Montag, 22. Oktober 2018
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Fakten rund um die Bayernwahl an diesem Sonntag - und ein Blick in die Nachbarschaft

Jetzt geht's an die Urnen

Neuburg
erstellt am 12.10.2018 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 17.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg/Schrobenhausen (sja) An diesem Sonntag haben die Bürger wieder die Qual der Wahl - auch in Neuburg-Schrobenhausen.
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Wahlwerbung en masse: So wie hier in Lichtenau sieht es an vielen Stellen im Stimmkreis aus.
Wahlwerbung en masse: So wie hier in Lichtenau sieht es an vielen Stellen im Stimmkreis aus.
Janda
Neuburg
Wir stellen vor dem Urnengang im Freistaat die wichtigsten Fakten vor. Diesmal dürfen 84650 Menschen im Stimmkreis wählen. Das bedeutet einen Anstieg um mehr als 3000 Wahlberechtigte gegenüber dem Urnengang vor fünf Jahren.
 

DER STIMMKREIS

Das Gebiet des Landkreises reicht allerdings nach wie vor für einen eigenen Stimmkreis nicht ganz aus. Dafür leben in Neuburg-Schrobenhausen mit seinen knapp 100000 Einwohnern etwas zu wenig Menschen. Aus diesem Grund sind dem Stimmkreis bei der Neubildung vor fünf Jahren drei Gemeinden aus dem Nachbarlandkreis Pfaffenhofen zugeschlagen worden. Seitdem wählen auch die Bürger aus Hohenwart, Scheyern und Gerolsbach, wo insgesamt gut 12000 Menschen leben, in Neuburg-Schrobenhausen. Zuvor war der Landkreis zehn Jahre lang bei Landtags- und Bezirkstagswahlen zweigeteilt. Der nördliche Bereich rund um Neuburg gehörte zu Ingolstadt, das Schrobenhausener Land samt Donaumoos war an Pfaffenhofen angekoppelt. Der Aufwand für die Wahl ist allerdings auch diesmal gigantisch, was sich vor allem beim Papier zeigt: Wahlleiter Klaus Ferstl vom Landratsamt und sein Team haben insgesamt knapp 339000 Stimmzettel an die Gemeinden ausgegeben.
 

DIE STIMMEN

Jeder Wähler hat bei der Landtags- und der Bezirkstagswahl jeweils zwei Stimmen - immer eine Erst- und eine Zweitstimme. Mit der Erststimme entscheidet er über die Vergabe des Direktmandats, die Zweitstimme kommt einer Liste, also einer Partei, zugute. Das Besondere an diesem Urnengang: Auch die Zweitstimme können die Bürger einem Kandidaten geben. Anders als bei der Bundestagswahl ist es auf diese Weise möglich, die Reihenfolge auf der Liste im Endergebnis zu beeinflussen. Die Direktkandidaten aus Neuburg-Schrobenhausen stehen ebenfalls auf der Liste - allerdings nur außerhalb ihres eigenen Stimmkreises und nur in Oberbayern. Daher ist für sie viel Werbung in der Nachbarschaft ebenso wichtig wie für die auswärtigen Kandidaten eine möglichst hohe Präsenz im Neuburg-Schrobenhausener Land. Daher sind auf den hiesigen Plakaten auch zahlreiche Kandidaten aus der Umgebung zu sehen.
 

