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Befürworter wollen mit Umweltminister ins Gespräch kommen - Freiwillige für Säuberung gesucht

Bündnis fordert den Nationalpark

Neuburg
erstellt am 28.06.2018 um 18:54 Uhr
aktualisiert am 02.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (kpf) Heute wird in Neuburg der internationale Tag der Donau gefeiert. Dazu hat sich hoher Besuch angesagt: Umweltminister Marcel Huber. Er wird eine Insel unter Schutz stellen, Freiwillige werden die Ufer säubern und das Bündnis pro Nationalpark will mit Huber ins Gespräch kommen.
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Das Bündnis Auen-Nationalpark aus Bürgern der Landkreise und Städte an Donau und Isar und den unterstützenden Naturschutzorganisationen (Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Gregor Louisoder Umweltstiftung) appelliert anlässlich des Internationalen Donautages und der Donaubereisung von Umweltminister Marcel Huber an die Staatsregierung, den laufenden Dialog mit der Bevölkerung vor Ort wieder aufzunehmen und einen Nationalpark in den Donau- und Isarauen auszuweisen.

Dies geht aus einer Pressemitteilung der Gregor-Louisoder-Stiftung hervor. "Aus bayernweiten Umfragen der Staatsregierung wissen wir, dass die große Mehrheit der Bevölkerung mehr Naturschutz und einen weiteren Nationalpark will", sagt Klaus Obermeier, Geschäftsführer der Stiftung und Mitglied des Bündnisses. "Die Donau ist ein einmaliges Naturjuwel und spielt für die Artenvielfalt eine ganz besondere Rolle. 14 Anrainerstaaten veranstalten jährlich den Internationalen Donautag, um auf die Bedeutung dieses einzigartigen europäischen Flusses aufmerksam zu machen. Ein Auen-Nationalpark ist ein entscheidender Beitrag zur Umsetzung des Bayerischen Biodiversitätsprogrammes, dessen zehnjähriges Bestehen vor wenigen Wochen gefeiert wurde. Insbesondere im Bereich Wildnisschutz und beim Schutz der Auwälder finden sich dort in der Umsetzung zahlreiche weiße Flecken, die mit der Einrichtung des Nationalparks geschlossen werden können".

Die Kernbereiche eines Auen-Nationalparks sind die großen zusammenhängenden Auwälder der Donau zwischen Lechmündung und Ingolstadt oder der Isar zwischen Freising und Bruckberg. Kernbereiche sind auch die freifließende Donau unterhalb Vohburg mit Weltenburger Enge und die renaturierte Mittlere Isar. Hier finde sich, so Obermeier, ein enorm hoher Arten- und Lebensraumreichtum sowie zahlreiche charakteristische und auch sehr seltene Arten. Die vorgeschlagenen Auen sind als Nationalpark besonders geeignet: Die in der Diskussion befindliche Kulisse sei zu einem großen Anteil bereits als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen, an der Mittleren Isar und der Weltenburger Enge zudem bereits Naturschutzgebiet.

Auch vier besonders wertvolle Naturwaldreservate wären enthalten. Die Kulisse müsse die wertvollsten Staatswaldflächen aus rein naturschutzfachlicher Sicht auswählen und alle internationalen Kriterien für einen Nationalpark erfüllen.

Wenn Umweltminister Huber heute gegen 16 Uhr nach Neuburg zum Ruderclub kommt, um anschließend mit der Motorsäge eine Donauinsel komplett vom Ufer abzutrennen - umgestürzte Bäume schaffen eine unerwünschte Verbindung - dann wird auch das Bündnis Pro-Auennationalpark präsent sein, um mit dem Minister ins Gespräch zu kommen. Das Bündnis hat also seine Hoffnung und seine Bemühunbgen um einen Nationalpark nicht aufgegeben, obwohl Ministerpräsident Markus Söder dieses große Umweltprojekt auf Eis gelegt hat.

Wie berichtet, wird Huber gegen 16 Uhr eintreffen und mit dem Boot zur Donauinsel fahren. Später wir der Minister eine Absichtserklärung unterzeichnen, um die Insel aus der Nutzung durch den Menschen zu nehmen. Zuvor aber, ab 13 Uhr, werden Freiwillige Insel und Ufer säubern. Sie werden - jeder, der gut zu Fuß ist, kann mitmachen - um 13 Uhr von Siegfried Geißler, dem Geschäftsführer des Fördervereins Auenzentrum Neuburg, begrüßt und eingewiesen. Um 13.30 Uhr startet dann die Säuberung. Arbeitshandschuhe sind dafür selbst mitzubringen. Um 16.30 Uhr werden die Gruppen zum Lagerfeuer am Ruderclub zurückkehren, wo abends gemeinsames Grillen geplant ist.
 
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