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"Demokratie zu feiern": Ein großes Dinner soll ein Zeichen setzen

Für eine offene Gesellschaft

Neuburg
erstellt am 09.06.2017 um 18:50 Uhr
aktualisiert am 15.06.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Einen symbolträchtigen Tag hat sich die Initiative "Offene Gesellschaft" mit Samstag, 17. Juni, ausgesucht, um ein Zeichen für Demokratie und Freiheit zu setzen. Sie ruft bundesweit dazu auf, "Demokratie zu feiern" - mit einem Essen.
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Neuburg: Für eine offene Gesellschaft
Frauenrechte stärken: Eva Gerum (l.) und Gabriele Kaps hoffen auf viele Teilnehmer am Dinner für eine Offene Gesellschaft am Samstag, 17. Juni, ab 18 Uhr vor oder im Pfarrsaal St. Peter. - Foto: Hammerl
Neuburg

Zelebriert wird mit einem "riesengroßen Dinner, dem vielleicht größten Dinner der Welt", wie es auf der Website der Initiative heißt. Was sich wohl auf alle Events gemeinsam bezieht, die bundesweit an vielen Ort initiiert werden sollen. In Neuburg organisieren Gabriele Kaps, Eva Gerum und Barbara Leonhardt ein Dinner unter dem Motto "Tafeln für die Demokratie" im Sinne der Offenen Gesellschaft.

"Mir wäre es lieber, wenn es solche Zeichen nicht bräuchte", sagt Kaps. Jedoch sieht sie mit Sorge tiefgreifende Veränderungen auf die Gesellschaft zukommen. Gefahr bestehe vor allem für Frauenrechte. "Frühere Frauengenerationen haben sie hart erkämpft und wir nehmen sie so selbstverständlich hin", sagt sie, "aber wenn wir uns nicht dafür einsetzen, werden unsere Töchter und Enkelinnen wahrscheinlich einige Rechte und Freiheiten nicht mehr genießen können". Zunehmend hätten Mütter Angst um ihre Töchter. "Die Unbefangenheit ist weg", sagt Kaps, die Angst vor Übergriffen sei da, die persönliche Freiheit der Frauen bereits eingeschränkt. Das merke sie an sich selbst: "Früher habe ich mir beim Joggen alleine nichts gedacht". Das hat bereits im vergangenen Jahr die Initiative "Selbstverständlich kann ich hier frei und selbstbestimmt leben" der Landes-FU thematisiert - und stieß auf großen Diskussionsbedarf. "Wir sollten uns vor Augen führen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ich heiraten kann, wen ich will oder auch alleine bleiben kann", findet die 41-Jährige - für einen zunehmend großen Teil in Deutschland lebender Frauen ist das nämlich keineswegs der Fall.

Das Dinner, für das Stadtpfarrer Herbert Kohler Hof und Pfarrsaal St. Peter zur Verfügung stellt, steht allen Interessierten offen, ausdrücklich auch Männern. Ziel ist, in entspannter Atmosphäre eines Sommerfestes miteinander ins Gespräch zu kommen - über Gott und die Welt, mit Schwerpunkt auf der Gesellschaftspolitik.

Die Idee dazu hatte Gerum, die das Portal der Initiative Offene Gesellschaft bereits kannte und dort auf den Aufruf zum 17. Juni gestoßen ist. "Ich will ein Vorbild für meine Tochter sein", erklärt sie ihr Engagement für ein Netzwerk, das besonders jungen Frauen auch internationale Möglichkeiten eröffnen soll.

Das Dinner ist nämlich die erste Aktion einer Gruppe von derzeit rund zehn Frauen, die planen, einen Zonta-Club in Neuburg zu gründen. Momentan fehlen dazu noch mindestens fünf Gründungsmitglieder. "Wir suchen noch taffe Frauen, Frauen, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und gesellschaftspolitisch etwas verändern wollen", ergänzt Kaps. Der Zonta-Club ist so etwas wie ein weibliches Pendant zu Rotary Club und Lions Club, nur mit etwas weniger strengen Regularien. Elitär solle es nicht zugehen, ob Familienmanagerin, Akademikerin, Geschäftsfrau oder Angestellte - wichtig sei das persönliche Engagement. Als Konkurrenz zu anderen Frauenorganisationen sehen die beiden ihre überparteilich und überkonfessionelle Zonta-Initiative nicht, denn die vorhandenen Netzwerke leisteten gute Arbeit vor Ort, der Internationale Aspekt fehle jedoch. "Frauen denken anders, kommunizieren anders und machen eine andere Politik als Männer", sagt Kaps, "trotzdem schaffen wir es nicht, dass Frauen Frauen wählen. Die Gesellschaft sei zu saturiert, Ziele fehlten, meint Gerum. Und Kaps fällt ein mehr als 2000 Jahre altes Zitat des Römers Cato ein: "Hütet euch, den Frauen mehr Rechte einzuräumen, denn wenn sie uns gleichgestellt wären, wären sie uns überlegen". Das stecke wohl noch in manchen Hinterköpfen.

Anmeldung zum Dinner für eine Offene Gesellschaft am Samstag, 17. Juni, ab 18 Uhr vor oder im Pfarrsaal St. Peter: Mitzubringen sind Offenheit, Neugier, Feierlaune, Teller, Gläser, Besteck und ein Beitrag fürs Büfett, Getränke werden von den Organisatoren besorgt und können zu moderaten Preisen gekauft werden. Anmeldung an 170617@gmx.de, nähere Infos unter www.die-offene-gesellschaft.de.

Von Andrea Hammerl
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