DIE NACHBARSCHAFT

Wer tritt in der oberbayerischen Nachbarschaft an? In Ingolstadt beispielsweise steht die frühere Ministerin Christine Haderthauer nicht mehr auf dem Stimmzettel, dafür schickt die CSU dort Kripochef Alfred Grob ins Rennen. Bei der SPD in Eichstätt versucht sich mit Gewerkschafter Christian De Lapuente ebenfalls ein bekannter Name. Bereits im Landtag ist FW-Frau Eva Gottstein, die ebenfalls in Eichstät antritt. Stephanie Kürten aus Karlshuld ist unterdessen Kandidatin der Grünen in Ingolstadt, ebenso wie Tierarzt Rupert Ebner, der diesmal nur auf der Liste steht. Alles andere als unbekannt sind den hiesigen Wählern auch FDP-Bewerber Jakob Schäuble, der vor einem Jahr für den Bundestag kandidiert hat, und die langjährige Berliner Abgeordnete Eva Bulling-Schröter, die nun mit der Linken in den Landtag will. Mit Bernd Sandner (Die Partei) will ein Neuburger in den Landtag, auch er ist Kandidat in Ingolstadt. Und auch die beiden CSU-Abgeordneten Tanja Schorer Dremel aus Eichstätt und Karl Straub aus Pfaffenhofen sind wieder im Rennen. Letzterer bekommt es unter anderem mit Ex-Landrat Josef Schäch (FDP) und dem Gerolsbacher Wilhelm Reim (Grüne) zu tun. Erneut in den Bezirkstag will unterdessen Rudolf Koppold aus Schrobenhausen, der wieder im Stimmkreis Pfaffenhofen für seine Freien Wähler kandidiert. Zwei Rathauschefs sind in Eichstätt aufgestellt, nämlich der dortige OB Andreas Steppberger (FW) und die Gaimersheimer Bürgermeisterin Andrea Mickel (SPD).
 

DIE WAHLLOKALE

Die Briefwahl wird immer beliebter, davon gehen die Experten im Landratsamt aus . Zuletzt nutzten 39,4 Prozent der Wähler diese Möglichkeit der Stimmabgabe. Bis Donnerstag hatten 31,4 Prozent Briefwahl beantragt, wie das Landratsamt am Freitag mitteilte (siehe eigenen Bericht). Für die Wahl am 14. Oktober sind derzeit 136 Urnen- und 67 Briefwahlbezirke gemeldet, dort sind rund 1500 Helfer im Einsatz. Änderungen gab es diesmal bei den Gemeinden Aresing, Karlskron, Langenmosen, Rennertshofen, Hohenwart, Gerolsbach und Scheyern sowie bei der Stadt Neuburg.
 

DER WAHLABEND

Wer den Wahlabend möglichst stimmungsvoll erleben will, kann zu einer Livepräsentation in den Landkreisbetrieben in Neuburg kommen. Dort besteht für die Bürger die Möglichkeit, im Sitzungssaal die Ergebnisse auf der Leinwand zu verfolgen. Das ist auch im Internet möglich - sowohl auf der Seite des Landkreises unter dem Thema "Wahl" oder über die kostenlose Smartphone-App "Wahlportal".

ARD-Prognose kommt aus Bruck

Möglich machen diese meist ziemlich exakten Resultate stichprobenartige Befragungen in Wahllokalen. Einen Baustein dazu liefert der Stimmbezirk im Neuburger Stadtteil Bruck. Stadtrat Fritz Goschenhofer, langjähriger Infratest-Mitarbeiter, wird den gesamten Sonntag für die Wahlforscher von Kantar TNS aktiv. Er bittet die Wähler in einem eigenen kleinen "Studio" um eine erneute Stimmabgabe. Sie erfolgt selbstredend anonym. Die Trend-Stimmzettel wandern in eine kleine Urne, die stündlich geleert, die Stimmen ausgezählt und an Kantar weitergegeben werden. "Es ist sozusagen eine Wiederholung der Wahl", so Fritz Goschenhofer, "deren Ergebnisse für die TV-Hochrechnung benötigt werden. " Der Stadtrat und sein Auftraggeber beliefern die ARD.

Neben der Stimmabgabe wird etwa jeder zehnte Wähler um nähere persönliche Angaben und die Präferenz bei vorangegangenen Wahlen gebeten. Damit können die Fernsehmoderatoren unter anderem Wählerverhalten und Wählerwanderungen beschreiben.

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