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Bis zu 600 Meter stehen Autos vor der Ausfahrt Pfaffenhofen auf dem Standstreifen - Jetzt wird gezählt

Gefährliche Rückstaus auf der A9

Pfaffenhofen/Schweitenkirchen
erstellt am 03.12.2018 um 16:23 Uhr
aktualisiert am 08.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schweitenkirchen (PK) Da kann es schnell gefährlich werden: Bis zu 600 Meter lange Rückstaus erleben Pendler in letzter Zeit häufig auf der A9 Richtung Ingolstadt an der Autobahnausfahrt Pfaffenhofen. Die Autobahndirektion Südbayern will nun eine Zählung beauftragen und eine Prognose erstellen lassen. Im Frühjahr soll dann entschieden werden, ob es eine Ampel oder zwei Spuren an der Ausfahrt braucht.
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Immer viel Verkehr: Von der Autobahn abfahrende Autos an der Anschlussstelle Pfaffenhofen bei Schweitenkirchen müssen oft erstmal warten, bis sie in die Staatsstraße einfahren können.
Immer viel Verkehr: Von der Autobahn abfahrende Autos an der Anschlussstelle Pfaffenhofen bei Schweitenkirchen müssen oft erstmal warten, bis sie in die Staatsstraße einfahren können.
Brenner
Pfaffenhofen/Schweitenkirchen
Gerhard Fuchs pendelt jeden Tag auf der A9 von Tegernbach nach München zur Arbeit. Wie viele andere hat er gegen 17 Uhr Feierabend und nutzt dann die Ausfahrt bei Schweitenkirchen - in den letzten beiden Monaten allerdings nicht immer: "Ich bin öfter erst bei Geisenhausen rausgefahren, weil mir das zu gefährlich war", so Fuchs. Denn wenn der Verkehr auf der Staatsstraße 2045 zu dicht ist, staut es sich an der Autobahnausfahrt Pfaffenhofen bis auf die Autobahn. "Oft ist es sogar auf der Spur links davon gefährlich, weil manche versuchen, sich noch schnell zwischen die sich stauenden Autos zu drängen."

Im Gemeinderat Schweitenkirchen ist das Thema mittlerweile ein Dauerbrenner. Auch in der vergangenen Sitzung berichtete Gemeinderat Johann Knorr von gefährlichen Rückstaus auf der Autobahn. "Ich werde ständig von Leuten angesprochen, die Situation ist wirklich gefährlich." Schon mehrfach habe man die Autobahndirektion über den Zustand informiert. "Wieso es dort nicht längst eine Ampel gibt, das versteht keiner", so der Gemeinderat Franz Müller (FWG/WGS). In Langenbruck habe man schließlich auch schon auf die gefährlichen Verhältnisse reagiert. Wenn sie die Spur zur Staatsstraße wenigstens zweispurig machen könnten, dann wäre schon geholfen", so die Zweite Bürgermeisterin Gabi Kaindl (BBS).

Doch vor dem kommenden Frühjahr wird sich an der Ausfahrt erst einmal gar nichts ändern, so Rüdiger Hanke von der Autobahndirektion Südbayern. Allerdings habe man das Problem durchaus erkannt. Bisher habe man nichts unternommen, "weil es die Stauungen in dieser Intensität noch nicht so lange gibt". In letzter Zeit sei es jedoch öfter zu erheblichen Rückstaus auf der Autobahn gekommen, so Hanke. Das Problem: Normalerweise gibt die Verkehrsleitzentrale den Standstreifen auf der A9 Richtung Ingolstadt frei, wenn viel los ist. Schließlich fließt der Verkehr besser, wenn eine zusätzliche Fahrbahn da ist, es wird weniger gefährlich. Doch wenn an der Anschlussstelle Pfaffenhofen auf dem Standstreifen ein Rückstau entsteht - dann wird es wegen der nachkommenden Autos so richtig gefährlich. Die Verkehrsleitzentrale habe das per Video gesehen, so Hanke - dann wurde die Freigabe des Standstreifens zurückgenommen.

