Montag, 18. Juni 2018
Lade Login-Box.

Schüler des Lycée St. Joseph Sète in Neuburg - OB fordert Eintreten für die Demokratie

Im Namen der Städtefreundschaft

Neuburg
erstellt am 13.10.2017 um 17:41 Uhr
aktualisiert am 18.10.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Der Schüleraustausch mit Sète läuft wieder. 41 Mädchen und Buben aus dem Lyceé S. Joseph sind derzeit zu Gast in Neuburg. Sie schauten sich Schloss Neuschwanstein an, die Bavaria Filmstudios und das Ingolstädter Armeemuseum. Schwerpunkt freilich ist der Aufenthalt in den Gastfamilien.
Textgröße
Drucken
Gruppenfoto schüler aus sete, oktober 2017
Rein, Winfried, Neuburg (Rein, Winfried)
Neuburg

Die Jugendlichen aus Südfrankreich wohnen allesamt bei Neuburger Familien. Man spricht (meistens) Deutsch. Die Gäste kommen also nicht umhin, das Gelernte aus dem Deutschunterricht am Lyceé hier anzuwenden. Im Zweifelsfall greift man auf Englisch zurück. Im Idealfall entstehen Freundschaften. An Pfingsten 2018 fahren die Teilnehmer des Descartes-Gymnasiums nach Sète. Dann wird Französisch gesprochen.

"Très bien". Vom Besuchsprogramm der Sèter in Neuburg ist Jacques Vasaill durchaus angetan. Der Deutschlehrer gilt als Pionier des Schüleraustausches und der Jumelage zwischen Neuburg und Sète. Die Stadt ehrte ihn mit der Ottheinrichmedaille. Mittlerweile ist er pensioniert, kommt aber weiterhin gerne nach Neuburg und Bayern.

Christine Lamdakkar führt seine Arbeit fort. Zusammen mit Elsa Cori und Bernard Campos betreut sie die Sèter aus den Klassen acht bis zwölf während der Reise nach Neuburg. "Wenn sich die jungen Menschen aus beiden Ländern näherkommen, dann gibt es nichts Besseres", finden die französischen Lehrer, die am Lycée St. Joseph Deutsch unterrichten. Allerdings nehme das Interesse an der deutschen Sprache etwas ab. Viele Schüler wählen stattdessen Spanisch.

Das Descartes-Gymnasium legt großen Wert auf den Austausch mit der Jugend aus Sète. Französischlehrerin Monika Trenkler hat sich stark dafür eingesetzt, nach einer Pause im Jahr 2016 wieder Begegnungen zu organisieren. Die Franzosen hatten wegen der Anschläge in Paris und London keine Schüler mehr ins Ausland geschickt.

Man dürfe sich dem Terrorismus nicht beugen, betonte Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bei einem Empfang für die jungen Gäste. Deshalb sei es wichtig, für die Demokratie einzutreten. Dazu gehörten auch Verständnis und Freundschaft zwischen verschiedenen Kulturen und Ländern, so der OB.

Die Partnerschaft zwischen Sète und Neuburg ist für den Oberbürgermeister "lebendig und fortschrittlich". Nebenbei erfuhr er von den Gästen, dass sein Kollege Francois Commeinhes sein Mandat als Nationalabgeordneter aufgibt und Oberbürgermeister von Sète bleibt. Das Parlament und die Macron-Regierung haben Doppel- und Mehrfachfunktionen von Mandatsträgern verboten. Eine wichtige Frage der Schüler an den OB lautete allerdings: "Wie tippen Sie das Spiel von Paris St. Germain beim FC Bayern München?" Mit der Antwort (2:0) für Bayern waren die Fragesteller nicht einverstanden.

Winfried Rein
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!