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CSU-Urgestein Peter Gauweiler kam zum Frühstück der Neuburger Frauenunion

Auf einen Plausch über Europa

Neuburg
erstellt am 21.10.2014 um 18:31 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 18:15 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) „Mit Spannung und Neugier“ erwarteten die Damen der Frauenunion Neuburg Peter Gauweiler, „einen Mann der offenen und kritischen Worte“, wie Roswitha Haß den prominenten Redner fürs Politische Frauenfrühstück ankündigte. Gauweiler revanchierte sich mit „Eiserner Lady von Neuburg“.
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Neuburg: Auf einen Plausch über Europa
Machte sich vor ungefähr 50 Gästen – darunter MdB Reinhard Brandl (links) – Gedanken über Europa: Bundestagsabgeordneter Peter Gauweiler auf Einladung der Frauenunion zu Besuch in Neuburg. - Foto: Hammerl
Neuburg

Ein Autounfall sei schuld daran gewesen, dass er eine knappe Stunde später als erwartet eingetroffen war, hatte die FU-Vorsitzende ihn entschuldigt. Gauweiler konnte beruhigen – kein Unfall habe ihn getroffen, das Auto sei schlicht stehengeblieben. „Dabei fahre ich BMW, keinen Audi“, merkte er augenzwinkernd an, „aber ich komme schon ins Nachdenken“. Noch einen kleinen humorvollen Exkurs an seinem Frühstückstisch daheim mit Söhnen, die „blöde Bemerkungen machten“, als sie hörten, er fahre zum Frauenfrühstück, und Töchtern, die ihn aufforderten, „Papa, kämpf’ für die Frauenquote“ – dann machte Gauweiler ernst. Als Thema wählte er die Interessenvertretung beziehungsweise Europa und ging der Frage nach, „welches Europa wollen wir“. Vorbilder hat er genug. Charles de Gaulle sprach vom „Vaterland der Vaterländer“, Winston Churchill schlug einst „Vereinigte Staaten von Europa“ vor.

Grenzen seien etwas Verheerendes – doch das sei eben nur die halbe Wahrheit. Denn Grenzen seien auch Außenhaut einer Gemeinschaft, die anzeigen würden, wo der eigene Verantwortungsbereich beginne. Diese Grenzen müsse man im Interesse der eigenen Leute schützen. Kräftiger Applaus bewies ihm Zustimmung der gut 50 Anwesenden, unter denen etwa zehn Prozent Männer waren. Er sei nicht gegen Zuwanderung, halte es aber mit Paracelsus: „Die Dosis macht das Gift.“ Es gehe nicht, dass Italien Flüchtlinge in den Zug nach Norden setze, obwohl Deutschland prozentual ohnehin mehr aufnehme. Hier seien Kontrollen nötig.

„Wer ist die deutsche Bundesbank? Das sind Sie alle hier im Café Huber“, gab Gauweiler selbst die Antwort. Er verglich Schulden mit Drogen. Nachschub zu bekommen, beruhige, aber es saniere nicht. Die Politik, in den kommenden Jahren keine Schulden zu machen, sei „ein Markenzeichen – auch deshalb wählt man CSU“.

„Wir haben eine schwierige Situation mit der Ukraine“, nahm Gauweiler ein Thema auf, das bereits Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl eingangs angesprochen hatte. Brandl hatte von „einer heißen außenpolitischen Phase“ gesprochen, die Deutschland vor große Herausforderungen stelle – auch im Israel-Palästina-Konflikt, dem Irak-Syrien-Konflikt, besonders aber der Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine. Die Kanzlerin sei die einzige Person, die von allen Beteiligten als glaubwürdig respektiert werde. „Wenn Angela Merkel öfter mit Putin telefoniert, dann hat sie keinen Spott dafür verdient – das ist gut so“, bestätigte Gauweiler. Moskau sei genauso eine europäische Metropole wie beispielsweise Rom. Daher seien Wirtschaftsboykotts falsch.

Frauenfrühstück hin oder her – Wortmeldungen gab es nur von Männern. Altlandrat Richard Keßler erinnerte daran, dass Neuburg seit 40 Jahren Flüchtlinge ohne große Diskussion aufnehme: „Ich bin stolz auf meine Stadt, weil wir hier so großzügig, solidarisch und christlich damit umgehen.“ Ortsvorsitzender Otto Heckl ergänzte, die Grenze sei bald erreicht, auch andere Länder seien gefragt.

Von Andrea Hammerl
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