Donnerstag, 13. Dezember 2018
Lade Login-Box.

Abwägung der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rohrenfelser Gemeinderat - Abbiegespur für Tankstelle

Räte brüten über Flächennutzungsplan

Rohrenfels
erstellt am 07.12.2018 um 18:23 Uhr
aktualisiert am 10.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Rohrenfels (DK) Sitzfleisch brauchten die Rohrenfelser Gemeinderäte, denen von Stadtplaner Rudolf Reiser und Bertram Boretzki ein 40-seitiges Manuskript zur Fortschreibung des Flächennutzungsplanes Rohrenfels vorgetragen wurde. Das Gremium folgte einstimmig den Abwägungen der Planer.
Textgröße
Drucken
Am Ortseingang von Wagenhofen soll eine Tankstelle entstehen: Der Gemeinderat befürwortete mehrheitlich die Zufahrtspläne von Betreiber Herbert Klink aus Königsmoos.
Am Ortseingang von Wagenhofen soll eine Tankstelle entstehen: Der Gemeinderat befürwortete mehrheitlich die Zufahrtspläne von Betreiber Herbert Klink aus Königsmoos.
Hammerl
Rohrenfels
Bereits im März war die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange erfolgt, zwischenzeitlich hatten die Planer deren Vorschläge eingearbeitet oder abgewogen. In Rohrenfels wird die bebaubare Fläche um einige Flächen an der Sinninger Straße reduziert, da das Kreisbauamt dort Probleme bei der Erschließung sieht. An der Ergertshausener Straße sah es genau umgekehrt aus. Dort hatte das Landratsamt vorgeschlagen, eine Pferdekoppel in Bauland umzuwandeln, doch hier sehen die Rohrenfelser von der Topographie, aber auch von vorhandenen Bodendenkmälern her Probleme und lehnten den Vorschlag ab. Statt Mischgebiet soll aus einem Teil des Geländes um die Firma Kempfle Gewerbegebiet werden. In Wagenhofen sieht der Naturschutz Probleme bei der Krötenwanderung und lehnt es daher ab, den Acker nördlich des Gewerbeparks Wagenhofen in Gewerbegebiet umzuwandeln. Das Grundstück gehört einem Spezialtiefbauunternehmen, das sich hier ansiedeln wird. Der Einwand wurde vom Gemeinderat abgewogen.

Eingearbeitet wurde der Vorschlag von Forstamt und Naturschutz, den Abstand zwischen der bebaubaren Fläche von Wagenhofen und dem "Narret" genannten Wald zu vergrößern. Reduziert werden die für Ballersdorf vorgeschlagenen Bauflächen, damit es keine Konflikte zwischen Wohnbebauung und Landwirtschaft gibt. Die in Frage kommenden Flächen können aber privilegiert bebaut werden. Um eine Bauzeile erweitert wird dagegen die Wohnbebauung an der Wagenhofener Straße Richtung Osten. Am Ostrand von Ergertshausen wird eine Fläche aus der Bebauung herausgenommen, um den Charakter des Straßendorfes zu erhalten, das geplante Baugebiet im Norden bleibt davon unberührt. Im Osten kamen an der Wagenhofener Straße zwei Grundstücke dazu. Baiern bleibt weitgehend unverändert, in Isenhofen wurden einige zusätzliche Baugrundstücke dargestellt.

Diskussionen gab es zur Zufahrt einer in Wagenhofen geplanten Tankstelle. Bauherr Herbert Klink aus Königsmoos stellte sein Vorhaben persönlich vor. Das Staatliche Bauamt fordert eine Linksabbiegerspur für den Verkehr, der aus Richtung Rohrenfels kommt. Einige Gemeinderäte sahen jedoch auch Probleme für von der Tankstelle ausfahrende Fahrzeuge und fürchteten, sie könnten den regulären Verkehr behindern. Das wurde kontrovers diskutiert, Bürgermeister Wigbert Kramer (CSU) und sein Stellvertreter Michael Pallmann (FW Wagenhofen-Ballersdorf) befürworteten das Vorhaben, das schließlich mit neun zu drei Stimmen Zustimmung erhielt. Klink erklärte sich bereit, bei eventuell auftretenden Verkehrsproblemen nachzubessern.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes und den Bebauungsplan "Buch-Nordwest" der Nachbargemeinde Ehekirchen, die im Ortsteil Buch Mischgebiete ausweisen möchte.
 

In der Sitzung notiert

  • Bauwagen: Auf Wunsch von dritter Bürgermeisterin Manuela Heckl (DG Rohrenfels) waren die Leitlinien für Bauwagen, die das Landratsamt im Mai erarbeitet hatte, allen Gemeinderäten mit der Sitzungseinladung zugestellt worden.Sie sprach sich gegen Kontrollen aus und meinte, das Reglement sei zu bürokratisch. Nachdem aber in Rohrenfels lediglich ein Bauwagen betroffen ist, der zudem im neuen Jahr auf Privatgrund gestellt werden soll und somit nicht mehr der Zuständigkeit der Gemeinde unterliegt, sahen weder Verwaltung noch Gemeinderat Handlungsbedarf. "Wir werden den Brandschutz kontrollieren, das obliegt der Gemeinde - mehr aber auch nicht", sagt Verwaltungsleiter Josef Lux.
  • Friedhofssatzung: Abgelehnt wurde der Antrag von Martina Meilinger, die Friedhofssatzung zu ändern. Der Antrag war bereits in der Bürgerversammlung vorgestellt worden. Konkret bemängelte sie, dass die Gräbergröße und der Abstand zwischen den Gräbern von Gemeindeseite her nicht immer eingehalten würden. Das lasse sich in Einzelfällen nicht durchhalten, erklärte Kramer, unter anderem aufgrund bestehender Grabstätten. Daher komme es vor, dass einzelne Grabstätten kürzer oder länger seien. Gleiches gelte für den Abstand zwischen den Gräbern. Meilinger hatte auch beantragt, den Paragrafen zu streichen, nach dem Bäume und Sträucher über einen Meter Höhe genehmigungspflichtig sind. Den Passus wollten die Gemeinderäte jedoch beibehalten, um Nachbargräber nicht zu beeinträchtigen und Wildwuchs zu verhindern. Keine Notwendigkeit sah das Gremium, die Friedhofssatzung obligatorisch beim Kauf eines Grabes auszuhändigen, da alle Satzungen im Internet zur Verfügung stünden und auf Wunsch ohnehin ausgehändigt werden. Abgelehnt wurden aus Kostengründen auch die gewünschten Mülltonnen beziehungsweise Komposthaufen, die 2005 abgeschafft worden waren, da der Müll nicht ordnungsgemäß getrennt worden war. Abschließend teilte Kramer mit, dass eine neue Reinigungskraft für das Leichenhaus Wagenhofen gesucht wird.
  • Markierungen: Helmut Hartmann (FW Wagenhofen-Ballersdorf) schlug vor, den Geh- und Radweg am Feuerwehrhaus Wagenhofen durch Markierungen zu unterteilen, was umgesetzt werden soll. ahl
Andrea Hammerl
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!