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Bei der SPD in Weichering verteidigt Landtagskandidat Andreas Fischer das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen

"Es ist Zeit für einen Wandel in der Politik"

Weichering
erstellt am 14.02.2018 um 22:28 Uhr
aktualisiert am 18.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Weichering (DK) Als Sozialdemokrat hat man es in Deutschland dieser Tage nicht gerade leicht. Das mussten gestern Abend auch die Redner beim politischen Aschermittwoch des SPD-Kreisverbands Neuburg-Schrobenhausen in Weichering zugeben.
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Weichering: "Es ist Zeit für einen Wandel in der Politik"
Kämpferischer Kandidat, schwungvolle Rhythmen: Andreas Fischer, der für die SPD in den Landtag will, unterhielt die Besucher beim politischen Aschermittwoch in Weichering ebenso wie das Orchester Cassablanka. - Fotos: Janda
Weichering

Entmutigen lassen sich Landtagskandidat Andreas Fischer, Bezirkstagsbewerber Heinz Schafferhans und der Kreisvorsitzende Werner Widuckel von den Entwicklungen auf Bundesebene aber nicht. Ganz im Gegenteil.

Alle drei stellten vor rund 70 Genossen den Ausgang der Koalitionsverhandlungen in den Vordergrund. Denn die fallen aus ihrer Sicht für die SPD alles andere als schlecht aus. "Die Verhandler haben ein gutes Ergebnis erzielt", betonte Andreas Fischer, der nicht weiter auf den Abgang von Martin Schulz eingehen wollte. Der Neuburger erinnerte vor allem an die Ergebnisse in den Bereichen Bildung, Pflege und Ausbildung, in denen massive Investitionen geplant sind. "Und diesmal lassen wir es uns nicht gefallen, wenn die Union das blockieren will", erklärte Fischer, der im frühen Wahlkampf noch eher die ruhigeren Töne anschlägt. Dass seine SPD nach den gescheiterten Jamaika-Sondierungen "den Karren aus dem Dreck" ziehen und Verantwortung in Berlin übernehmen soll, ärgerte den Kandidaten. Beliebt ist eine Große Koalition bei seinen Parteikollegen wahrlich nicht, das musste auch er zugeben. Dennoch appellierte er an die Genossen, vor dem anstehenden Mitgliederentscheid endlich wieder Ruhe einkehren zu lassen - ein Wunsch, den Schafferhans und Widuckel teilten.

An Kritik am künftigen Koalitionspartner sparte das Trio unterdessen nicht. Die Asylpolitik der bayerischen Staatsregierung wertete Fischer als komplette Verfehlung. Dass der designierte Ministerpräsident Markus Söder nach dem Verkauf von 33 000 Sozialwohnungen durch die Landesbank im Jahr 2013 nun plötzlich eine staatliche Wohnbaugesellschaft gründen will: in seinen Augen blanker Hohn. "Das ist, als würde ein Brandstifter plötzlich Feuerwehrkommandant werden wollen", erklärte er unter dem begeisterten Applaus der Zuhörer.

Einen eher unschmeichelhaften Gruß schickte der Landtagskandidat noch in Richtung Karlshuld, wo gleichzeitig Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf von der CSU auftrat. "Ich bin gespannt, wie sie das Aus für den dritten Nationalpark begründet", meinte er und bescheinigte den Christsozialen, mit dem Projekt "auch mal etwas Gutes angestoßen" zu haben. Doch nun herrsche auch in diesem Bereich Stillstand - so wie beinahe überall in der CSU. Genau darin sieht Fischer nun die große Chance seiner Partei, die immerhin vor rund einem Jahr in Umfragen noch gleichauf mit der Union war. "Das zeigt, dass die Leute ein Bedürfnis nach einer starken Sozialdemokratie haben", sagte Fischer und forderte: "Es ist Zeit für einen Wandel in der Politik."

Von Stefan Janda
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