Montag, 24. September 2018
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Kindergarten St. Peter nimmt Betrieb auf - mit Meditationsraum und mehr Bezug zur Natur

Schuhe sind tabu

Neuburg
erstellt am 10.09.2018 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Wo vor nicht allzu langer Zeit noch Bauarbeiter am Werk waren, flitzen seit ein paar Tagen 88 Kinder durch die Gänge: Der neue Kindergarten St. Peter im Schwalbanger hat den Betrieb aufgenommen - eine Einrichtung, die sowohl für die Stadt Neuburg als auch für die Pfarreiengemeinschaft ein gelungenes Projekt ist.
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Bevor es durch die Eingangstür des neuen Kindergartens in eine große Aula geht, fällt der erste Blick sofort auf eine Tafel, auf der handschriftlich schon die erste Hausregel zu lesen ist: "Liebe Mamas, liebe Papas, Straßenschuhe, das ist klar, sind für Straßen wunderbar! In den Kindergarten, oh nein, da gehören sie nicht hinein!" - eine Premiere in Neuburgs Kindergartenlandschaft und auch ein zentraler Grundgedanke hinter der Einrichtung: "Wir sind wie eine große Familie, die durch die Tür kommt und sich sofort wie zu Hause fühlt", sagt Leiterin Katharina Fröhlich. "Es ist alles sehr familienorientiert." - ein Konzept, das sich auch in der Architektur widerspiegelt.

 
Kretzmann
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So gibt es insgesamt fünf Gruppenräume mit eigenem Küchen- und Sanitärbereich, die, neben der Aula, die gleichzeitig auch als Mehrzweckraum dient, um einen kleinen Innenhof herum gebaut sind. "Jedes Haus hat seine eigene Farbe, was es auch für die Kinder einfacher macht, sich zu orientieren", sagt Georg Gabriel, Verwaltungsleiter der Neuburger Pfarreiengemeinschaft St. Peter und Heilig Geist. Auch jede Garderobe ist farblich angepasst - wobei eine ein echtes Unikat ist. An fünf Rondellen, für jede Gruppe eines, hängen Kapuzenmäntel, Regenjacken und Gummistiefel. Mit Hilfe einer Art Flaschenzug können die Halterungen nach oben gekurbelt werden, "damit es keine Matschspuren auf dem Boden gibt", erklärt Fröhlich das Werk des Schreiners. Insgesamt 88 Kinder flitzen durch die Gänge, "zwischen 16 und 20 Prozent davon haben einen Migrationshintergrund", so die Leiterin.
 
Kretzmann
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Für Stadtpfarrer Herbert Kohler ist der neue Kindergarten eine "Win-win-win-Situation". Zum einen habe die Stadt Neuburg den wachsenden Bedarf an Plätzen mit dieser Einrichtung wieder um ein großes Stück abgedeckt. Zum anderen habe sich die Kirche eine umfassende Sanierung des alten Kindergartens mit einer rund siebenstelligen Investitionssumme gespart. "Mit einem Alter von gut 20 Jahren konnten viele Auflagen einfach nicht mehr erfüllt werden", sagt Kohler. Und schließlich seien überwiegend Kinder aus dem Umkreis in der Einrichtung - vom Schwalbanger über das Römerfeld bis Feldkirchen. "Ich habe es auch noch nie erlebt, dass von den Sondierungen über Beschlüsse, Ausschreibungen und Planungen bis hin zum Bau alles so wunderbar gelaufen ist", betont der Stadtpfarrer. Es sei ein wunderschönes Gebäude mit einer tollen Struktur und vielen neuen Möglichkeiten für die Kinder entstanden. Auch Leiterin Fröhlich ist glücklich über den fertigen Bau, "besonders weil unser vorgeschlagenes Konzept auch so verwirklicht wurde".

