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Anti-Gewalttrainer Denizhan Cebi zeigt in der Mittelschule auch Methoden zu Notwehr

Ein Kurs für Höflichkeit und Respekt

Neuburg
erstellt am 06.12.2017 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 10.12.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Die Zeit des Advents nutzte Caritas-Schulsozialarbeiter Markus Bach, um mit Schülern ein besonderes Thema zu bearbeiten: Wie kann ich Respekt in meiner Familie, in meinem Freundeskreis oder in meiner Klasse zeigen? Was kann ich dafür tun? Wie kann ich Konflikte friedlich lösen? Wie verhalte ich mich in Notwehrsituationen
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Neuburg: Ein Kurs für Höflichkeit und Respekt
127 Neuburger Mittelschüler nahmen an einem Antigewalttraining teil. Am Ende erhielten alle Teilnehmer von Trainer Denizhan Cebi (hintere Reihe 3. v. r.) eine Urkunde. - Foto: M. Bach
Neuburg

Hierzu lud Bach den Antigewalttrainer Denizhan Cebi, 24, in die Mittelschule ein. Cebi ist Mitarbeiter von Respekt-Training, einer Ingolstädter Einrichtung, die sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Dies tut sie mit dem Antigewalttraining "Power in Respekt". Respekt, Disziplin und Höflichkeit seien wichtige Werte, auf deren Umsetzung der Trainer bei seinen Schützlingen großen Wert lege. Dies übt er mit den Schülern in drei Doppelstunden innerhalb von drei Wochen an der Mittelschule ein.

127 Schüler aus der 6. Jahrgangsstufe und der Praxisklasse nahmen heuer an der Maßnahme teil. Zwischen den Einheiten erhalten die Schüler den Auftrag, in ihrem Umfeld respektvolles, höfliches Verhalten zu zeigen. "Ich hab meine Eltern mit Abendessen kochen überrascht" berichtet Annalena (11) von der Ausführung ihres "Auftrags". "Im Supermarkt hab ich einer älteren Frau etwas aus dem Regal geholt, was zu weit oben stand" berichtet Nico (12).

"Wenn ihr es schafft, in eurer Umgebung ein respektvolles Miteinander zu schaffen, so tragt ihr dazu bei, eine friedliche Atmosphäre zu schaffen", so der Trainer. Dies unterstützt auch Schulsozialarbeiter Bach: "Viele Schüler benutzen zur Anrede untereinander rohe Wörter, die keine Herzlichkeit vermitteln". In einigen Klassen fand er heraus, dass die meisten Schüler dies auf Dauer für sich gar nicht haben möchten. "Da soll jeder für sich überlegen, wie er in Zukunft andere anspricht oder angesprochen werden möchte."

In der Veranstaltung ging es aber auch darum, wie die Schüler in aggressionsgeladenen Situationen reagieren können. Dazu geht Cebi auf die Erfahrungen der Kinder ein und setzt deren Beiträge sofort in kleinen Rollenspielen um. Aus kleinen Streits oder Provokationen werden schnell handfeste körperliche Auseinandersetzungen.

"Was mache ich, wenn trotzdem jemand auf mich losgehen will" Hierfür zeigte Denizhan Cebi den Schülern einige Selbstverteidigungstechniken, falls sich eine solche Situation wirklich nicht vermeiden lassen könne. "Wir schlagen nicht, aber wir lassen uns auch nicht schlagen", so der Trainer in seiner Einführung. Es gehe um Notwehr. "Dies ist die Maßnahme, die notwendig ist, um eine Aggression abzuwehren".

Interessiert nahmen die Schüler auf, mit welchen einfachen Mitteln, sie sich im Notfall wehren können. Mit dem notwendigen Ernst trainieren sie in Partnerübungen zu Beispiel, wie sie sich aus einem "Schwitzkasten" befreien können.

Am Ende des Trainings erhielten alle Schüler eine Teilnehmer-Urkunde. Alle Klassen verabschiedeten "ihren Trainer" mit einem donnernden Applaus. Schulleiterin Anne Graf sieht die Maßnahme als einen wichtigen Präventionsbaustein an ihrer Schule und freut sich über den regen Zuspruch ihrer Schüler.

Donaukurier
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