Montag, 18. Juni 2018
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Inge Stadler, Tochter Barbara und Enkelin Johanna spielen zusammen beim "Brandner Kaspar" mit

Drei Generationen auf der Bühne

Pfaffenhofen
erstellt am 14.06.2018 um 16:32 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Zum dritten Mal schon wird in Pfaffenhofen der "Brandner Kaspar" aufgeführt: Ab morgen als große Freiluftaufführung am Hauptplatz sowie in den Jahren 1968 und 1988 im kleineren Rahmen. Alle drei Mal war Inge Stadler als Schauspielerin dabei. Tochter Barbara ist zum zweiten Mal im Stück zu sehen - und zum ersten Mal auch Enkelin Johanna.
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Theaterspielen im Blut: Mit Inge Stadler, Tochter Barbara Hoiß und Enkelin Johanna stehen bei der aktuellen Freilichtinszenierung von ?Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies? ab Samstag drei Generationen auf der Bühne.  ?
Theaterspielen im Blut: Mit Inge Stadler, Tochter Barbara Hoiß und Enkelin Johanna stehen bei der aktuellen Freilichtinszenierung von "Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies" ab Samstag drei Generationen auf der Bühne. ?
Gabi Hartmann, privat
Pfaffenhofen
30 Jahre nach seiner ersten Inszenierung im Haus der Begegnung bringt der Pfaffenhofener Theaterspielkreis das bekannte Lutz-Volksstück "Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies" in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Regisseur Falco Blome ab morgen als große Freilichtinszenierung auf die Bühne. Mit dabei sind auch Pfaffenhofener Laiendarsteller, die bereits in der 1988er-Besetzung auf der Bühne zu sehen waren. Josef Kainz zum Beispiel oder Sylvia Ott. Und Inge Stadler, vormals Hoiß, spielte sogar schon bei der ersten Aufführung des Stücks in Pfaffenhofen vor 50 Jahren mit: Sie stand dreimal beim Brander Kaspar in drei verschiedenen Rollen auf der Bühne - und zwar in drei verschiedenen Vierteljahrhunderten und mit drei verschiedenen Nachnamen.

In dem Stück, in dem die Titelfigur den Tod überlistet, stand die frühere Zweite Bürgermeisterin Pfaffenhofens das erste mal im Jahr 1968 auf den Brettern. Unter ihrem Mädchennamen Simet spielte die damals 20-Jährige die Sennerin bei einer Aufführung der Kolpingsfamilie zum 75. Geburtstag des Autors Joseph Maria Lutz. Und der Volksdichter saß damals vor 50 Jahren sogar selbst im Publikum. "Ich habe sogar noch ein Programmheft mit seinem Autogramm", erinnert sich Inge Stadler. Als Sennerin, die in dem Stück bekanntlich umkommt, hatte sie damals aber ein Problem: "Ich konnte nicht so greißlich plärren, wie ich sollte", erinnert sie sich. "Also hat Sigi Ostermeier vom Bühnenaufgang aus den Todesschrei für mich losgelassen." Bei der damaligen Inszenierung im Kolpinghaus unter Regie von Kaplan Dr. Lachenmayr, der zugleich den Petrus gab, standen auch andere bekannte Pfaffenhofener auf der Bühne: Neben Theaterspielkreis-Urgestein Anita Promberger, die damals mit gerade einmal 16 Jahren die Wirtin spielte, war auch der im vergangenen Jahr verstorbene Siegfried Ostermeier als von der Kritik gefeierter Boanlkramer zu sehen. Ihm zur Seite standen als Brandner Kaspar Vitus Müller sowie in weiteren Rollen Alois Herker, Herbert Ambrosch, Hermann Hufnagl, Betty Bucher, Herbert Payer, Werner Langenegger und viele andere.
 
Die Oma war vor genau 50 Jahren schon als Sennerin im gleichen Stück zu sehen ? hier mit Vitus Müller als Brandner Kaspar.
Die Oma war vor genau 50 Jahren schon als Sennerin im gleichen Stück zu sehen - hier mit Vitus Müller als Brandner Kaspar.
Gabi Hartmann, privat
Pfaffenhofen


20 Jahre später - inzwischen gab es den Theaterspielkreis - inszenierte Regisseur Erich Baumgärtner das Stück noch einmal im Haus der Begegnung. Auch diesmal war Inge Stadler, damals noch Hoiß, dabei - als Wirtin an der Seite von Sepp Kainz. Und auch in zweiter Generation stand die Familie auf den Brettern: Ihre Tochter Barbara schlüpfte damals als zehnjähriges Mädel in die Rolle eine Engerls. Die ältere Tochter Astrid war im Wechsel mit der Mama ebenfalls als Wirtin zu sehen.