"Wir haben ein Haus für Kinder geschaffen, das zukunftsfähig ist", sagt Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Es sei ein heller und bunter Ort, an dem man sich sofort wohlfühle. Zudem sei es durch den kirchlichen Träger mit "gutem Geist in christlichem Sinne erfüllt". Und der OB hatte auch noch eine kleine Überraschung seitens der Stadt Neuburg für die Kinder dabei: einen ganzen Briefumschlag voll mit Eisgutscheinen.
Viel Platz zum Spielen hat der Nachwuchs in den großen und hellen Räumen im neuen Kindergarten St. Peter. Wenn im Außenbereich die letzten Feinheiten erledigt sind, bieten Baumstämme, Steine und ein Sandkasten einen großen Spielplatz zum Toben. Neben einem Meditationsraum gibt es auch eine spezielle Garderobe für nasse Regenkleidung ? von der besonders Stadtpfarrer Herbert Kohler begeistert ist.
Viel Platz zum Spielen hat der Nachwuchs in den großen und hellen Räumen im neuen Kindergarten St. Peter. Wenn im Außenbereich die letzten Feinheiten erledigt sind, bieten Baumstämme, Steine und ein Sandkasten einen großen Spielplatz zum Toben. Neben einem Meditationsraum gibt es auch eine spezielle Garderobe für nasse Regenkleidung - von der besonders Stadtpfarrer Herbert Kohler begeistert ist.
Kretzmann
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Rund 3,2 Millionen Euro hat der Neubau des Kindergartens gekostet, 200000 Euro davon stammen von der Kirche sowie ein weiterer Teil von der Kirchenstiftung, rund zwei Millionen Euro Zuschuss gab es vom Freistaat Bayern. "Es war eine unkomplizierte und fruchtbare Zusammenarbeit", sagt Kindergartenreferent Matthias Enghuber (CSU). Insgesamt gebe es nun 1008 Kindergartenplätze in Neuburg und die Schallmauer sei geknackt, schließlich sei der Platz für den Nachwuchs das "wichtigste Kriterium einer Stadt".

Neben den fünf Räumen sowie der Aula gibt es noch einen ganz besonderen Bereich für die Kleinen. In einem in blauer Farbe gestrichenen Meditationsraum sollen die Kinder zur Ruhe kommen, sich besinnen und kurz den Alltag vergessen, "ein separater Bereich, in den sie sich zurückziehen können und Stille erleben", sagt Leiterin Fröhlich. Vom Meditationsraum geht es auch in den Innenhof, der später mit hochgewachsenen, grünen Pflanzen und Sitzgelegenheiten aus Stein ebenfalls als kleine Ruheoase dienen soll.
 
Kretzmann
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Bis zur offiziellen Einweihung am 9. November - bei welcher der Kindergarten dann auf den Namen "Kinderhaus St. Peter" getauft wird - stehen noch ein paar Kleinarbeiten an. So fehlen im Außenbereich noch das Sonnensegel für den großen Sandkasten oder ein paar Blumen, die einen etwas anderen Spielplatz umrahmen: "Es wird keine Rutschen und Schaukeln geben", sagt Fröhlich, "sondern Baumstämme und Steine, auf denen die Kinder herumklettern und noch mehr ihre Fantasie ausleben sollen" - ein weiteres Konzept, das den Kindergarten ausmacht: mehr Bezug zur Natur, wozu auch Ausflüge in den Wald gehören.
 

Mehr Krippenplätze


Das Rote Kreuz erweitert sein Krippenangebot in der Neuburger Tagesstätte Entdeckerwelt. 
Freude über den ?Igelbau?: BRK-Geschäftsführer Robert Augustin (v.l.), Kindergartenleiterin Sandy Gomez, OB Bernhard Gmehling, Gruppenleiterin Stephanie Müller und Katja Vogt.
Freude über den "Igelbau": BRK-Geschäftsführer Robert Augustin (v.l.), Kindergartenleiterin Sandy Gomez, OB Bernhard Gmehling, Gruppenleiterin Stephanie Müller und Katja Vogt.
Janda
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Sieben Plätze sind in der Gruppe "Igelbau" entstanden - und zwar speziell für Eltern, die eine kürzere Betreuungszeit wünschen.

Möglich ist diese Erweiterung durch die Fusion von Kindergarten und Kinderkrippe im Ostend. Diese war nach dem Umzug der städtischen Tagesstätte Sonnenhügel auf den Donauwörther Berg erfolgt, seitdem sind beide Einrichtungen unter dem Dach des BRK. "Dadurch gab es hier plötzlich Synergieeffekte", freut sich BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Augustin, der damit konkret einen Mehrzweckraum meint. Da dieser sich in den vergangenen Wochen als eher ungenutzter Platz herausstellte, entwickelten Leiterin Sandy Gomez und ihr Team die Idee für eine weitere Gruppe. "Eine ganz hervorragende Lösung", meint Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, der auch Kreisvorsitzender des BRK ist. Mit dem neuen Angebot gibt es in der Stadt damit 172 Krippenplätze. Die Nachfrage sei aber nach wie vor groß, so der Rathauschef.

Der Umbau hat rund 20000 Euro gekostet. Gleichzeitig sind zwei neue Arbeitsplätze entstanden. Katja Vogt, die im Vorjahr noch als Praktikantin in der Entdeckerwelt tätig war, ist nun als Kinderpflegerin zurück. Die Leitung der neuen Krippengruppe, die den Namen "Igelbau" trägt, übernimmt Stephanie Müller.
Katrin Kretzmann
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