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Gesund zu essen kann man lernen

Oberhausen
erstellt am 14.07.2010 um 19:28 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:49 Uhr | x gelesen
Oberhausen (ahl) Sechs Einheiten haben die Drittklässler der Grundschule Oberhausen bereits hinter sich gebracht. Heute legen sie den Ernährungsführerschein des Allgemeinen Informationsdienstes für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (aid) bei Kreisbäuerin Mathilde Ahle ab.
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Oberhausen: Gesund zu essen kann man lernen
Kreisbäuerin und Ernährungsfachfrau Mathilde Ahle hilft den Kindern während der Prüfung zum aid-Ernährungsführerschein, wenn Fragen auftauchen. - Foto: Hammerl
Oberhausen
Arbeitsgeräte herrichten, Schneiden lernen, Dekorieren und das Wissen zur gesunden Ernährung in Theorie und Praxis zu mehren ist Ziel des Projektes, für das sich zwei Ernährungsfachfrauen im Landkreis ausbilden ließen – neben Ahle noch Johanna Obermair aus Autenzell. Acht Klassen hat sich Ahle für dieses Jahr vorgenommen, für diese acht übernimmt das Bundesministerium die Kosten. Nach Langenmoosen, Brunnen und Ingolstadt ist Ahle nun erstmals im nördlichen Landkreis unterwegs.
 

Schulleiterin Gertraud Beck wurde in der Schulleiterkonferenz aufmerksam auf das Projekt, das Ahle dort vorstellte. Sie würde es auf jeden Fall wiederholen und meint, zwar bliebe es den Kindern überlassen, was sie am Ende aus dem Gelernten machten, aber immerhin hätten sie ja nun Grundlagen zur gesunden Ernährung erlernt.

Klassenleiterin Karin Wunderlich "weiß zwar auch nicht, wie lange das anhält", wie sie lächelnd anmerkt, hat aber positive Rückmeldungen bekommen. "Ich hab’ für Mama gekocht", erzählte beispielsweise ein Kind. Zu beobachten war auch, dass viele Gemüse probierten, und sei es nur, weil der Nebenmann es auch aß. "Bloß einen ganz hartnäckigen Verweigerer haben wir noch", verrät sie schmunzelnd, aber auch das kann ja noch werden . . .

Mathilde Ahle und einige Mütter gehen während der praktischen Prüfung von Tisch zu Tisch, beantworten Fragen und haben ein wachsames Auge auf mit Messern hantierende kleine Hände. "Eigentlich brauchen sie die Mütter gar nicht mehr", stellt die Ernährungsfachfrau befriedigt beim Blick in die Runde fest, denn die Kinder sind fit – im Gemüseschneiden, wie sonst auch.

In Kleingruppen werden die gestellten Aufgaben erledigt, werden Brotgesichter, Knabbergemüse, Schnittlauchquark oder Nudelsalat hergerichtet. Luis liest zunächst seinen Teamkollegen vor, wie die Aufgaben lauten. Eine kurze Rückfrage geht dann an die Mütter: "Muss die Gurke auch gewaschen werden" – Sie muss.

Lorena hat ein ganz anderes Problem. Der Quarkbecher, den sie mitgebracht hat, enthält 500 Gramm statt der vorgegebenen 250 Gramm. "Soll ich den ganzen Quark nehmen" fragt sie Ahle und die beiden einigen sich auf die Hälfte. Kurz darauf fragt Lorena noch einmal nach, weil sie den Deckel versehentlich abgemacht hat und doch gern alles verwenden möchte. "Ein Koch muss flexibel sein", antwortet Ahle und erklärt der Drittklässlerin, dass sie dann die anderen Zutaten auch verdoppeln muss, was Lorena eifrig umsetzt.

Eine andere Gruppe hat derweil oben in den Klassenzimmern die Tische hergerichtet, schließlich soll es noch ein Büfett aus den Prüfungsergebnissen geben. "Wir sind zum Essen eingeladen", hat Karin Ball schon eingangs auf die Frage gesagt, ob die Mütter bei der Prüfung moralisch unterstützen wollen? Birgit Burgard dagegen sah ihre Aufgabe mehr darin, aufzupassen, dass beim Schneiden der Karotten nichts passiert.

Aber die Kinder passen auch untereinander gut auf, dass die Regeln eingehalten werden. Wer den Finger abschleckt, wird sofort abgemahnt: "Das kannst Du zu Hause machen!"

Von Andrea Hammerl
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