Donnerstag, 19. Juli 2018
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Praktikum bei Gevatter Tod mit dem Schyren-Theater: "Mort" ist noch an zwei Abenden zu sehen

Abgedrehte Fantasy-Welt

Pfaffenhofen
erstellt am 15.04.2018 um 13:25 Uhr
aktualisiert am 19.04.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Ein packendes Stück hat das Schyren-Theater mit "Mort" einstudiert. Auf die geglückte Premiere folgen noch zwei Vorstellung in der Gymnasiumsaula. Am Freitag und am Samstag können die Besucher das Stück von Terry Prachett noch miterleben.
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Düsteres Bühnenbild: Die Tochter (Katharina Westermeier, links) des Todes (Jaana Kretzschmar, rechts) verbindet ein geheimes Schicksal mit dessen tollpatschigem Gehilfen Mort (Maria Brock, Mitte).
Düsteres Bühnenbild: Die Tochter (Katharina Westermeier, links) des Todes (Jaana Kretzschmar, rechts) verbindet ein geheimes Schicksal mit dessen tollpatschigem Gehilfen Mort (Maria Brock, Mitte).
Scheerer
Pfaffenhofen
Wie soll jemand wie Mortimer, kurz Mort (Maria Brock), bloß eine Lehrstelle finden? Zum Glück kreuzt kurz vor Torschluss der Jobmesse der grimme Schnitter (Jaana Kretzschmar) auf - auf der Suche nach einem tüchtigen Gehilfen. Mit Papas Einverständnis wird der Bub in die tieferen Geheimnisse von Raum und Zeit eingeweiht und darf hinter die Kulissen des allwaltenden Schicksals blicken. Er darf bei der Ermordung eines echten Herrschers assistieren und später als Vertretung des Meisters selbst ein paar kuriose Sterbefälle betreuen. Nun, und da unterläuft es Mort, dass er selbst ins Räderwerk der Vorsehung eingreift: Prinzessin Keli (eindrucksvoll verkörpert von Tabea Kretzschmar) findet sich in einem wenig erfreulichen Zwischenzustand wieder - laut Plan des Schicksals tot, durch Irrtum Morts aber davongekommen. Und wie diesen Schlamassel jetzt klären, zumal dadurch die große Weltgeschichte umgeschrieben wurde?

Hier wird es dann eine Zeitlang durchaus ein bisschen unübersichtlich. Die Inszenierung wird vorübergehend ein wenig hektisch, die Bühne recht häufig umgebaut. Zum Beispiel entpuppt sich Freund Heins Küchenmeister als 2000 Jahre alte Zauberkoryphäe - hier heißt es, sich einfach mal ordentlich zurücklehnen und in dem surrealen Trubel die fantasievollen Perücken genießen.

Die 19 Darstellerinnen des Schyren-Theaters unter der Leitung von Ruth Knoll haben mit Terry Prachetts "Mort" ein kurzweiliges und philosophisches Spektakel auf die Bretter gezaubert - und dabei viel Szenenapplaus geerntet. Ihrer Premiere am Freitag wäre etwas mehr Publikum zu wünschen gewesen. Aber es gibt ja noch zweimal die Chance, in Pratchetts abgedrehte Fantasy-Welt einzutauchen: "Mort" wird an diesem Freitag und Samstag jeweils ab19 Uhr in der Aula des Schyren-Gymnasiums gespielt. Der Eintritt ist frei.
Roland Scheerer
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