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Flachdach-Sanierung des Schyren-Gymnasiums kostet 58 Prozent mehr als vorab gerechnet

Eine Vergabe mit Bauchschmerzen

Pfaffenhofen
erstellt am 17.05.2018 um 13:39 Uhr
aktualisiert am 21.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Für fast 30 Millionen Euro wird das Pfaffenhofener Schyren-Gymnasium in den kommenden fünf Jahren saniert. Im Bau- und Vergabeausschuss des Landkreises sind die nächsten Aufträge vergeben worden. Die Sanierung des Flachdachs kostet 58 Prozent mehr als vorab erwartet.
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Die Sanierung des Schyren-Gymnasiums ist das nächste große Bauprojekt des Landkreises.
Die Sanierung des Schyren-Gymnasiums ist das nächste große Bauprojekt des Landkreises.
Straßer
Pfaffenhofen
Für den ersten der fünf Abschnitte wurden bislang 7,35 Millionen Euro verteilt. "Damit liegen wir noch fast im Soll", meinte der planende Ingenieur Wolfgang Eichenseher. Gegenüber seiner Berechnung musste der Landkreis bis jetzt etwa 100000 Euro mehr ausgeben. "Da sind wir ja noch einigermaßen im Rahmen", meinte Landrat Martin Wolf (CSU).

Als problematisch erwies sich die Vergabe der Flachdacharbeiten. Nur eine einzige Firma, die Bauabdichtung Gaimersheim GmbH, wollte den Auftrag haben - und sie verlangt dafür 457000 Euro. Da sich kurzfristige Änderungen ergeben hatten, ließ sich das Überschreiten der Schätzung noch etwas nach unten rechnen. Geblieben ist trotzdem eine Kostenmehrung von satten 58 Prozent. Anders als beim Wertstoffhof (siehe getrennten Bericht) entschied sich das Gremium, diese Kröte zu schlucken. "Eine Wiederholung der Ausschreibung lässt kein besseres Ergebnis erwarten", sagte Kreiskämmerer Walter Reisinger. "Außerdem würde es die ganze Baumaßnahme derart verzögern, dass die Folgekosten weitaus höher wären als diese Kostensteigerung um 180000 Euro", ergänzte Eichenseher.

Die Räte hatten trotzdem schwer zu kauen. Josef Finkenzeller (Freie Wähler) forderte eine neuerliche Ausschreibung. Auch die Tatsache, dass das Gymnasium wieder ein für Mängel eher anfälliges Flachdach erhält, gefiel nicht allen. Thomas Herker (SPD) fragte nach, ob ein Krüppelwalmdach geprüft worden sei. Was Eichenseher angesichts des Funktionsbaus aus Beton, den das Gymnasium darstellt, fast schon ein Schmunzeln und das Zugeständnis abrang, dass diese Dachform tatsächlich nicht geprüft worden sei. Auch Max Weichenrieder (CSU) bereitete es Bauchschmerzen, dass ein anfälliges Flachdach errichtet werden soll. Um die Debatte abzukürzen, entgegnete Eichenseher, dass ein Eingriff in die Dachgeometrie zum jetzigen Zeitpunkt ein Problem sei - und eigentlich nicht mehr möglich. Am Ende stimmten alle Räte der Vergabe zu. "Es bleibt ja leider nichts anderes übrig", meinte Finkenzeller, als er die Hand hob.

Die übrigen Vergaben fielen den Räten leichter. Mal wurde die Kostenschätzung leicht unterschritten, mal lag sie etwas darüber. Für den ersten Bauabschnitt übernimmt den Trockenbau die Mirz Systembau GmbH aus Ingolstadt für 263000 Euro (gegenüber der Schätzung plus 6,7 Prozent), den Heizungsbau die Bergsteiner GmbH aus Manching für 151000 Euro (plus 1,1 Prozent) und die Installation der Lüftung die Prüfling GmbH aus Ottobrunn für 238000 Euro (minus 9,8 Prozent). Über die Bauabschnitte eins bis drei erstrecken sich die Vergaben der Fensterarbeiten, die an die Reiki Stahl- und Metallbau GmbH aus Straubing für gut eine Million Euro (minus 9,7 Prozent) ging, und der Elektroinstallation für gut 1,4 Millionen Euro (minus 3,6 Prozent) an die Romantschak GmbH aus Kranzberg.

Angesichts schwer kontrollierbarer Kosten, die sich im Laufe der Zeit auch zu einer ordentlichen Gesamtsteigerung aufsummieren könnten, fragte Josef Finkenzeller nach, ob die Zuschüsse bereits gewährt und gedeckelt seien. Walter Reisinger nannte die kalkulierten Gesamtkosten von rund 28 Millionen Euro - und den gewährten Zuschuss von 10,4 Millionen Euro. Dieser sei "nach oben natürlich irgendwo gedeckelt". Da sich die Baustelle über fünf Jahre hinziehen werde, könnten sich vertretbare Steigerungen ergeben. "Da können wir in Teilen auch bei der Förderung etwas nachjustieren", meinte der Kreiskämmerer. "Aber das hält sich sicher in Grenzen."
 
Patrick Ermert
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