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Stadtwerke verringern Service - Brandlbad öffnet erst mittags - Busfahrplan vor Kürzung

Harter Sparkurs für Bäder und Busse

Neuburg
erstellt am 14.03.2018 um 18:25 Uhr
aktualisiert am 18.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) In ihren Sparbemühungen schrecken die Neuburger Stadtwerke vor unpopulären Maßnahmen nicht zurück. So soll das Freibad am Brandl künftig werktags erst mittags um zwölf Uhr öffnen. Damit will der Betreiber eine Schicht und 33 000 Euro pro Saison einsparen.
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Neuburg: Harter Sparkurs für Bäder und Busse
Das Parkbad gehört ebenso wie das Brandl in Ausstattung und Lage zu den beliebtesten Einrichtungen der Neuburger Stadtwerke. Wegen des Dauerdefizits sucht der Betreiber nun nach spürbaren Einsparmöglichkeiten. - Foto: r
Neuburg

Die Stadträte im Werkausschuss behandelten die Sparvorschläge nichtöffentlich und stimmten offenbar einmütig zu. Man wolle den Service aufrecht erhalten, sagt Bäderchef Andreas Bichler, "aber aus wirtschaftlichen Gründen sind Einsparpotenziale zu nutzen".

Zumindest punktuell sehen die Stadtwerke dieses Potenzial in den Öffnungszeiten. Das fest angestellte Bäderpersonal bleibt das gleiche, aber man könne im Sommer auf Saisonkräfte, Ferienarbeiter und zeitweise auf Reinigungspersonal verzichten. Außerdem bleibe das Freibad in Pfingst- und Sommerferien sowie an den Wochenenden wie gewohnt von morgens an geöffnet, so Andreas Bichler. Am Dienstag und Freitag soll es weiter "Frühschwimmen" ab sieben Uhr geben.

Im Hallenbad erhöhte der Werkausschuss den Kombieintritt für Bad und Sauna von 11,60 auf 12,80 Euro. Mittelfristig soll der Badbesuch verteuert werden, "denn es gibt in Neuburg kein Kosten-, sondern ein Einnahmeproblem", so die Feststellung eines externen Gutachters. Und der Betreiber reagiert darauf: Wer künftig im Parkbad die eineinhalb Stunden (für 3,50 Euro) überzieht, zahlt nicht anteilig nach, sondern gleich die nächste Stufe mit sechs Euro. Andreas Bichler: "Das wird in allen Freizeitbädern so gehandhabt."

Der Werkausschuss trägt auch die Praxis mit, dass es keinen Doppelbetrieb mit Hallen- und Freibad mehr gibt. Das heißt, wenn im Mai die Freibadesaison eröffnet wird, schließt gleichzeitig das Parkbad.

Fleißigen Badbesuchern können die Einschränkungen nicht gefallen. Vor allem Rentner, die den Trubel meiden und gerne vormittags ins Brandl gehen, müssen sich umstellen. "Die Kürzung der Öffnungszeiten bringt gar nichts außer Ärger", urteilt Stadtrat Hans Mayr. Als Stammgast im Freibad wird er sich jetzt beschweren.

Unklar ist, wie das wichtige Schulschwimmen gehandhabt wird. Vormittagsunterricht im Freibad soll weiter mit Anmeldung möglich sein, nachdem ein Mitarbeiter das Bad geöffnet und das Wasser geprüft hat. Die Aufsicht der Klassen obliegt dann aber ausschließlich den Lehrkräften.

Während im Nahwärmenetz mit Millionen hantiert wird, geht es bei Bussen und Bädern anscheinend um jeden Euro. So stellen die Stadtwerke auch den Fahrplan ihrer fünf Buslinien auf den Prüfstand. Es läuft eine Zählung der Fahrgäste, deren Ergebnis zu Kürzungen führen könnte. "Im Sommer wird etwas passieren", so Betriebsleiter Andreas Bichler, entweder man steigt auf den Stundentakt um "oder man nimmt zwei, drei Stunden aus dem Fahrplan raus". Das heißt, in dieser Zeit fährt überhaupt kein Stadtbus.

Schlechte Strategie, findet Verkehrsexperte Theo Walter (Grüne): "Wer morgens im überfüllten Bus in die Stadt fährt, will auch wieder heimkommen." Wenn dann stundenlang kein Bus fahre, steigen die Betroffenen gleich ganz um und verzichten auf den Bus. CSU-Fraktionschef Alfred Hornung hatte Bürgerbeschwerden über minimal besetzte "Geisterbusse" weitergegeben. Bald könnte es Beschwerden in entgegengesetzter Richtung geben.

Von Winfried Rein
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