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Scheyerer Gemeinderat will nach einstimmigem Beschluss zum Gemeinschaftshaus "jetzt Gas geben"

Endlich ein Ja für Euernbach

Scheyern
erstellt am 13.06.2018 um 13:42 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Scheyern (PK) Euernbach bekommt für seine Vereine und die Feuerwehr ein Dorfheim. Unter dem Applaus eines guten Dutzends Einwohnern des Scheyerer Ortsteils beschloss der Gemeinderat einstimmig "die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses im Zuge der Eler-Förderung 2014/2020". Die Kosten werden auf etwa 2,1 Millionen Euro geschätzt - 1,47 Millionen Euro muss die Gemeinde übernehmen.
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Pläne und Kostenschätzung werden jetzt umgehend eingereicht, um Zuschüsse aus dem "Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums" (Eler) zu bekommen. Immerhin geht es dabei um 500000 Euro Zuschuss. Jetzt soll es Schlag auf Schlag gehen: Damit keine Zeit vergeht, beschlossen die Gemeinderäte ebenso einstimmig, dass Bürgermeister Manfred Sterz (Freie Wähler) Ausschreibungen für die Gebäudetechnik - also für Heizung, Lüftung oder Elektro - auf den Weg bringen kann.

Seit sechs Jahren schon beschäftigt sich der Gemeinderat gemeinsam mit den Euernbachern, wie sich dieser Scheyerer Ortsteil entwickeln soll. 2014 wurde ein Konzept und eine Standortanalyse erstellt, referierte Sterz, im Oktober 2016 konnte dann ein Entwicklungskonzept vorgestellt werden, zwei Monate später ging es in die Objektplanung und Kostenberechnung. Jetzt lag den Räten die Schätzung des Planungsbüros Wipfler zur Abstimmung vor: 2,1 Millionen Euro soll das Dorfheim kosten. Auf dem 1000 Quadratmeter großen Areal an den Ecke Pfaffenhofener Straße/Friedhofsweg ist ein zweigeschossiges Gebäude geplant mit einer Netto-Nutzfläche von gut 500 Quadratmetern im Erdgeschoss. Dort soll ein Stüberl für 40 Personen eingerichtet werden, dass zu einem großen Saal mit 120 Sitzplätzen erweitert werden kann. Abgetrennt durch einen Gang liegen an der Längsseite Küche und Toilettenanlagen. Dieser Bereich wird 960000 Euro kosten. Im Obergeschoss bekommen die Schützen eine Schießanlage sowie die nötigen Nebenräume, um die Waffen unterzubringen. Dafür sind inklusive Gebäudetechnik, Baunebenkosten und Schießständen 580000 Euro vorgesehen. Im Dachgeschoss ist außerdem Platz für die Jugend. Durch einen überdachten Freisitz mit dem Dorfheim verbunden soll ein Feuerwehrhaus mit Außenanlagen gebaut werden, das mit 344000 Euro kalkuliert ist.

Nach Abzug aller Fördermöglichkeiten bleibt für die Gemeinde ein Eigenanteil von 1,47 Millionen Euro. Zieht man davon die Rückstellungen im Finanzplan der Gemeinde ab, bleibt eine Lücke knapp 800000 Euro, die Scheyern zu stemmen hat. Dass die Euernbacher ihr Dorfheim verdient haben, davon waren die Räte über alle Fraktionen hinweg überzeugt.

Bürgermeister Sterz gab selbstkritisch zu, dass die Gemeinde in der Vergangenheit für diesen Ortsteil nicht alles richtig gemacht habe. "Es ist an der Zeit, dass Euernbach an die Reihe kommt." Hans Hösl (CSU) pflichtete bei. Er sieht mit dem Heim die "Riesenchance, die Dorfgemeinschaft zu stärken". Andreas Mahl von den Freien Wähler unterstrich, dass die Euernbacher ja schon in der Vergangenheit immer wieder bewiesen hätten, dass ihre lebendige Dorfgemeinschaft zusammensteht. Allein schon der "Adventszauber" ziehe Besucher weit über die Dorfgrenzen an. Was ein Dorfheim bedeute, zeige sich in Fernhag, so Mahl. Dort ist ein Treffpunkt schon vor Jahren abgerissen worden - mit der Folge, dass das Gemeindeleben "gestorben" sei.

Bei aller Notwendigkeit machte die Finanzierungslücke den Gemeinderäten Bauchschmerzen, zumal die Inneneinrichtung in den Kalkulationen noch gar nicht berücksichtigt ist. Pater Lukas Wirth (CSU), der überzeugt ist, dass das Dorfheim für Euernbach "unglaublich wichtig ist, trotz aller Schwierigkeiten", glaubt, dass das Projekt gestemmt werden könne, wenn sich die Dorfbevölkerung durch Eigenleistungen beteiligt.

Ortssprecher Xaver Ostermeier legte noch einmal den Vorschlag auf den Tisch, das denkmalgeschützte, aber renovierungsbedürftige ehemalige Schulhaus zu verkaufen, das derzeit von den Schützen genutzt wird. Damit stieß er bei Sterz auf offene Ohren. Dafür gäbe es ganz sicher Liebhaber. Auch der Verkauf von zwei gemeindeeigenen Grundstücken in Mitterscheyern wurde in der Sitzung angeregt. Bevor das allerdings spruchreif wird, müssten Bauplanungen abgewartet werden, meinte Sterz.

Besorgt hatten einige Gemeinderäte die Kostenexplosion beim geplanten Pfaffenhofener Hallenbad verfolgt. Deshalb wollte Gemeinderat Mathias Hofmann (WGS) wissen: "Wann ist bei uns der Deckel zu? Bei drei Millionen Euro? Was dann?" Sterz: "Dann muss man neu entscheiden" - so wie es der Pfaffenhofener Stadtrat gemacht hat, der den geplanten Saunabereich abgespeckt hat. Andreas Mahl: "Das Problem mit der Kostensteigerung werden wir immer haben. Dann dürfen wir gar nichts mehr bauen." Pater Lukas schloss sich an: "Jetzt muss Gas gegeben werden." Wenn alles gut läuft, steht das Dorfheim ist zwei Jahren.

Albert Herchenbach
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