Donnerstag, 17. Januar 2019
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Mehr als 120 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Pfaffenhofen kämpfen gegen Schneemassen im Krisengebiet

"Bis an die Grenze des Machbaren"

Pfaffenhofen
erstellt am 13.01.2019 um 16:25 Uhr
aktualisiert am 17.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Fast rund um die Uhr haben 124 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des BRK und des THW aus dem Landkreis Pfaffenhofen von Freitag bis Samstagabend zwei gefährdete Seniorenheime im Landkreis Miesbach vom Schnee befreit. Am Samstag gab es dann nochmal Alarm beim THW, 15 Kräfte sind immer noch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Einsatz.
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Harte Arbeit: Die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Pfaffenhofen haben am Freitag und Samstag zwei Seniorenheime im Landkreis Miesbach vom Schnee befreit.
Harte Arbeit: Die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Pfaffenhofen haben am Freitag und Samstag zwei Seniorenheime im Landkreis Miesbach vom Schnee befreit.
Michael Matthes
Pfaffenhofen
Es war ein harter Einsatz, berichtet der Pfaffenhofener Kreisbrandrat Armin Wiesbeck. "Aber die Männer und Frauen haben hervorragend zusammengearbeitet." Die beiden Seniorenheime in Miesbach sowie in Rottach-Egern seien am Ende vom Schnee befreit worden.

Während des Einsatzes in der Nacht schneite es, so dass die Bedingungen für die Feuerwehrler schwierig waren. "Wir mussten sehr vorsichtig agieren, die Einsatzkräfte vor Absturz sichern", so Wiesbeck. Besonders wenn der Schnee mit Regen vermischt werde, "ist er noch mühsamer zu bewegen". Dazu kommt noch eine weitere Gefahr: So habe man natürlich nicht gewusst, wo eventuell ein Dachfenster ist, das einstürzen könnte.
Besprechung: Das Schneeräumen ist ein kniffliger Einsatz.
Besprechung: Das Schneeräumen ist ein kniffliger Einsatz.
Matthes
Pfaffenhofen



Die Männer und Frauen arbeiteten mit höchsten Einsatz, so Wiesbeck. "Sie sind bis an die Grenze des körperlich Machbaren gegangen." Die komplette Mannschaft habe von Freitagabend bis 6.30 Uhr gearbeitet, dann ging es für wenige Stunden in die Feldbetten. "Um 10.30 Uhr ging es weiter". Der Einsatz dauerte bis Samstag Abend. "Gegen 19.45 Uhr sind alle wieder erschöpft, aber gesund und wohlbehalten zu Hause angekommen", so Landratsamtsprecherin Alice Köstler-Hösl auf Anfrage. Die Regierung von Oberbayern hatte die Hilfeleistung angefordert; der Sonderkatastrophenschutzplan "Hilfeleistungskontingent" wurde ausgelöst.

Einige Hilfskräfte aus dem Landkreis sind immer noch unterwegs: Noch bis mindestens heute Abend ist das THW Pfaffenhofen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen vor Ort, um Schnee zu räumen, so Andreas Englbrecht vom THW. Die Alarmierung sei am Samstagabend gekommen. "Eigentlich sollte das THW Pfaffenhofen am Wochenende nicht im Krisengebiet eingesetzt werden, da alle umliegenden Ortsverbände bereits seit Donnerstag oder Freitag im Einsatz sind." Die Pfaffenhofener sollten für Einsätze in der Region parat stehen. "Scheinbar erforderte die Lage am Samstagnachmittag aber doch noch eine Verstärkung mit Mannschaft und Material." Der Einsatz könnte auch noch länger dauern, schätzt Englbrecht.
Nur mühsam geht die Arbeit voran.
Nur mühsam geht die Arbeit voran.
Matthes
Pfaffenhofen



Insgesamt seien derzeit über 1000 Ehrenamtliche des THW im Alpenvorland im Einsatz und räumen gemeinsam mit den Kameraden von Feuerwehr, Bergwacht und Bundeswehr die Dächer. Der letzte vergleichbare Einsatz zum Räumen von Dächern nach Starkschneefall war laut Englbrecht im Februar 2006. Damals war vor allem der Bayerische Wald betroffen.

Bald müssen die Freiwilligen vielleicht schon wieder ausrücken: "Je nach Entwicklung ist es möglich, dass für Dienstag ein zweites Hilfeleistungskontingent abgerufen wird", so Köstler-Hösl. "Die Vorbereitungen hierfür sind getroffen, die Einsatzkräfte stehen auf Abruf bereit."
Desirée Brenner
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