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Sozialdemokraten aus dem Landkreis finden deutliche Worte für die künftige Parteispitze

Scharfe Töne von der Basis

Weichering
erstellt am 15.02.2018 um 18:52 Uhr
aktualisiert am 19.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Weichering (DK) Die Sozialdemokraten aus dem Landkreis haben bei ihrem politischen Aschermittwoch in Weichering nicht nur Kritik an der Union geübt. Auch die eigene Parteispitze bekam dabei eine schallende Ohrfeige - allen voran die designierte SPD-Vorsitzende Andrea Nahles.
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Weichering: Scharfe Töne von der Basis
Kämpferisch: Heinz Schafferhans. - Foto: Janda
Weichering

Der Ton bei den Sozialdemokraten wird rauer. Das gilt nicht allein für die Politbühne im fernen Berlin. Auch auf Kreisebene weht mitunter ein scharfer Wind - vor allem in Richtung der SPD-Spitze, wie sich bei der Veranstaltung am Mittwochabend zeigte. "Wir haben eine Parteiführung, die augenscheinlich Schwierigkeiten damit hat, die Signale von der Basis zu erkennen", konstatierte Werner Widuckel, der zugab, schon bessere Tage in seinen 43 Jahren bei der SPD erlebt zu haben. Umso verwunderlicher ist dieser Zustand aus Sicht des Kreisvorsitzenden aus Karlskron, weil sich das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen doch sehen lassen könne. "Damit kann man sozialdemokratische Politik machen", betonte auch Bezirkstagskandidat Heinz Schafferhans.

Widuckels Ärger richtete sich vor allem gegen die designierte Parteivorsitzende Andrea Nahles, der er attestierte, sich zuletzt doch gewaltig im Ton vergriffen zu haben. Dass sie Kritiker der Koalitionsverhandlungen abkanzelte und deren Argumente als Blödsinn hinstellte, wurmte Widuckel sichtlich. "Denn zum SPD-Vorsitz gehört eine Ausübung des Amtes mit Würde", erklärte er unter dem Jubel der rund 70 Besucher und betonte, dass es auch zum guten Ton gehöre, dass "der politische Gegner keins in die Fresse bekommt". Denn genau das hatte Nahles nach der Bundestagswahl angekündigt.

Trotz des Ärgers über die eigene Parteispitze sind sich Widuckel und Co. der politischen Verantwortung auf Bundesebene bewusst. "Das Land muss regiert werden, das ist unsere Verantwortung", ging der Kreischef auf den Mitgliederentscheid der SPD ein und gab offen zu, dass er selbst noch etwas zwiegespalten ist. "Denn ich hätte mir eine grundlegendere Veränderung gewünscht." Als "lebendige Basisdemokratie" wertete Schafferhans das Votum der Genossen und ätzte: "Das würden sich die Schwarzen nicht trauen." Er selbst würde allerdings eine Minderheitsregierung bevorzugen, erklärte der Neuburger. "Mein Herz sagt Opposition, mein Kopf sagt Groko."

Eine klare Empfehlung in dieser Frage gab es auch von Andreas Fischer nicht. Der Landtagskandidat der SPD Neuburg-Schrobenhausen forderte aber, sich der laufenden Debatte zu stellen. "Wir sind eine Mitmachpartei; stillhalten schadet nur der Demokratie", so Fischers kämpferischer Aufruf. Und: "Wir stehen für eine bürgernahe Politik, raus aus den Hinterzimmern."

Von Stefan Janda
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