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Peta kritisiert Jagdmesse

Neuburg
erstellt am 11.10.2018 um 18:50 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg/Stuttgart (DK) Die Tierrechtsorganisation Peta erhebt heftige Kritik an der Jagd- und Fischereimesse an diesem Wochenende im Schloss Grünau und fordert dazu auf, die Veranstaltung zu meiden.
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"Obwohl es keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd auf Tierarten wie Füchse, Vögel und Marder in deutschen Wäldern gibt, töten Jäger bundesweit zwischen vier und fünf Millionen Wildtiere sowie mehrere Hunderttausend Katzen und Hunde pro Jahr - vornehmlich als ,Freizeitbeschäftigung'", heißt es in einer Mitteilung der Organisation. Dabei fügten sie den empfindsamen Lebewesen häufig erhebliche Schmerzen zu. Zudem ereigneten sich Peta zufolge jährlich Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten, heißt es weiter.

Angler locken laut Peta jedes Jahr Millionen Fische in eine Falle, bohren ihnen einen Haken durch den Mund, einige lassen sie ersticken oder nehmen sie teils noch lebend aus. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Verbot der Hobbyjagd und des Angelns in Deutschland. "Es ist geschmacklos, das Töten von Tieren als eine Art unterhaltsamen ?Freizeitsport' anzupreisen", so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta. "Unter dem Deckmantel der ?Naturverbundenheit' verursacht das Jagen unermessliches Leid - jedes Jahr werden viele Tiere durch Fehlschüsse verwundet oder in Fallen regelrecht zerquetscht und sterben dabei einen langsamen und qualvollen Tod. Sensible Fische werden als Spielzeug oder Sportgeräte betrachtet und aufgespießt und erschlagen. "

Anerkannte Wildbiologen seien sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. Auch englische Wissenschaftler kamen laut Peta zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Für Peta ist die Jagd demnach "unnötig, kontraproduktiv und grausam".
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