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Auch Scheyern lehnt "Innen statt Außen" ab

Flop der Regierung

Scheyern
erstellt am 12.07.2018 um 18:02 Uhr
aktualisiert am 15.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Scheyern (hsg) "Innen statt Außen" heißt das neue Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung, das dem Ortskern mehr Priorität gegenüber den Randbereichen einräumt - und somit dem Flächenverbrauch entgegen wirken soll.
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Gemeinden, die sich durch Beschluss und ein entsprechendes Konzept verpflichten, vorrangig Innenentwicklung zu betreiben, erhalten eine Erhöhung des Städtebau-Fördersatzes von aktuell 60 auf dann 80 Prozent, insofern es sich um bauliche Maßnahmen handelt, erklärte Scheyerns Bürgermeister Manfred Sterz (FW) am Dienstag im Gemeinderat.

Im Rahmen des Ikek-Programms "Lebendige Dorfmitten", das derzeit zusammen mit den Gemeinden Schweitenkirchen, Hettenshausen und Rohrbach verfolgt wird, werde der Innenentwicklung ohnehin schon Priorität eingeräumt, so Sterz weiter. Allwerdings in Form einer behutsamen Verdichtung. Der neue Bebauungsplan habe zwar zusätzliche Wohnrechte geschaffen, fügte Sterz hinzu, aber im Geschosswohnungsbau wolle die Gemeinde eben keine großen Wohneinheiten entstehen lassen. Man habe aber trotzdem die Chance, Fördermittel in Anspruch zu nehmen, meinte Geschäftsleiterin Sabrina Jany. Allerdings enthalte die Offerte einen Pferdefuß. Denn die Städtebauförderung werde bei jeder künftigen Baulandausweisung mitreden wollen, was für die Gemeinde eine geringere Planungshoheit bedeute. Bei hohem Siedlungsdruck aufgrund der Lage zwischen den Ballungsräumen München und Ingolstadt solle im Bedarfsfall der Außenbereich nur überplant werden, wenn flächensparende und verdichtete Bauweisen gewährleistet sind.

Laut Auskunft der Städtebauförderung sind im Zuge des Zuwendungsantrags die Bauflächenpotenziale im Gemeindegebiet darzustellen. "Das würde auch unsere Ortskernplanung teilweise in Frage stellen, da wir bewusst Grünflächen erhalten wollen", bemerkte Walter Häring (CSU). Die Verwaltung schlug vor, den Antrag für die Förderinitiative einzureichen. Katja Limpert (FW) dankte der Verwaltung "recht herzlich für den Vorschlag, den ich ablehne". Wie der gesamte Gemeinderat auch.
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