Mittwoch, 14. November 2018
Lade Login-Box.

Berufsschulzentrum Neuburg wird umbenannt - OB gegen "zwanghafte Namensgebung"

Kreisräte für Pettenkofer-Schule

Neuburg
erstellt am 12.07.2018 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Der Landkreis bekommt eine Pettenkofer-Schule. Der Kreisausschuss entschied sich gestern mit einer Gegenstimme für die Umbenennung der Neuburger Berufsschule in "Staatliches Berufliches Schulzentrum Max von Pettenkofer". Die letzte Entscheidung trifft der Kreistag.
Textgröße
Drucken
Die Berufsschulen, FOS, Fach- und Wirtschaftsschule in Neuburg sollen künftig den Namen von Max von Pettenkofer tragen.
Die Berufsschulen, FOS, Fach- und Wirtschaftsschule in Neuburg sollen künftig den Namen von Max von Pettenkofer tragen.
Rein
Neuburg
Die Initiative für die Namensgebung geht von Landrat Roland Weigert aus. Er hält den 200. Geburtstag des berühmten Wissenschaftlers und Erfinders der Hygiene für einen passenden Anlass - zumal Max von Pettenkofer (1818 - 1901) in Lichtenheim geboren worden und damit ein Sohn des Donaumooses ist.

Der Vorschlag von Schulreferent Reinhardt Reißner (CSU), der Berufsschule den Namen von Landrat Dr. Richard Keßler (1940 - 2016) zu geben, spielte im Kreisausschuss keine wesentliche Rolle mehr. Der Altlandrat und Neuburger Ehrenbürger soll später bei einem geeigneten Anlass als Namensgeber gewürdigt werden.

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling stimmte als einziger gegen die Namensgebung. Er schätze den Mega-Wissenschaftler Max von Pettenkofer sehr, so der OB, "aber der Name sollte für eine Einrichtung im Donaumoos und nicht in der Stadt Neuburg verwendet werden." Er finde überhaupt, dass man etwa die Parkschule oder die Berufsschule nicht zwanghaft umbenennen müsse.

Im Gremium fand sich sonst (in nichtöffentlicher Sitzung) offenbar kein Widerspruch gegen eine Pettenkofer-Schule. Der Wissenschaftler sei "ein berühmter Sohn des Landkreises", so die Mehrheitsmeinung "und auch ein Sohn des Fürstentums Pfalz-Neuburg." Letzeres trifft nicht zu, denn bei Max von Pettenkofers Geburt war das Fürstentum bereits Vergangenheit.

35 Jahre nach ihrem Neubau in Bittenbrunn bekommt die Berufsschule also einen Namen. Die Schule habe nicht danach gesucht, so Direktor Fritz Füßl, "den Namen hat uns der Landrat angedient." Nach längeren Beratungen von Kollegium, SMV und Elternschaft habe sich die Schulfamilie für Max von Pettenkofer ausgesprochen. Unabhängig von seiner hohen Kompetenz als Wissenschaftler habe Pettenkofer teils unkonventionelle Lebensentwürfe probiert, etwa als Schauspieler in München. Der Professor und Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften stammt aus Lichtenheim im Donaumoos. "Ein einfacher Bauernsohn, der es zu etwas bringt, der passt zu uns", findet Schuldirektor Fritz Füßl.

Nicht jeder einzelne der acht Schulbereiche wird umbenannt, sondern das "Berufliche Schulzentrum". Es befindet sich dann in guter Gesellschaft, denn es gibt neben einer Max-von-Pettenkofer-Grundschule in Berlin noch diverse chemische Institute, ein Fünf-Mark-Stück mit Pettenkofer-Kopf, das Max-von Pettenkofer-Institut in München, sogar ein Pettenkofer-Restaurant und etliche Pettenkoferstraßen etwa in München, Mannheim, Rosenheim und Ingolstadt. Neuburg hat - neben Mühldorf - schon lange den Pettenkoferring zwischen Heugasse und Neufeld.

Die Namensgebung für die Schule muss noch vom Kreistag, der Regierung von Oberbayern und vom Kultusministerium abgesegnet werden.
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!