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Neuburger Stadtwerke verstärken Sicherheit Künftig Besucherausweise Gasturbine steht

Hackerschutz und neue Schlösser

Neuburg
erstellt am 13.03.2018 um 19:21 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Die Stadtwerke werden zum Sicherheitstrakt. Gäste kommen nur noch mit Besucherausweisen und Begleitung in die Zentrale, die Schlösser sind ausgewechselt und der Eingangsbereich ist für 90.000 Euro umgestaltet worden. Fotografieren im Haus ist verboten.
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Neuburg: Hackerschutz und neue Schlösser
Dieser Ausweis ist künftig beim Betreten der Neuburger Stadtwerke Pflicht. Der stellvertretende Werkleiter Andreas Bichler zeigt das erste Exemplar für Bürgermeister Rüdiger Vogt. - Foto: r
Neuburg

Mit diesen "Maßnahmen" entspreche man den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit, erklärte Andreas Bichler gestern den Stadträten im Werkausschuss. Der stellvertretende Werkleiter zeigte den Mandatsträgern den Dauerausweis, den sie künftig zu tragen haben.

Die größte Aufmerksamkeit gilt allerdings der Daten- und Informationstechnik. Weil der kommunale Eigenbetrieb "kritische IT-Infrastruktur" besitzt, verlangt die Bundesnetzagentur ein "Informations-Sicherheits-Managementsystem". Die Stadtwerke haben sich darauf fast zwei Jahre lang vorbereitet, um zum Stichtag 31. Januar die Zertifizierung erhalten.

Zwei Prüfer der "Deutschen Akkreditierungsstelle" haben die Bemühungen der Neuburger Stadtwerke begutachtet und für gut befunden. Das System hat der Sicherheitsbeauftragte Bernhard Schnepf eingerichtet. Die Netze sollen gegen mögliche Hacker gesichert werden, so Andreas Bichler. Die Ausweise mit Registrierung jedes Besuchers werden ab 26. März eingeführt.

Vollzug wird auch beim Einbau der Blockheizkraftwerke gemeldet. Drei Millionen Euro haben die Neuburger Stadtwerke Ende 2017 in vier neue Motoren für Blockheizkraftwerke gesteckt. Die neuen BHKW's laufen offenbar gut, bis dato haben sie 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom und zwei Millionen Kilowattstunde Wärme erzeugt. "Mit dieser Ausbeute sind wir sehr zufrieden", erklärte Bürgermeister Rüdiger Vogt, der die Sitzung leitete. Täglich könnten bis zu 22.500 Kilowattstunden Strom und 33.600 Kilowattstunden Wärme aus eigener Erzeugung bereitgestellt werden.

Damit übernehmen die Standorte Parkbad, Klärwerk und Krautgasse wichtige Rollen im Nahwärmenetz des Kommunalbetriebs. Der Betriebsstart im Dezember 2017 sichert die Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz. Der Einbau sei "eine enge Kiste gewesen", so Ingenieur Ernst Reng, aber er gewährleiste die wichtige Förderung. Von der Zahlung von Netzentgelt, EEG- und KWK-Umlagen blieben die Stadtwerke weiter verschont. Die EU-Kommission hat die Befreiung für neue Anlagen gekippt.

Mit der Gasturbine an der Krauthausgasse haben die Stadtwerke wieder einmal Pech. Die Turbine ruht wegen der Umbauarbeiten seit Oktober. Einen Tag nach Betriebsstart sei eine Beschwerde eines Nachbarn per Anwaltsschreiben eingetroffen, so Ernst Reng. Es habe sich jedoch nur um einen kurzen Probebetrieb gehandelt. Es sei an der Zeit, so CSU-Stadtrat Fritz Goschenhofer, dass die Auseinandersetzung wegen der Turbinengeräusche beendet werde. Das neue BHKW ist termingerecht eingebaut worden, aber dann zeigte sich ein Lagerschaden bei der Turbine. Der Betrieb ruht weiter, bis aufwendig Ersatzteile aus der Schweiz angeschafft werden können. Weil sie theoretisch auch in Zentrifugen zur Urananreicherung eingebaut werden können, unterliegen die Teile einer strengen Einfuhrkontrolle.

Die Stadtwerke setzen die Sanierung im Wasserwerk Sehensand fort. Brunnen 13 hattet Undichtigkeiten gezeigt, die 2017 behoben worden sind. Die Sanierung wird jetzt mit einem neuen Pumpenhaus abgeschlossen. Die Installationsarbeiten für das Gebäude vergab der Werkausschuss für 46.000 Euro an die Firma Wilo EMU GmbH (Hof), die Bauarbeiten übernimmt die Neuburger Firma Rucker zum Angebotspreis von 127.500 Euro.

Zum Wasserwerk gehören drei Brunnen mit Pumpenhäusern, die zentrale Aufbereitung und der Hochbehälter am Donauwörther Berg. Über dessen Edelstahlkammern fließen pro Jahr rund zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser an Abnehmer in der Stadt Neuburg und in der Gemeinde Oberhausen.

Von Winfried Rein
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