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Ausstellung und Podiumsdiskussion mit Theodor Hugues, dem Schöpfer der Schrannenhalle

„Gute Architektur erträgt Veränderungen“

Neuburg
erstellt am 28.06.2017 um 15:20 Uhr
aktualisiert am 02.07.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Der Schöpfer ist zurück seiner Schrannenhalle: Theodor Hugues war am Dienstag in Neuburg, um bei der Eröffnung der Ausstellung über sich und das viel diskutierte Gebäude dabei zu sein. Die Halle ist vielen Neuburgern ein Dorn im Auge. Offene Kritik gab es bei der Podiumsdiskussion aber nicht.
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Die Schrannenhalle und ihr Schöpfer: Theodor Hugues (2.v.l.) war in Neuburg Gast einer Podiumsdiskussion mit Architekt Jörg Hauk (v.l.) Moderator Roland Opschondek, Architekt Michael Gaenßler und Stadtheimatpfleger Roland Thiele.
Wittmann, Florian
Neuburg

„Hässlich, nutzlos und teuer“. Diese zugegebenermaßen wenig freundlichen Eigenschaften werden der Schrannenhalle in Neuburg in der öffentlichen Diskussion immer wieder zugeschrieben. Das Gebäude ist ein kleines Politikum in Neuburg. Am Dienstagabend war der Schöpfer der Schrannenhalle, Theodor Hugues, nach Neuburg gekommen. Neben der Eröffnung der Ausstellung „Theodor Hugues – Bauen und Lehren. Der Architekt der Schrannenhalle“ war eine Podiumsdiskussion angesetzt.

Eine Diskussion hatte sich vor Beginn der Veranstaltung unter den Gästen entsponnen. Dabei wurde nicht gerade mit Kritik gespart. „So eine Halle passt nicht in eine Stadt wie Neuburg“, sagte eine ältere Dame und legte gleich nach: „Die Halle wirkt für mich wie ein einziges Treppenhaus. Viel los ist eigentlich nur vor der Halle, wenn die Leute vorbeimarschieren oder sich am Wochenmarkt etwas kaufen. Auch die Wahl des Standortes halte ich für nicht ganz gelungen.“ Etwas freundlicher fiel das Fazit eines Herren aus: „Ich verstehe ja, dass man es mit dem Bau gut gemeint hat, aber gut gemeint ist halt nicht gut genug.“

Wer jetzt vermutete, Theodor Hugues müsse sich von Seiten der Zuhörer auf Kritik gefasst machen, sah sich getäuscht. Die ablehnenden Stimmen waren mit Beginn der Podiumsdiskussion verstummt.

Dabei erinnerte sich Theodor Hugues an die Motivation zum Bau der Halle zurück: Eine Markthalle für den Winter zu schaffen, den Marktplatz umzugestalten und auch Schutzräume für die Zivilbevölkerung im Kriegs- und Katastrophenfall zu erbauen. „Von Letzterem ist man ja Gott sei Danke verschont geblieben“, so Theodor Hugues. Die Kritik an der Schrannenhalle ist auch dem Moderator Roland Opschondek (Hans-Döllgast-Hausfreunde). Dennoch findet er das Gebäude „interessant und imposant.“ Kritik komme oft auch deswegen, weil insgesamt die Wertschätzung und die Bereitschaft für eine Auseinandersetzung mit Architektur fehle, sagt Opschondek. Die Markthalle am Schrannenplatz wurde im April 1984 eingeweiht. Für den damaligen Oberbürgermeister Neuburgs, Theo Lauber, sollte sie ein „Jahrhundertwerk“ werden. Zur Einweihungsfeier der Halle hatte es einen riesigen Besucheransturm gegeben.

Nun kommt die Halle in der Öffentlichkeit häufig schlecht weg, weil sie recht wenig genutzt wird. Aus diesem Grund jedoch das Gebäude dem Erdboden gleichzumachen, wäre aus Sicht von Stadtheimatpfleger Roland Thiele nicht zielführend: „Dann könnte man sich die Empore von so mancher Kirche auch einsparen“, sagt Thiele. Für Architekt Jörg Hauk steht eine Sache im Vordergrund: „Wichtig ist, dass Leben in die Schrannenhalle kommt.“ Was das nun für das Gebäude alles bedeuten könnte, ist noch unklar. Veränderungen an „seiner Halle“ steht Hugues nicht kritisch gegenüber: „Gute Architektur erträgt Veränderungen“, sagt er mit einem Grinsen.

Ob nun Befürworter oder Kritiker des Gebäudes: Die Ausstellung in der Schrannenhalle ist Mittwoch und Samstag von 10 bis 13 Uhr sowie Donnerstag von 16 bis 18 Uhr zu sehen. Der letzte Tag ist der 1. August. Dann ist erst einmal Schluss mit der Ausstellung. Dass dann auch die Diskussionen verstummen, mag man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht glauben.

Florian Wittmann
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