Donnerstag, 20. September 2018
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Ansturm auf die Schulen in Neuburg - Baumaßnahmen bleiben Dauerthema

Neue Wege bei der Bildung

Neuburg
erstellt am 09.09.2018 um 17:04 Uhr
aktualisiert am 13.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Für mehrere Tausend Schüler in Neuburg und Umgebung beginnt morgen wieder der Unterrichtsalltag. Die weiterführenden Schulen und das Berufliche Schulzentrum verzeichnen dabei wieder einen satten Zuwachs. Gleichzeitig gibt es einige Änderungen in den Einrichtungen.
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Baustelle im Kreuter Weg: Hier entsteht demnächst die neue Paul-Winter-Realschule.
Baustelle im Kreuter Weg: Hier entsteht demnächst die neue Paul-Winter-Realschule.
Janda
Neuburg

DESCARTES-GYMNASIUM

Direktor Peter Seyberth ist mit den Anmeldezahlen an seiner Schule zufrieden. 159 Fünftklässler werden ab morgen im Descartes-Gymnasium in Neuburg die Schulbank drücken - neun mehr als vor einem Jahr. Damit gibt es erneut sechs fünfte Klassen in der Bildungseinrichtung. Die Gesamtzahl der Neuburger Gymnasiasten steigt dadurch auf 973 an, das bedeutet dank eines zuletzt etwas kleineres Abiturjahrgangs mit 103 jungen Erwachsenen einen Zuwachs um insgesamt mehr als 30 Schüler.

Veränderungen wird auch die Wiedereinführung des G9 mit sich bringen. Dabei gibt es mittlerweile zwei Jahrgänge - obwohl das neunstufige Gymnasium erst mit dem neuen Schuljahr offiziell beginnt. Weil sich der Lehrplan durch die Reform aber erst in der sechsten Klasse ändert, sind die Fünftklässler des vergangenen Jahres bereits der erste neue G9-Jahrgang gewesen. Syberth zufolge sind auch einige methodische Neuerungen im Unterricht vorgesehen. Dabei soll es verstärkt darum gehen, dass der Nachwuchs neben Wissen auch Kompetenzen erlernt. Im Direktorat des Descartes-Gymnasiums muss Seyberth hingegen ab sofort auf Markus Edenhofer verzichten. Der Pädagoge ist als stellvertretender Schulleiter an das Donauwörther Gymnasium gewechselt.

Und auch eine Baumaßnahme der Zukunft spielt in der Einrichtung bereits jetzt eine Rolle. Frühestens im Jahr 2021 soll die Teilsanierung der Schule beginnen. Die Kosten dafür liegen bei mehr als 30 Millionen Euro. "Wir machen uns bereits jetzt Gedanken über die Anforderungen an ein saniertes Schulgebäude", erklärt Seyberth.
 

PAUL-WINTER-REALSCHULE

Auch in der Staatlichen Realschule in Neuburg spielt eine Baustelle nach wie vor eine große Rolle. Immerhin beginnt im Westen der Stadt demnächst die heiße Phase der Arbeiten am Neubau der Schule. "Wir haben das Thema regelmäßig auf der Agenda", sagt Direktorin Sonja Kalisch, die in ihrer Schule auch verschiedene Arbeitsgruppen rund um das Projekt im Kreuter Weg ins Leben gerufen hat. Läuft alles nach Plan, beginnt der Unterricht dort im Herbst 2020.

Gleichzeitig erweist sich die Schule als nach wie vor hochbeliebt. Kalisch zufolge kommen morgen 90 Schüler in die drei fünften Klassen. Das bedeutet einen satten Anstieg um 20 Kinder. Auch bei der Gesamtzahl der Schüler gibt es diesmal einen Zuwachs: 570 Schüler werden ab morgen die Einrichtung besuchen, zehn mehr als vor einem Jahr. Einen Rekord verzeichnet Kalisch bei den Schülerinnen; 41 Mädchen besuchen die Knabenrealschule - "so viele wie noch nie", sagt die Direktorin, die sich mit insgesamt 46 Kollegen um die Schüler kümmern wird.

Aus pädagogischer Sicht betritt die Schule bei den Abschlussprüfungen Neuland. Die Neuburger Einrichtung ist laut der Schulleiterin für eine Pilotphase ausgewählt worden, in der die Abschlussschüler auf freier Basis eine zusätzliche fünfte Prüfung im Fach Informationstechnologie absolvieren können. "Für den Arbeitsmarkt würde das einen Riesenvorteil bringen", ist sich Kalisch sicher. Gleichzeitig läuft die Kooperation mit der FOS weiter, der Schwerpunkt geht in Richtung Wirtschaftswissenschaften.
 

MARIA-WARD-REALSCHULE

Der erwartete Rückgang ist nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil: Mit 102 Anmeldungen für das neue Schuljahr - im Vorjahr waren es 79 - verzeichnet die Maria-Ward-Realschule sogar einen Zuwachs. "Das kam für uns etwas überraschend", sagt Direktor Heribert Kaiser, der angesichts des starken Abschlussjahrgangs mit 81 jungen Frauen eigentlich ein leichtes Minus erwartet hätte. Mit 503 Schülerinnen bleibt seine Einrichtung aber auf dem Niveau des vergangenen Jahres.

Kaiser zufolge ist das wohl vor allem dem großen Interesse am vernetzten Unterricht zu verdanken. Die Anmeldungen dafür waren sogar so zahlreich, dass das Schulwerk der Diözese Augsburg als Träger der Einrichtung eine zweite Klasse mit diesem Konzept bewilligt hat. "Die Nachfrage wäre sogar noch größer gewesen, so dass wir leider nicht jeden Wunsch erfüllen konnten", erklärt Kaiser. Ebenfalls neu ist eine Bläserklasse, so dass es eigentlich nur eine reguläre fünfte Klasse gibt.

Eine Umstellung wird es auch rein räumlich geben. Weil die Realschule vorübergehend für die neue Grundschule St. Franziskus Zimmer abgegeben hat, bekommt sie zwei weitere Räume in der früheren Amalienschule. Gleichzeitig werden die Gäste für Kaiser, seine Kollegen und die Schülerinnen ein ungewohntes Bild abgeben. Immerhin gibt es damit nicht nur Erstklässler in den Gängen, sondern in der Mädchenrealschule auch Buben. "Das wird sicher interessant, unsere Schülerinnen sind schon ganz neugierig", weiß er.


SCHULZENTRUM

Die größte Bildungseinrichtung bleibt das Berufliche Schulzentrum mit seinen vielen Sparten und den Standorten in der Monheimer und in der Eybstraße. Rund 2600 Schüler dürften es laut Direktor Fritz Füßl werden, die genaue Zahl wird sich erst zeigen, da die Einschreibung noch läuft. Vor allem in den kaufmännischen Klassen und auch im gewerblichen Bereich der Berufsschule verzeichnet er eine Steigerung. Freie Plätze gibt es unterdessen noch in den Berufsfachschulen für Ernährung und Versorgung sowie für Sozialpflege.

Stabile Zahlen weisen die FOS/BOS mit 550 und die Wirtschaftsschule mit 450 Jugendlichen auf. Dort gibt es demnächst neue Räume und eine neue Turnhalle, die nach Abschluss der Bauarbeiten wohl im Herbst in Betrieb gehen. Parallel soll der Neubau eines Schülerwohnheims bei der Berufsschule starten. Neu wird Füßl zufolge auch eine Schulsozialarbeiterin sein, die Auswahl für die Stelle läuft noch.
Stefan Janda
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