Montag, 18. Juni 2018
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Vorarbeiten in der Marienkirche in Längloh sind abgeschlossen - Sanierung soll aber erst im September beginnen

Rücksicht auf Fledermäuse

Längloh
erstellt am 13.06.2018 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Längloh (tl) In der Kirche St. Maria im 40-Seelen-Ort Längloh bröckelt es schon lange.
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Verstärkt durch Holzbalken halten die Mauern dem Druck, der durch das Ziegeldach auf sie ausgeübt wird, stand. Im Herbst soll die Sanierung dann beginnen.
Verstärkt durch Holzbalken halten die Mauern dem Druck, der durch das Ziegeldach auf sie ausgeübt wird, stand. Im Herbst soll die Sanierung dann beginnen.
Janda/DK-Archiv
Längloh
Eine 650000 Euro teure Sanierung soll das Gotteshaus wieder in Schuss bringen. Dieser ist die Pfarrgemeinde jetzt wieder einen Schritt näher. "Die Vorarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen", sagt Kirchenpfleger Johannes Manhart. Die Arbeiten werden allerdings erst im September beginnen. Der Grund: Zurzeit nisten wieder Fledermäuse in der Kirche.

Bei einer Besichtigung der Kirche im vergangenen Jahr hatte Siegfried Geißler, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis, auf die nachtaktiven Säugetiere hingewiesen. "Die Zeit, in der die Tiere ihren Nachwuchs großziehen, sollte man ihnen schon geben", sagt Manhart. Die dauere in der Regel bis etwa Mitte Juli. So sind die Tiere längst wieder weg, wenn dann im September angefangen wird, die Gerüste für die Sanierung aufzubauen.

Zuvor gab es eine Vielzahl an Genehmigungen einzuholen. "Die Standsicherheit der Kirche etwa musste überprüft werden, alles muss statisch gesichert sein, es waren wirklich sehr umfangreiche Untersuchungen", erzählt Manhart. In einer dendroökologischen Untersuchung wurden sogar Balken in der Kirche angebohrt, um deren Zustand und Alter herauszufinden. Und das überraschte den Kirchenpfleger dann schon. "Es stellte sich heraus, dass sie aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammen, also schon gut 700 Jahre alt sind. "

Schon im vergangenen Jahr hatten Voruntersuchungen für die Sanierung neue Erkenntnisse über die Baugeschichte der Kirche zu tage gefördert. So ist laut den Fachleuten die Sakristei der älteste Teil der Kirche, möglicherweise existierte er schon 1214. In diesem Jahr wurde das Gotteshaus zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Manhart ging bis dahin davon aus, dass der Chor am ältesten ist. Dieser hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Die Form die er heute hat, gibt es erst seit dem Jahr 1471, später wurde er dann nochmal etwas verkleinert.

Für die Katholiken ist die Kirche durchaus von Bedeutung. Lange Zeit war Längloh ein stark frequentierter Marienwallfahrtsort. Spuren finden sich einige in der Kirche. Dass er sich so gut behaupten konnte, liegt auch daran, weil der Ort nie zum Fürstentum Pfalz-Neuburg gehörte. Dort führte der Wittelsbacher Ottheinrich im Jahr 1557 die Reformation nach lutherischer Richtung ein.

Wie lange die Arbeiten dann am Ende dauern werden, sei schwierig abzuschätzen. "Ich gehe davon aus, dass es gut ein Jahr dauern kann. Das lässt sich aber schwer voraussagen", so Manhart. Schließlich ziehen sich die Bauarbeiten über den Winter und solche Vorhaben seien auch stark wetterabhängig.

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