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60 Paare beim Volkstanztreff im Haus im Moos: Gertraud und Hans Hammer dirigierten launig durch den Tag

"Busseln derft's a"

Kleinhohenried
erstellt am 14.11.2017 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 18.11.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kleinhohenried (DK) Volkstanz liegt voll im Trend, seit Jahren schon. So erfreuen sich die Tanzseminare von Kreisheimatpfleger Hans Hammer und Ehefrau Gertraud im Haus im Moos nach wie vor großer Beliebtheit. 60 Paare aus der ganzen Region hörten jetzt wieder auf das Kommando des Tanzmeisters.
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Kleinhohenried: "Busseln derft's a"
Foto: Andrea Hammerl
Kleinhohenried

Walzer und Polka sollten die Teilnehmer schon zuvor beherrschen, die zusätzlich erforderlichen Figuren zeigte das Ehepaar Hammer vor jedem Tanz. Zu den etwas komplizierteren Volkstänzen gehört der Böhmerwaldlandler, den Hans Hammer als "Standardtanz der Böhmerwäldler" ankündigte. Wichtig ist hier die richtige Handhaltung, sonst funktioniert das Drehen nicht.

"Der Bua hält die linke Hand hin und das Madl legt seine rechte hinein", lautete das erste Kommando, dann musste das Deandl seine Rechte ausstrecken und die Linke des Buam ergreifen. "Busseln derft's a, wenn euch danach ist", gab sich der Tanzmeister großzügig. Die Buam und Madln, von denen die meisten das Alter, mit dem diese Bezeichnungen üblicherweise assoziiert werden, schon eine Weile hinter sich gelassen haben, gehorchten und schon ging es los - im Kreis herum mit Schwingen, Deandldrahn, Wiegeschritt und Platzwechsel, Auseinandergehen, Viererkreis und einem großen, geschlossenen Kreis. Da konnte es schon mal passieren, dass jemand seinen Platz suchen musste. Meist aber lief alles wie am Schnürchen, die meisten Paare waren ohnehin schon länger dabei oder brachten sonstige Tanzerfahrung mit.

In sechs große Blöcke hatte Hans Hammer das Seminar im Haus im Moos aufgeteilt, je drei vor und nach der Pause, die zünftig mit einer Brotzeit in der Museumsgaststätte verbracht wurde. Zum abwechslungsreichen Programm gehörten aber keineswegs nur bayerisch-böhmische Volkstänze, sondern auch Lieder aus aller Welt - oder zumindest von internationaler Folklore angehauchte Weisen. So der "Mexikanische Klatschwalzer", den Hammer augenzwinkernd als "etwas konstruiert" bezeichnete, der aber Spaß mache.

Gut kam es auch bei den Tänzern an, wenn ein Boarischer mit Swing-Rhythmen fetziger gestaltet, bekannte Opernthemen in Tanzmusik umgesetzt wurden oder ein alter englischer Walzer, der schon seit Jahren auf bayerischen Tanzböden heimisch geworden ist, erklang.

Zwischen den Blöcken legten die Tänzer eine Verschnaufpause für Arme und Füße ein, nicht aber für die Lungen, denn dann wurde gesungen, unter anderem hörte man da "Horch, was kommt von draußen rein", "Fein sein, beinander bleib'n" oder "Wahre Freundschaft" erklingen - ein Seminar für Leib und Seele eben.

Von Andrea Hammerl
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