Aber wohl nicht immer rechtzeitig. Pendler Fuchs berichtet von Fällen, in denen er Rückstaus "länger als die Abbiegespur" beobachtete - und zwar als der Standstreifen freigegeben war. Bei der Gemeinde Schweitenkirchen kennt man das Problem mit den Rückstaus schon lange. Laut Bürgermeister Albert Vogler (CSU) habe man immer wieder das Staatliche Bauamt Ingolstadt, das ja für die Staatsstraße Ansprechpartner ist, auf die problematische Lage an der Autobahnausfahrt Pfaffenhofen hingewiesen. Zum Beispiel bereits 2010, als das Thema Seitenstreifen-Freigabe aufkam. Und auch Pendler Fuchs hat in der Vergangenheit immer wieder Rückstaus auf freigegebenen Standstreifen beobachtet. "Die vergangenen zwei Monate waren es allerdings besonders viele."

Dieselben Probleme gibt es mittlerweile an vielen Orten im Großraum München, so Hanke von der Autobahndirektion. Wegen des Baubooms nehme eben auch der Verkehr zu. Zum Beispiel auch an der Anschlussstelle Allershausen. Deshalb beauftragt die Autobahndirektion gerade ein Büro mit einer Zählung sowohl an der Anschlussstelle Allershausen als auch in Pfaffenhofen. An drei Werkstagen soll gezählt werden, wie viele Autos an den Knotenpunkten auf die Autobahn oder von der Autobahn fahren und in welche Richtung sie auf die Staatsstraße fahren und andersherum. "Es geht uns darum, alle Verkehrsbeziehungen zu erfassen", so Hanke.
Ein Dauerbrenner ist die Situation an der Autobahnausfahrt Pfaffenhofen.
Ein Dauerbrenner ist die Situation an der Autobahnausfahrt Pfaffenhofen.
Brenner
Pfaffenhofen/Schweitenkirchen



Danach wird dann eine Prognose bis ins Jahr 2030 erstellt. "Hier berücksichtigen wir zum Beispiel die Strukturen, die voraussichtlichen Einwohnerzahlen der angrenzenden Gemeinden in der Zukunft." Hanke hofft, dass das bis Frühjahr 2019 abgeschlossen wird. Danach könne die Autobahndirektion entscheiden, was sie gegen die Rückstaus tun will.

In Frage käme eine Ampel oder eine Ampel zusätzlich zu einem zweispurigen Ausbau, aber auch andere Optionen würden abgewogen. "Mit den genauen Verkehrszahlen können wir auch abwägen, wie lange die Grünphasen sinnvoll sind."

Bis es soweit ist, wird Pendler Fuchs wohl noch das eine oder andere Mal die Ausfahrt in Geisenhausen nutzen.
 

Kommentar

Eigentlich sind die umliegenden Gemeinden ja mit Schuld am Problem: Sie verschärfen die Lage an der Autobahnausfahrt Pfaffenhofen, indem sie wegen der willkommenen Einnahmen immer neue Gewerbe- und Baugebiete ansiedeln.

Sie profitieren vom allgemeinen Boom im Großraum München und wenn es dann zu voll wird auf der Autobahn, rufen sie nach Maßnahmen gegen den steigenden Verkehr.

Doch letztlich ist es eben die Aufgabe der Autobahndirektion, rechtzeitig auf Brennpunkte zu reagieren. Und dass es an der Anschlussstelle Pfaffenhofen einen gibt, ist schon lange offensichtlich. Hier warten die Pendler von der Autobahn oft lange, bis der Verkehr auf der Staatsstraße es endlich zulässt, dass sie abbiegen - so entstehen dann die gefährlichen Rückstaus, auf die die Gemeinde Schweitenkirchen bereits seit etlichen Jahren hinweist und eine Besserung an den Ausfahrten in beiden Richtungen fordert. Die Verkehrszählung ist deshalb überfällig.

 

Desiree Brenner
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