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Im Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg löst die geplante A400M-Stationierung in Lechfeld Begeisterung aus

"Das wäre für uns hervorragend"

Neuburg
erstellt am 02.01.2019 um 18:13 Uhr
aktualisiert am 06.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Die geplante Stationierung von A400M-Transportflugzeugen im schwäbischen Lechfeld löst auch in Neuburg Euphorie aus.
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Ein Eurofighter aus Neuburg: Das Taktische Luftwaffengeschwader 74 ist seit Jahren für den Flugplatz Lechfeld zuständig. Nun sollen dort Transportmaschinen des Typs A400M stationiert werden.
Ein Eurofighter aus Neuburg: Das Taktische Luftwaffengeschwader 74 ist seit Jahren für den Flugplatz Lechfeld zuständig. Nun sollen dort Transportmaschinen des Typs A400M stationiert werden.
Schmitt/Janda
Neuburg
Das dort stationierte Taktische Luftwaffengeschwader 74 ist seit Jahren für den dortigen Flugplatz zuständig. "Das wäre für uns hervorragend", sagt der stellvertretende Kommodore Siegfried Beck nach der gestrigen Ankündigung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Die CDU-Politikerin war dazu ins niedersächsische Wunstorf gereist, dem bislang einzigen Standort von A400M-Maschinen. Das soll sich voraussichtlich in einigen Jahren ändern, wenn ein Teil der wachsenden Transportflotte der Luftwaffe auf dem Flugplatz südlich von Augsburg stationiert ist. Was genau das für das Neuburger Geschwader bedeutet, ist Beck zufolge allerdings noch unklar. Dazu zählt auch die Frage, ob der Verband weiterhin für den Flugplatz auf dem Lechfeld zuständig bleiben wird.

Seit April 2013 liegt das Areal in der Verantwortung des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 - kurz vor Auflösung des dort beheimateten Jagdbombergeschwaders 32. Eine Folge war damals die Aufstellung einer sogenannten Flugplatzstaffel, die sich seitdem mit rund 60 Soldaten um das Militärgelände kümmert und direkt dem Neuburger Kommodore unterstellt ist. 2014 und 2015 war der Verband sogar zeitweise komplett auf dem Lechfeld stationiert, weil in der Heimat die Start- und Landebahn saniert wurde.



Ob das eine Geschwader weiterhin zwei Stützpunkte haben wird, dürfte sich Beck zufolge bald klären. Spätestens, wenn auch feststeht, ob auf dem Lechfeld ein eigenes Geschwader entsteht oder ob der dortige A400M-Standort dem Wunstorfer Lufttransportgeschwader 62 unterstellt wird. Beck geht davon aus, dass damit auch die Neuburger Flugplatzstaffel in Schwaben den Verband wechseln wird.

Dennoch sieht er die Entscheidung aus dem Verteidigungsministerium positiv. "Denn für uns fällt der Standort als Flugplatz dadurch ja nicht weg", sagt der erfahrene Pilot. Beck geht davon aus, dass nie alle der geplanten Transportflugzeuge gleichzeitig auf dem Gelände sein werden, so dass es nach wie vor Kapazitäten für die Neuburger Eurofighter geben werde - vor allem als Ausweichplatz, so wie bisher auch schon. Damit rechnet auch der Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl (CSU). Darüber hinaus erinnert Beck an die geplanten Investitionen, die mit der Stationierung der auch im Ausland eingesetzten Maschinen nötig werden. "Davon würden wir profitieren", sagt er.

Dass die Wahl in Bonn ausgerechnet auf das Lechfeld gefallen ist, kann der stellvertretende Kommodore obendrein gut nachvollziehen. "Infrastrukturell ist der Platz dort sehr gut", sagt er und betont, vom gestern verkündeten Beschluss "sehr positiv überrascht" gewesen zu sein. Auf dem Flugplatz, der sich am östlichen Rand des Landkreises Augsburg befindet, gibt es Beck zufolge genügend Fläche für mehrere Verbände. "Zum Teil waren dort schon drei Geschwader gleichzeitig", weiß er.

Der stellvertretende Kommodore, der noch einige Wochen lang den im Auslandseinsatz weilenden Oberst Thomas Früh an der Spitze der Neuburger Truppe vertritt, wartet nun gespannt auf die offizielle Mitteilung aus dem Ministerium. "Alles andere wäre nur Glaskugellesen", sagt er. Gleichzeitig beschäftigt ihn derzeit die Rückkehr seiner Soldaten aus dem Baltikum. Wie berichtet, übergibt das Taktische Luftwaffengeschwader 74 nach vier Monaten Beteiligung an einer Nato-Mission in den nächsten Tagen die Alarmrotte im estnischen Ämari an den Schwesterverband aus dem niedersächsischen Wittmund. Bereits im Laufe des heutigen Tages soll der Großteil der Soldaten nach Deutschland zurückkehren. Siehe auch Seite 5.
Stefan Janda
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