Sonntag, 18. November 2018
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Verdächtiger mit mehreren hundert Euro auf der Flucht - Fahndung nach einem weißen BMW

Banküberfall: Polizei tippt auf Serientäter

Uttenhofen
erstellt am 08.11.2018 um 18:34 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Uttenhofen (PK) Mit vorgehaltener Pistole hat ein unbekannter Täter gestern kurz vor Mittag die Filiale der Volksbank-Raiffeisenbank Bayern-Mitte im Pfaffenhofener Ortsteil Uttenhofen überfallen. Er flüchtete mit mehreren hundert Euro Bargeld. Bei dem Überfall wurde niemand verletzt, die Angestellten kamen mit dem Schrecken davon. Die Polizei geht davon aus, dass ein Serientäter zugeschlagen hat.
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Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren: Polizisten sichern nach dem Banküberfall in Uttenhofen Spuren, befragen Angestellte und Anwohner. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem flüchtigen Bankräuber um einen Serientäter handelt.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren: Polizisten sichern nach dem Banküberfall in Uttenhofen Spuren, befragen Angestellte und Anwohner. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem flüchtigen Bankräuber um einen Serientäter handelt.
Straßer
Uttenhofen
Ein rot-weißes Absperrband ist vor der Bankfiliale in der Bahnstraße gespannt. Statt Bankkunden warten vor der Tür Polizisten, nach und nach treffen weitere Beamte ein. Uniformierte bringen ihre Kollegen per Funk auf den neuesten Stand, während Polizisten in Zivil die Angestellten und Anwohner befragen. Auch Bankvorstand Andreas Streb ist sofort an den Tatort geeilt. "Das ist auch für uns eine Ausnahmesituation", sagt er. Am wichtigsten sei, dass es den Kollegen gut gehe.

In dem kleinen Pfaffenhofener Ortsteil an der Staatsstraße Richtung Rohrbach sitzt der Schock tief: "Krass! Dass sowas in so einem Kaff passiert, ist unvorstellbar", sagt Margit Euskirchen, die kurz vor Mittag noch schnell Geld abheben wollte. "Glauben würde man es nicht", sagt eine andere Kundin.

Ersten Ermittlungen zufolge betrat der etwa 45-jährige Täter gegen 10.40 Uhr die Filiale in der Bahnstraße, bedrohte die Mitarbeiter mit einer Waffe und forderte Bargeld. Ein 31-jähriger Angestellter übergab ihm mehrere hundert Euro aus dem Tresor, die der Bankräuber in einer Tüte verstaute. Dann flüchtete der Täter mit einem vor der Bank abgestellten Pkw. Die Polizei fahndet jetzt nach einem weißen BMW mit dem Kennzeichen PAF-E 777. Der Täter ist etwa 45 Jahre alt, rund 1,85 bis 1,90 Meter groß, schlank, hatte einen Dreitagebart und trug zur Tatzeit einen grauen Rollkragenpullover und einen dunklen Kurzmantel. Beim Verlassen der Bank setzte er sich eine schwarze Wollmütze auf. Die sofort eingeleitete Nahbereichfahndung führte bis Redaktionsschluss nicht zum Erfolg. Auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz. Die weiteren Ermittlungen übernimmt die Ingolstädter Kriminalpolizei. Die Bilder der Überwachungskamera sind derzeit noch in Auswertung. Kunden waren zum Zeitpunkt des Überfalles nicht im Schalterraum.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem Bankräuber um einen Serientäter handelt, der seit Mai 2016 im Münchner Norden auf Beutezug ist. Bereits neun Überfälle sollen auf sein Konto gehen. Alle Taten eint, dass sie bevorzugt in abgelegenen Dörfern verübt worden sind. Dorthin ist die Polizei länger unterwegs, und es bleibt mehr Zeit, unerkannt zu flüchten. Der Unbekannte soll unter anderem Banken in München-Allach, Wiedenzhausen, Pfaffenhofen an der Glonn (Kreis Dachau), Hattenhofen (Kreis Fürstenfeldbruck), Fahrenzhausen, Kranzberg, Kirchdorf und Rudelzhausen (alle Kreis Freising) ausgeraubt haben. Bei den meisten Taten nutzte er das Kennzeichen PAF-E 777. Auf die Ergreifung des Serientäters ist eine Belohnung von 13000 Euro ausgesetzt. Auch in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ungelöst..." fahndete die Polizei schon nach dem Täter. Sollten die weiteren Ermittlungen ergeben, dass es sich tatsächlich um denselben Mann handelt, könnte die Belohnung laut Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer noch steigen. Hinweise nimmt die Kripo Ingolstadt unter der Telefonnummer (0841) 93430 entgegen.

Anwohner und Bankkunden sind geschockt. "Ich bin mit meiner Enkelin rübergegangen, weil ich mir den Mondkalender abholen wollte", berichtet eine 65-Jährige. Sie wohnt im Haus gegenüber. Als sie dann vor verschlossener Tür stand, hat sie sich nicht besonders gewundert - die Tür könnte ja klemmen. Sie machte kehrt und ging wieder nach Hause. Etwas Auffälliges hätte sie nicht gesehen, berichtet sie. Andere neugierige Anwohner stehen auf den Terrassen ihrer Wohnhäuser und wollen wissen, was passiert ist.

Nur das Rentnerpärchen, das an diesem Vormittag zum Einkaufen gefahren ist, glaubt etwas Verdächtiges gesehen zu haben: "Erst fuhr ein weißer BMW an der Filiale vorbei. Als wir dann losgefahren sind, war das Auto vor der Bank geparkt", sagt die Zeugin. Mehr habe sie nicht gesehen. Es sei ihr bloß "irgendwie aufgefallen".

Tina Blum, Severin Straßer
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