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Eva Zwack und Osmanicae heimsen bei der Premiere tosenden Applaus und Zugabe-Rufe ein

Traum einer Adeligen traumhaft inszeniert

Neuburg
erstellt am 11.03.2013 um 19:33 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 18:05 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Tosender Applaus und sogar Zugabe-Rufe – die Premiere von „Amalie“ im Theater des Studienseminars am Samstagabend war ein voller Erfolg. Produzentin und Hauptdarstellerin Eva Zwack und die Neuburger Bauchtanzgruppe Osmanicae boten mit ihrer tadellosen Inszenierung eines „herzoglichen Traum Theaters aus dem Jahr 1820“ einen stimmungsvollen Theaterabend.
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Neuburg: Traum einer Adeligen traumhaft inszeniert
Revuehafter Auftritt: Eva Zwack als Amalie, umringt vom Tanzensemble Osmanicae - Foto: Geistbeck
Neuburg
Allein das aufwendige Bühnenbild versetzt die Zuschauer um viele Jahrzehnte zurück, hinein in die Welt der Adeligen. Die antiken Möbel aus Holz mit Stoffbezügen in Purpur und Gold, sowie edles Porzellan deuten auf einen der vielen Säle im Residenzschloss Neuburg hin. An der Rückwand prangt groß das Wappen der herzoglichen Familie, schwere Vorhänge kommen von der Decke herab.

Mittendrin genießt Hauptdarstellerin Eva Zwack als Amalie in einem schwarzen, aufwendig genähten Kleid ihren Kaffee: „Dieser Rösterei in München muss ich unbedingt einen Besuch abstatten und alle Sorten durchprobieren“, schwärmt die Herzogin. Sie spricht dabei mit der fiktiven Gräfin de Verre, die ihr mit Rat und Tat zur Seite steht, aber auch für Klatsch und Tratsch am Hofe sorgt. „Ihr Ausschnitt ist heute übrigens sehr tiefgründig“, bemerkt Amalie spitz.

Diese Robe scheint der Herzogin für die anstehende Audienz nicht sehr passend zu sein. Nacheinander treten – in unsichtbaren Rollen – der Bischof von Eichstätt, der Hofrat oder auch der Bürgermeister mit seinem Dackel auf. Eva Zwack gibt gekonnt die Dialoge der Herzogin mit ihren Besuchern, macht den Herren lächelnd Komplimente und sorgt auch für den ein oder anderen Witz.

Amalie wird von ihr als volksnahe Frau vermittelt. Sie besucht die Kirche und kümmert sich um vielerlei Angelegenheiten der Stadt Neuburg. „Ein guter Kontakt und Bürgernähe sind wichtig für eine Herzogin“, erklärt sie sich selbst.

Ein Herzenswunsch blieb Herzogin Amalie jedoch bis zu diesem Zeitpunkt unerfüllt. Sie möchte so gerne ein Theater in Neuburg bauen. Schon ihre Mutter war begeisterte Opernsängerin und auch Amalie möchte diesen Traum leben. Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, erhofft sie sich die Unterstützung ihres Schwagers König Max I. Doch wie soll sie ihn von der Idee überzeugen? Im Gespräch mit Gräfin de Verre überlegt Amalie, wie sie ihren Schwager beeindrucken könnte. „Ich werde ihn einladen und ihm ein großes Fest bereiten.“ Sie zückt den Kalender und wählt das erste Juliwochenende als passend. Das Wetter muss schließlich schön sein. „Die Bürger der ganzen Stadt müssen versammelt sein. Auf dem Paradeplatz sollen viele bunte Buden stehen und die Künstler werden ihr Handwerk zeigen“, führt sie ihre Planungen voller Euphorie fort.

Als Eva Zwack die Bühne verlässt und Süßigkeiten in die Menge wirft, wird schließlich auch das Publikum von der Vorfreude auf das große Fest gepackt. Amalie wirkt wie besessen und kann nicht aufhören, ihre Ideen der Gräfin aufzuzählen: „Was ziehe ich nur an? Was gibt es zu essen? Wen laden wir ein? Wir müssen auf alle Fälle auch einen venezianischen Kostümball veranstalten, dass der König aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.“

Bald hat Amalie ganz genaue Vorstellungen vom Ablauf des Festes. Sie zählt jedes einzelne Menü des Tages auf, von Fasan über Donaukarpfen bis Erdbeerparfait und verliert sich in detailgetreuen Beschreibungen – bis sie schließlich ganz in ihren Plänen versinkt.

Dann ändert sich die Szenerie: Die Tänzerinnen betreten die Bühne und schwingen die Hüften zur rhythmischen Musik. Bunte Tücher und Kleider wirbeln durch die Luft. Der Schmuck an ihren Armen und Taillen klappert im Takt. Das Spektakel hat begonnen. Oder ist das nur ein herzoglicher Wunschtraum?

Weitere Vorstellungen am 15., 16., 21. und 22. März jeweils um 20 Uhr. Kartenvorkauf: Perlenoase, Färberstraße 1.

Von Anja Geistbeck
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