Dienstag, 11. Dezember 2018
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Vorbereitungen für Festspiel "Susanna" in Rennertshofen laufen - Noch immer Statisten gesucht

"Rasier- und Haarschneideverbot"

Rennertshofen
erstellt am 07.12.2018 um 18:21 Uhr
aktualisiert am 07.12.2018 um 20:44 Uhr | x gelesen
Rennertshofen (DK) Vor 14 Jahren waren Leben und Leid der Susanna Jakobäa Krafftin zum vorerst letzten Mal auf der Freilichtbühne in Rennertshofen zu sehen. Mittlerweile laufen aber die Vorbereitungen für die Neuauflage 2019 auf Hochtouren. Die meisten Rollen sind besetzt, die Tribüne ist gebucht und die ersten Proben haben begonnen.
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Wird nicht von der Pest verschont: Titelheldin Susanna (hier 2004 gespielt von Sarah Schlamp). Mit ihr auf der Bühne standen auch Schlamps Vater Alfred Bircks (links) sowie dessen vor Kurzem gestorbener Bruder Peter Bircks (rechts).
Wird nicht von der Pest verschont: Titelheldin Susanna (hier 2004 gespielt von Sarah Schlamp). Mit ihr auf der Bühne standen auch Schlamps Vater Alfred Bircks (links) sowie dessen vor Kurzem gestorbener Bruder Peter Bircks (rechts).
Rein/Archiv
Rennertshofen
Schauplatz ist der 30-jährige Krieg. Die junge Susanna, ältere Tochter des Kannwirts, öffnet aus Liebe zu einem schwedischen Obristen und aus dem Wunsch, ihren Heimatort zu schützen, dem feindlichen Schwedenheer das Tor. Kurz zuvor hatte sie ihm das Leben gerettet und von ihm als Dank einen Schutzbrief für ihren Heimatort erhalten. Doch damit kommt der Tod nach Rennertshofen, denn die Schweden bringen die Pest mit. Aus Schuldgefühlen pflegt sie die Sterbenskranken, um schließlich selbst Opfer der Seuche zu werden.

Vor 70 Jahren, 1948, wurde das Stück um die fiktive Protagonistin uraufgeführt, vier Stunden hatte es damals gedauert. 1999 folgte eine kürzere, aber technisch aufwendigere Version, die 2001 und 2004 fortgesetzt wurde. Im Frühjahr war eine Neuauflage dann wieder Thema. Nach der Fusion des Rennertshofener Festspielvereins mit dem Historischen Verein blühte die Idee einer Neuauflage von "Susanna" wieder auf. Im Frühjahr wurde auch ein eigener Arbeitskreis für das Stück gegründet und so entschied man schließlich, das Freilichtspektakel an sieben Terminen kommenden Juli und August erneut auf die Bühne zu bringen - und die Vorbereitungen laufen bereits.

"Die meisten Aufgaben sind verteilt", sagt Alexander Blei, der Teil des Arbeitskreises ist, sich selbst als "Mädchen für alles" hinsichtlich der Organisation beschreibt und auch diesmal wieder eine Rolle übernimmt, "die des Schlossherrn". Das Freilichtspiel ist ein Mammutprojekt, dementsprechend aufwendig seien die Vorbereitungen. An erster Stelle stehe dabei unter anderem das Casting der Schauspieler, für die Gundolf Hunner, der sich sofort wieder bereit erklärt hat, die Regie zu übernehmen, verantwortlich ist. "Die wichtigsten Rollen sind bereits besetzt", sagt Blei. So schlüpft Lara Sohn in die Rolle der Susanna und Amy Hartwig mimt Schwester Ulrike. "Es sind die aufwendigsten Rollen und somit auch mit einem enormen Zeitaufwand verbunden."

Bei der Auswahl der Darsteller achten die Verantwortlichen besonders auf die "Marke Eigenbau", denn "das Stück soll eine Eigenleistung der Gemeinde sein". Demnach sind die meisten der insgesamt rund 100 Schauspieler und Statisten aus Rennertshofen und der Umgebung. So seien auch nächstes Jahr wieder viele altbekannte Gesichter dabei, "wobei man bei manchen auch einiges an Überredungsarbeit leisten musste", scherzt Blei. Auch wenn die meisten Rollen bereits besetzt sind, werden immer noch Statisten und Reiter sowie Besetzungen für kleinere Sprechrollen gesucht. "Auch wenn jemand nur einen Satz spricht: Jede Rolle ist wichtig", betont Blei.

Startschuss für die ersten, kleineren Proben war bereits vor wenigen Tagen. Die Intensität werde nach und nach gesteigert. "Am Anfang trifft man sich einmal pro Woche, dann zweimal, dreimal und wenige Wochen vor der Premiere wird es dann schon heftig." Dennoch sollen die Mitwirkenden nicht ihre komplette Freizeit opfern: "Die Ferien klammern wir aus, die Leute sollen ja auch in den Urlaub fahren können."

Neben den Proben laufen auch die Vorbereitungen im Hintergrund auf Hochtouren. So ist laut Blei die Tribüne - die Platz für rund 500 Zuschauer bietet - bereits gebucht, Requisiten wie Leitern und Wagen werden nach und nach zusammengestellt wie auch die zahlreichen historischen Kostüme. Masken und Frisuren seien ebenfalls am Entstehen, "was sehr aufwendig ist". Und auch die Darsteller selbst bereiten sich nicht nur in Form von Proben auf das Theaterstück vor, wie Blei mit einem Schmunzeln betont: "Es herrscht der 30-jährige Krieg, das heißt Rasier- und Haarschneideverbot für die Männer."

Ein weiterer großer Posten der Vorbereitungen steht ebenfalls noch an: die Vermarktung. Bevor der Kartenverkauf im Frühjahr startet, braucht es auch noch Prospekte, Plakate und dergleichen. Der Arbeitskreis trifft sich im Schnitt alle vier Wochen und "von Mal zu Mal nimmt das Stück dann immer mehr an Gestalt an", sagt Blei.

Premiere des Freilichttheaters ist am 26. Juli, weitere Termine sind voraussichtlich am 27. und 28. Juli sowie am 1., 2., 3. und 4. August. Wer Interesse hat, als Akteur oder auch als Helfer bei dem Stück mitzuwirken, soll sich bei Alexander Blei unter Telefon (0172) 8217365 melden.



Katrin Kretzmann
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