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Im Gemeinderat Scheyern wird harsche Kritik an geplantem Posten laut

Doch kein Feuerwehrreferent

Scheyern
erstellt am 12.09.2018 um 18:33 Uhr
aktualisiert am 15.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Scheyern (PK) Am Ende hat sogar der eigentlich designierte Feuerwehrreferent gegen seine Ernennung und den geplanten Posten gestimmt: In Scheyern gibt es vorerst also erst einmal keinen Gemeinderat, der als Bindeglied zu den Ehrenamtlichen fungiert.
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Vom Haupt- und Finanzausschuss war ein Feuerwehrreferent eigentlich als Hilfestellung und Bindeglied zwischen Gemeindegremien und Verwaltung auf der einen und den Ehrenamtlichen auf der anderen Seite gedacht. Doch der Vorschlag ist im Gemeinderat am Dienstagabend durchgefallen: Neun von 16 Gemeinderäten votierten gegen einen solchen Posten - darunter auch Johann Schmid (Freie Wähler), der eigentlich für die Aufgabe vorgesehen war.

"Gerade im Feuerwehrbereich wird einiges anstehen, was Haushaltsberatungen angeht", erklärte Bürgermeister Manfred Sterz (FW) mit Blick unter anderem auf den Kauf eines neuen Drehleiterfahrzeugs in den nächsten Jahren. "Der Referent soll eine Entscheidungshilfe für den Gemeinderat sein und die Verwaltung unterstützen und beraten." Für den Posten vorgesehen sei Johann Schmid, einerseits Gemeinderatsmitglied und auch Teil der Scheyrer Feuerwehr.

Walter Häring (CSU) wies darauf hin, dass der Gemeinderat eigentlich einmal entschieden hatte, grundsätzlich keine Referenten einzuführen. Pater Lukas Wirth (Bürgerblock) sah das ähnlich: "Es gibt so viele Gebiete in der Gemeinde, wir könnten viele Referenten ernennen." Er wollte auch das Argument der Arbeitserleichterung für den Gemeinderat nicht gelten lassen: "Wir können und sollen uns hier gar nicht so viel Arbeit sparen."

Markus Fiederer (Wählergruppe Gemeinde Scheyern) wies außerdem auf einen Widerspruch hin: "Die Feuerwehr hat eine hierarchische Struktur und wir machen das kaputt." Schließlich stehe eigentlich der Kommandant an der Spitze - Johann Schmid ist einerseits Mitglied der Wehr und somit diesem Kommandanten unterstellt, andererseits wäre er als Referent aber wohl übergeordnet. "Deine Entscheidung hätte dann ein anderes Gewicht."

Katja Limpert (FW) hingegen unterstützte den Vorschlag: "Gerade in puncto Feuerwehr treffen wir hier Entscheidungen und haben auf der einen Seite den Gemeinderat im Kopf, der ja Haushalt sparen soll, und auf der anderen Seite aber den Bedarf der Wehr", sagte sie. "Ich als Laie kann das nicht einschätzen." Einen Feuerwehrreferenten als Bindeglied fände sie daher positiv. Auch Hans Hösl (CSU) war der Idee eines Beraters nicht abgeneigt. "Die Grundidee ist die, dass auch in den anderen Gremien, den Ausschüssen, jemand ist, der Wissen aus der Feuerwehrpraxis hat", sagte er. "Ich finde die Idee, dass ich den, der was weiß, bei Beratungen hinzuzieht, gut." Ob es dafür den Titel eines Referenten braucht, sei dahin gestellt.

Einen Knackpunkt sprach allerdings Hans-Herbert Mooser (WGS) an: "Ist mit dem Kommandanten über das Thema geredet worden?" Laut Gemeinde sei der Vorschlag per E-Mail-Nachricht mitgeteilt worden, ein Gespräch habe es nicht gegeben. "Mich macht stutzig, dass hier nicht geredet wurde", sagte Mooser.

Das sah letztlich auch Pater Lukas kritisch. "Das wäre ein Stück weit ein Misstrauen, dass wir dem Kommandanten aussprechen", sagte er. "So geht das einfach nicht, auch menschlich geht das nicht. Wir müssen mit dem Kommandanten reden."

Letztlich votierten Albert Wolf (BB), Hösl, Alilce Köstler-Hösl (BB), Limpert (FW) und Andreas Mahl (FW) sowie Bürgermeister Sterz für den neuen Posten. Die übrigen neun Gemeinderäte, auch samt Schmid, waren dagegen; Andreas Reichhold (FW) fehlte bei der Sitzung.
 

"Herr Huber freut sich"

Beim Hopfazupfajahrtag hatte Pater Lukas Wirth ein Machtwort gesprochen: Letztlich gab es das Promizupfen ohne den AfD-Bundestagsabgeordneten Johannes Huber. Anschließend hatte Huber gefordert, dass Pater Lukas sich entscheide: entweder Kloster oder Gemeinderat. Nun hatte Pater Lukas am Dienstagabend eine gute Nachricht: "Ich habe heute mit Herrn Huber gesprochen: Er freut sich, dass ich weiterhin bei uns im Gemeinderat bin", sagte er. Außerdem würde Huber den Gemeinderat auf eine Maß Bier auf dem Pfaffenhofener Volksfest einladen, wenn sie zeitig mit der Sitzung fertig werden. "Ich rede hier von Tobias Huber, unserem Braumeister", sagte Pater Lukas lachend.
Claudia Lodermeyer
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