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Weinlese am Jurahang - Winzer Josef Tremml sieht hohe Qualität - Kelterhaus

Spitzenjahrgang aus Laisacker

Neuburg
erstellt am 12.09.2018 um 19:02 Uhr
aktualisiert am 16.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) An Rhein und Mosel ernten die Winzer jetzt die Riesling-Trauben, und die Experten sprechen schon von einem exzellenten Jahrgang 2018. Diese Qualität erhofft sich auch der Neuburger Winzer Josef Tremml. Die Weinlese seiner neuen Reben auf der Anhöhe in Laisacker ist schon mal bestens ausgefallen.
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Die Qualität der Reben stimmt: Thomas (l.) und Josef Tremml zeigen ihre allererste Ernte am neuen Weinberg in Neuburg-Nord.r
Rein
Neuburg
"Prächtige Trauben mit hoher Reife" füllen die Erntewannen. Die Sondersorte "Solaris" bringt es gar auf 130 Öchsle. Zusammen mit Sohn Thomas und Helfer Jürgen Schrul bringt der Neuburger Winzer die Ernte an einem Tag unter Dach und Fach. Neben der Anlage im Eulatal mit Blick auf Donau und Altstadt gilt das Augenmerk dem Anbau in Laisacker.

2016 mit einer "Taufe" durch Oberbürgermeister Bernhard Gmehling gestartet, beweist der neue Weinberg seine Tauglichkeit. In elf Reihen mit 600 Rebstöcken, bestens gepflegt, sprießen Sorten wie Müller-Thurgau, Regent, Bronner, Muskaris und Sauvignon-Blanc. Die Trauben des "Cabernet Cortis" fallen besonders prall aus.

Der Supersommer hat das Wachstum gefördert, aber sein Qualitätsurteil fällt der Winzer noch nicht. "Wichtig sind die Extrakte, die der Rebstock aus dem Boden geholt hat", weiß Josef Tremml. Zusammen mit Sonne und Licht, Zuckergehalt und Säure, geben sie dem Wein sein spezifisches Aroma. Nachdem bisher jeder Neuburger Jahrgangswein gut angekommen ist, besteht kein Zweifel daran, dass Josef Tremmel 2019 einen feinen Tropfen verkaufen kann. Er wird aus rechtlichen Gründen keinen Ortsnamen erhalten, sondern als "gemischter Satz" angeboten. Der Winzer macht also einen einzigen Wein aus seiner Lese - nicht ohne den Fortschritt der einzelnen Sorten vor dem Keltern zu dokumentieren.

Die Kelterei bleibt ohnehin eine mühsame Angelegenheit. Die Familie Tremml muss die doppelte Ernte im Keller ihres Einfamilienhauses verarbeiten, bis der Wein mit Hefe in Fässern angesetzt werden kann. Eine kleine Hütte am Fuße des Weinberges haben Bauamt und OB nach langem Hin und Her genehmigt. "Aber ein kleines Kelterhaus mit Stromanschluss, das wäre ideal zur Verarbeitung", so Thomas Tremml.

Den Traum von einem größeren Winzerhaus am Jurahang hat die Familie aufgegeben. Nicht aber den Wunsch nach Ausweitung der Anbauflächen: "Der Hang bietet sich an, und es wäre ein kräftiger Schub für den Neuburger Weinbau." Seit 25 Jahren müht sich Josef Tremml um eine Revitalisierung des Neuburger Weines, der bis ins 18. Jahrhundert hinein auf den Donauhängen gewonnen worden ist. Das wäre auch ein Thema für den Fremdenverkehr, aber wenn es nicht die Stadtpolitik war, dann haben stets die Naturschutzbehörden die Winzerei ausgebremst.

Bundesweit wird heuer mit einer überdurchschnittlichen Weinlese hoher Qualität gerechnet. Die warmen Septembertage mit kühlen Nächten seien ideal, um das Aroma auszuprägen. In Franken erhoffen sich die Winzer nach dem warmen Frühjahr und dem heißen Sommer einen Spitzenjahrgang. Dort befinden sich - neben kleineren Lagen in Regensburg und am Bodensee - die 6300 Hektar des Weinanbaus in Bayern. Bundesweit bauen die Winzer in 13 Gebieten auf etwa 100000 Hektar Wein an - vor allem Weißwein.
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