Montag, 17. Dezember 2018
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Gemeinderat Reichertshausen erwägt Pfahlbauten-Prinzip für neues Feuerwehrhaus

"Ein Konzept der Vernunft"

Reichertshausen
erstellt am 10.08.2018 um 17:25 Uhr
aktualisiert am 13.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Reichertshausen (PK) Weil es anders teurer kommen würde, erwägt die Gemeinde Reichertshausen für das geplante Feuerwehrhaus am Dorfplatz in Langwaid eine Pfahl-Lösung - das ist das Ergebnis der Gemeinderatssitzung in Reichertshausen am Donnerstagabend.
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Im Mai 2018 hatten die Räte dem Bauplan zugestimmt. Seitens der Gemeinde sind die Gesamtkosten für das Feuerwehrhaus mit 610 000 Euro festgeschrieben, was nur dank dem tatkräftigen Einsatz der Floriansjünger möglich ist. Die Baugrunduntersuchung ergab allerdings, dass der Boden nicht tragfähig ist und ausgetauscht werden muss.

Der Bodenaushub aber entspricht laut Bodengutachten nicht der Kategorie Z0, könnte also nur sehr teuer entsorgt werden. Wobei das nicht etwa bedeutet, dass gefährliche Stoffe enthalten sind, da genügen schon Ziegelreste oder ein paar Teerbrocken im Mutterboden, um aus dieser Kategorie herauszufallen. Eine Z 0-Einstufung werde in unserer Landschaft kaum noch zu erreichen sein, da genüge schon die Anwendung eines Unkrautmittels im heimischen Garten, erklärte Gemeindechef Reinhard Heinrich (CSU) in Übereinstimmung mit Gerhard Riegler vom Sachverständigenbüro in Pfaffenhofen.

Der schlug eine preiswertere Problemlösung vor, die einen Bodenaushub erübrigt und ausreichend Tragfähigkeit herstellt. Die Idee dabei ist eine "klassische Brunnengründung" mittels in den Boden eingegrabener Schachtringe, die mit Beton aufgefüllt werden. Laut Schätzung des Statikers würden rund 16 bis 18 dieser Betonsäulen bis zum tragfähigen Untergrund in einer Tiefe von 4,50 Meter erforderlich sein, eine endgültige Berechnung und Prüfung auf Machbarkeit muss erst noch erfolgen. Im Prinzip ähnele das durchaus den früheren Pfahlbauten, so Riegler zum PK. Letztlich sei es "ein Konzept der Vernunft", sowohl aus bautechnischen, wie auch aus wirtschaftlichen Gründen, zeitnah möglich und mit Firmen aus der Region durchführbar. Trotzdem aber betragen die Mehrkosten rund 50 000 Euro, die man aber nicht der Freiwilligen Feuerwehr aufbürden könne, betonte Heinrich ausdrücklich. Die belasten somit den Gemeindesäckel zusätzlich. Nach relativ kurzer Diskussion ermächtigten die Räte die Verwaltung, diesen Weg weiter zu beschreiten.

Ebenfalls zu befassen hatte sich das Büro Riegler mit dem Vergleich zweier Varianten der Gebäudeheizung, die Bauamtsmitarbeiterin Eileen Labun erörterte. Zur Debatte standen eine Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme. Nach Abwägung aller Fakten wie Anschaffungs,- Betriebs- und Ersatzkosten schlug Labun eine Wärmepumpe vor. Die Diskussion fand sowohl Befürworter als auch Gegner für jede Variante, am Ende aber ergab die Abstimmung ein klares Votum für die Wärmepumpe mit Gegenstimmen von Marianne Knoll und Franz Möckl (beide FW).

Am Ende fassten nach Vortrag von Eileen Labun die Räte den Billigungs- und Auslegungsbeschluss auf Basis des ausgearbeiteten Entwurfs einstimmig.
Hans Steininger
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