." Seitdem hat sich räumlich und organisatorisch einiges geändert. 1993 kam zum Angebot im Advent auch noch der Ostermarkt mit dazu, und nach fast neun Jahren Verkauf aus dem Marktstand heraus bekam man 1997 eine erste feste Bleibe: die TV-Halle. Im Winter 2004 wechselte man mit den beiden Märkten in die Aula der Grund- und Hauptschule, ehe man 2010 mit der Fertigstellung des neuen Pfarrheims ein dauerhaftes Domizil fand. Die Erlöse aus allen Märkten der letzten drei Jahrzehnte (samt Kuchen-, Geld- und Sachspenden) summieren sich auf rund 200.000 Euro - ein auch für Maxi Gaffal "fast unglaublicher Betrag".

Etwa 120.000 Euro hiervon flossen in das Missionsprojekt von Schwester Antonia von den Armen Schulschwestern in Argentinien, die sich dort den Kindern in den Armenvierteln annimmt und ihnen Unterricht und Schule ermöglicht. Die restlichen 80.000 Euro konnte man für weitere karitative Zwecke spenden - so für die Missionsbenediktinerinnen in Kenia oder für Bischof Joseph in Indien. Spenden flossen aber auch in heimische Projekte wie die Dachstuhlerneuerung der Geisenfelder Stadtpfarrkirche, den Wiederaufbau des Kirchturms der Untermettenbacher Kirche, den Bau des neuen Pfarrheims, das Waisenhausprojekt von Tamatogo oder in die Straßenambulanz von Bruder Martin in Ingolstadt.

In welchem Umfang solcherlei Unterstützung aufrechterhalten werden kann, hängt davon ab, ob und wie es mit der Missionsbastelgruppe weitergeht. "Das wird sich im Laufe des Jahres zeigen", sagt Maxi Gaffal, die allen dankt, die sich in den zurückliegenden 30 Jahren als Bastler, Käufer, Spender oder ehrenamtlicher Mitarbeiter für die gute Sache eingesetzt haben. Und für die es natürlich die größte Freude wäre, wenn sich doch noch neue Bastlerinnen in ausreichender Zahl finden würden.

MARKT UND ESSEN

Der Ostermarkt der Missionsbastelgruppe findet am kommenden Sonntag ab 10 Uhr im Pfarrsaal statt. Es wird auch wieder Kaffee und Kuchen angeboten. In den Markt eingebunden ist das Fastenessen der Kolpingsfamilie. Ab 11 Uhr gibt es wahlweise Gemüsesuppe mit Fleischeinlage oder Tomatensuppe zum Preis von 4,50 Euro. Familien mit zwei Kindern oder mehr zahlen pauschal nur 15 Euro. | GZ

Gerhard Kohlhuber
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