Mittwoch, 17. Oktober 2018
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ÖDP-Vorschlag zum Verzicht auf Plakatwerbung stößt zumindest in Teilen auf Gegenliebe bei den Kandidaten

Ohne will keiner in den Wahlkampf

Neuburg
erstellt am 13.06.2018 um 16:22 Uhr
aktualisiert am 05.10.2018 um 08:39 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Schluss mit den Wahlplakaten - das fordert der ÖDP-Landtagskandidat Franz Hofmaier im anstehenden Wahlkampf. Seine Mitbewerber können dem Vorstoß durchaus etwas abgewinnen. Einen kompletten Verzicht auf die Werbung am Straßenrand kann sich allerdings keiner der Kandidaten so richtig vorstellen.
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Plakatwald in Neuburg: So wie hier vor der Bundestagswahl im September wird es heuer auch vor dem Urnengang für Landtag und Bezirkstag aussehen. Einen Verzicht auf Plakate, wie ihn die ÖDP vorschlägt, kann sich keiner der Kandidaten aber so recht vorstellen.
Plakatwald in Neuburg: So wie hier vor der Bundestagswahl im September wird es heuer auch vor dem Urnengang für Landtag und Bezirkstag aussehen. Einen Verzicht auf Plakate, wie ihn die ÖDP vorschlägt, kann sich keiner der Kandidaten aber so recht vorstellen.
Rein/DK-Archiv
Neuburg
Einige Wochen vor dem Urnengang am 14. Oktober werden sie wieder vom Straßenrand aus grinsen und Wahlversprechen abgeben. Dann geht der Wahlkampf für den bayerischen Landtag und den oberbayerischen Bezirkstag in die heiße Phase - samt der vielen so verhassten Plakate mit dem Konterfei der Kandidaten. Daher können sich zahlreiche Bürger mit dem Vorstoß des ÖDP-Kandidaten Franz Hofmaier anfreunden, dass die Parteien diesmal komplett auf diese Form der Wahlwerbung verzichten oder sie zumindest spürbar einschränken sollen. Ein Verzicht, so heißt es in einer Mitteilung des Ingolstädters, der im Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen antritt, "würde sich positiv auf unsere Umwelt auswirken".

Widerspruch kommt dabei zwar von keinem von Hofmaiers Mitbewerbern, tatsächlich spricht sich niemand kategorisch gegen den Vorschlag aus. Allerdings erinnern die Kandidaten auch an den Sinn der Wahlplakate. "Wie sollen sich die Kandidaten denn bei den Menschen bekannt machen?"; fragt etwas Landrat Roland Weigert, der für die Freien Wähler ins Maximilianeum will. Er selbst leidet zwar nicht gerade unter einer geringen bekanntheit im Stimmkreis, verweist aber auf die unbekannteren Kandidaten. "Wir brauchen in einer Demokratie eine faire Chance für alle Gruppierungen", findet der Karlshulder, der daran erinnert, dass die Plakate sicherstellen, dass alle Bürger - und damit alle Wähler - ausreichend über das Kandidatentableau informiert werden.

Diesen Aspekt nennt auch Matthias Enghuber von der CSU. "Mit einem Plakat erreiche ich - anders als mit einer Anzeige oder Webung im Internet - garantiert jeden Bürger", erklärt der Neuburger. Für ihn ist diese Form der Wahlwerbung daher auch ein wesentlicher Baustein, um möglichst viele Wähler an die Urnen zu bringen - ein Problem, das die Politik bereits seit Jahren beschäftigt. Enghuber erinnert außerdem, dass seine Partei überwiegend auf Papierplakate und jahrzehntealte Ständer setzt. Zugleich kann er der Idee der ÖDP allerdings auch einen gewissen Charme abgewinnen, jedenfalls aus Sicht des Wahlkämpfers, der nachts Plakate verteilt. "Dadurch ließe sich schon viel Arbeit und viel Geld einsparen", erklärt er und sieht darin eine "attraktive Überlegung", die obendrein den Wildwuchs an manchen Straßen regeln würde.

Vielerorts sind die Möglichkeiten zur Plakatierung ohnehin schon stark reglementiert, wie Andreas Fischer betont. "Daher gibt es nicht mehr so viele Plakate wie bei den letzten Wahlen", erklärt der Bewerber der SPD, der das als Schritt in die richtige Richtung wertet. Einen kompletten Verzicht hält Fischer jedoch eher für schlecht; "denn die Kandidaten müssen sich schließlich präsentieren", findet der Neuburger, für den es selbst die erste Kandidatur ist. Einen Weg, die Umweltbelastung möglichst gering zu halten, sieht er eher in den kleinen Geschenken, die es stets an den Wahlständen gibt. "Wir versuchen, diese Give-aways nachhaltig zu halten", erklärt er. Statt Plastikmüll sollen die Wähler also nützliche Gegenstände bekommen, die Fischer zufolge auch in der Region produziert werden sollen.

Eine klare Absage an Plastik im Wahlkampf kommt auch von der AfD, die laut ihrer Kandidatin Christina Wilhelm komplett auf Papier setzen - sowohl bei den Plakaten als auch bei anderen Wahlgeschenken. "Denn das ist gut verwertbar", betont die Neuburgerin. Als Halterung kommen diesmal erneut die Kartonplatten zum Zug, mit denen Wilhelm bereits bei der Bundestagswahl angetreten war. "Die sind momentan eingelagert und werden dann lediglich neu betackert", erklärt sie.
Stefan Janda
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