Donnerstag, 17. Januar 2019
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Landratswahl im Kreis Neuburg-Schrobenhausen steht bevor

Sie haben die Wahl!

Neuburg
erstellt am 11.01.2019 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Vier Männer bewerben sich am Sonntag, 20. Januar, um das Amt des Landrats von Neuburg-Schrobenhausen. Fridolin Gößl (CSU), Peter von der Grün (FW), Werner Widuckel (SPD) und Norbert Mages (Grüne) sind die Kandidaten. Wir stellen das Quartett vor.
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Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen steht vor einer Schicksalswahl: Am Sonntag, 20. Januar, sind rund 77 000 Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, einen Landrat zu wählen. Der Wechsel des bisherigen Amtsinhabers Roland Weigert (FW) in den bayerischen Landtag macht den Urnengang nötig. Damit ist klar, dass Neuburg-Schrobenhausen nach zehn Jahren unter der Führung des Karlshulders einen völlig neuen Kreischef bekommt.

Sie wollen Landrat werden: Fridolin Gößl und Peter von der Grün (oben, v.l.) sowie Werner Widuckel und Norbert Mages (unten, v.l.). Bei einer SZ-Podiumsdiskussion kann man alle vier gemeinsam erleben.
Fridolin Gößl, CSU.
SZ
Neuburg

Um die Nachfolge Weigerts bewirbt sich ein Quartett aus durchaus erfahrenen Kommunalpolitikern. Zwei sind Mitglied im Kreistag, zwei haben bereits einen Landratswahlkampf absolviert und einer ist seit vielen Jahren als Bürgermeister tätig. Allein diese Begleitumstände zeigen, dass die Wahl diesmal völlig offen und an Spannung kaum zu überbieten sein dürfte. Besonders hoch angesetzt ist die Messlatte diesmal für die CSU und die Freien Wähler. Die Schwarzen wollen den Posten des Landrats nach zehn Jahren der FW-Herrschaft zurückholen, dazu schicken sie den Oberhausener Rathauschef Fridolin Gößl aus Nassenfels ins Rennen.

Peter von der Grün, FW.
Neuburg

Die Freien Wähler hingegen wollen nach zwei Wahlerfolgen mit Roland Weigert das höchste politische Amt im Landkreis behalten – eine Aufgabe, die ihr Kreisvorsitzender, Rechtsanwalt und Kreisrat Peter von der Grün aus dem Rennertshofener Ortsteil Bertoldsheim, meistern soll.


Die Lieblingsplätze der Kandidaten und weitere Neuigkeiten aus dem Nähkästchen von Gößl, Widuckel, von der Grün und Mages finden Sie hier
 

Kandidatenquartett: Der Meilenhofener Fridolin Gößl (CSU/von oben links, im Uhrzeigersinn), Peter von der Grün (FW) aus Bertoldsheim, der Neuburger Norbert Mages (Grüne) und Werner Widuckel (SPD) aus Karlskron wollen Landrat werden.
Werner Widuckel, SPD.
Schneider/Janda
Neuburg

Eher Außenseiterchancen haben hingegen die Kandidaten von SPD und Grünen, was ganz unterschiedliche Gründe hat. Der Karlskroner Sozialdemokrat Werner Widuckel, Kreisvorsitzender und ebenfalls Mitglied des Kreistags, weiß durchaus, dass es ein SPD-Bewerber angesichts der momentanen politischen Großwetterlage alles andere als leicht haben dürfte. Wie viel dem Universitätsprofessor und früheren Audi-Manager sein Bekanntheitsgrad helfen wird, ist daher nur schwer absehbar. Gleiches gilt für den Neuburger Grünen-Vorsitzenden Norbert Mages, der womöglich vom Höhenflug seiner Partei profitieren könnte.

Norbert Mages, Grüne.
Neuburg

Denn in der hiesigen Kommunalpolitik ist der Seminarlehrer noch eher unbekannt. Beide, Widuckel und Mages, gehen allerdings mit der Erfahrung eines bereits absolvierten Landratswahlkampfs ins Rennen – Widuckel 2014 in Neuburg-Schrobenhausen, Mages 1993 in seiner damaligen Heimat Lichtenfels.  Derjenige, der am Ende die Nase vorn hat – entweder am 20. Januar im ersten Wahlgang oder am 3. Februar in der Stichwahl –, wird erst der vierte Landrat von Neuburg-Schrobenhausen. Nach der Gebietsreform und der Fusion der beiden zuvor eigenständigen Teile hatte Walter Asam, der zuvor bereits seit 1961 in Schrobenhausen Landrat war, die Verantwortung inne. Seine Amtszeit dauerte von 1972 bis 1984. Ihm folgte bis 2008 der Neuburger Richard Keßler, den wiederum Roland Weigert beerbte. Der Karlshulder ist mittlerweile zum Staatssekretär im Wirtschaftsministerium aufgestiegen und hat bereits früh angekündigt, sich im Wahlkampf überwiegend rauszuhalten.
 

Die Kandidaten im Kurzportrait finden Sie hier
 

Seinem Nachfolger hat der 50-Jährige neben einem funktionierenden Verwaltungsapparat und vielen erledigten Aufgaben allerdings auch jede Menge Arbeit hinterlassen. Einige Millionenprojekte, wie der Neubau der Paul-Winter-Realschule oder die Errichtung eines Schülerübernachtungsheims in Neuburg laufen bereits. Andere, wie beispielsweise der Bau einer neuen Donaubrücke bei Bertoldsheim befinden sich in der Planungsphase. Darüber hinaus naht der zweite Bauabschnitt am Gymnasium in Schrobenhausen sowie mit der Sanierung des naturwissenschaftlichen Trakts am Neuburger Descartes-Gymnasium ein noch nicht überschaubares Mammutprojekt. 

Die Sicherung und Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung mit dem Kreiskrankenhaus in Schrobenhausen und dem Geriatrie-Zentrum in Neuburg wird den Kreistag und damit auch den neuen Landrat auf Jahre hinaus beschäftigen. Und dann ist da noch das Donaumoos, das langsam auch in den Köpfen der Landespolitik ankommt. Der Torfkörper des riesigen Niedermoores speichert tonnenweise umweltschädliche Treibhausgase, die allerdings durch die Trockenlegung der Landschaft immer mehr entweichen. Keine Frage also: Der neue Mann, der bis 2026 an der Spitze des Landkreises steht, wird dessen Entwicklung besonders prägen. Eine möglichst hohe Wahlbeteiligung der Bürger wäre daher ein Beweis, dass sich die Bevölkerung dieser Tatsache auch bewusst ist.

Marco Schneider, Katrin Kretzmann, Stefan Janda
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