Abermals 30 Jahre später übernimmt ab morgen die dritte Generation: Enkelin Johanna, fünf Jahre jung, ist bei der Freiluftinszenierung zum ersten Mal als Engerl dabei. Und sogar schon mit einer Sprechrolle. Und auch ihre Mama Barbara Hoiß ist wieder Teil der Besetzung, ebenfalls wieder als Engerl, allerdings als Statistin ohne Sprechrolle. Alle drei Generationen auf einer Bühne: "Das ist etwas ganz besonderes", sagt die 39-Jährige.

Und Tochter Barbara Hoiß war 1988 als kleines Mädl schon einmal Engerl in dem Lutz-Stück.
Und Tochter Barbara Hoiß war 1988 als kleines Mädl schon einmal Engerl in dem Lutz-Stück.
Gabi Hartmann, privat
Pfaffenhofen


Das macht natürlich auch Inge Stadler sehr stolz: "Ich habe meine Kinder immer zum Theaterspielen mitgenommen", erinnert sich die heute 70-Jährige. "Und so ist ihre Liebe zum Theater erwacht." Dass diesmal drei Generationen auf der Bühne vereint sind, freut sie natürlich narrisch: "Da geht einem als Oma natürlich das Herz auf."
 

THEATERSPIELKREIS IM PREMIERENFIEBER

 
Die Spannung steigt, Lampenfieber breitet sich aus: An diesem Samstagabend steht die Premiere von „Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“ auf dem Kalender. Die intensive Probezeit ist vorbei, die Wettervorhersagen sind  gut, und so sollte der großen Freilichtaufführung auf der Festspielbühne vor dem Haus der Begegnung nichts mehr im Wege stehen.   Hier noch einmal die wichtigsten Informationen im Überblick:
 
  • Autofahrer müssen an allen Aufführungsterminen mit Sperrungen und Behinderungen in der Innenstadt  rechnen: Jeweils von 19.40 bis 24 Uhr wird die Durchfahrt am Hauptplatz gesperrt. Außerdem sind dann die Scheyerer Straße ab der Auenstraße, der Kirchenvorplatz, der gesamte Obere Hauptplatz und der Hofberg für den Verkehr gesperrt.  In der Scheyerer Straße werden vier Behinderten-Parkplätze ausgewiesen. 
  • Die Premiere ist bereits ausverkauft. Für die acht weiteren Vorstellungen an den folgenden Wochenenden gibt es noch Karten.  Die Termine sind Freitag, 22. Juni, Samstag, 23. Juni, Samstag, 30. Juni, Sonntag, 1. Juli, Freitag, 6. Juli, Sonntag, 8. Juli, Freitag, 13. Juli, und Samstag, 14. Juli. Ausweichtermine bei schlechtem Wetter sind Freitag, 20. Juli, Samstag, 21. Juli, und Samstag, 28. Juli. Der Eintritt kostet je nach Platzkategorie 17, 22 oder 25 Euro (ermäßigt 13 Euro). Karten gibt es unter anderem in der Geschäftsstelle des Pfaffenhofener Kurier. 
  • Mit dem „Brandner Kaspar“ führt der Theaterspielkreis Pfaffenhofen gemeinsam mit drei professionellen Schauspielern das bekannteste Stück des Pfaffenhofener Schriftstellers Joseph Maria Lutz als Höhepunkt der Paradiesspiele 201 auf − in Kooperation mit der Stadt und in Zusammenarbeit mit dem aus Pfaffenhofen stammenden Regisseur Falco Blome.   Bühnenbildner ist der Lichtkünstler Markus Jordan. Die musikalische Gestaltung übernehmen Musiker der Stadtkapelle. Der Theaterspielkreis ist für die Besetzung der weiteren Rollen verantwortlich und leitet die komplette Produktion. Insgesamt sind rund 50 ehrenamtliche Mitglieder des Vereins auf und hinter der Bühne im Einsatz. 
 
Michael Kraus
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