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Glyphosat-Verzicht: Vorbildfunktion oder nur Show?

Kleinhohenried
erstellt am 19.12.2018 um 19:25 Uhr
aktualisiert am 23.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kleinhohenried (bdh) Eigentlich war das Ganze eher als symbolischer Akt gedacht: Kreisrat Anton Krammer hatte beantragt, nach dem Kreistag möge nun auch der Donaumoos-Zweckverband erklären, auf seinen Flächen kein Glyphosat einzusetzen und auch seine Pächter bei Neuabschluss oder Verlängerung von Verträgen dazu verpflichten.
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Auf einem Großteil der Flächen, die dem Zweckverband gehören, ist der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln sowieso nicht erlaubt. Erika Meier vom Bayerischen Bauernverband (BBV) bezeichnete Krammers Vorstoß deshalb als "Showantrag". BBV-Kreisvorsitzender und Bezirksrat Ludwig Bayer meinte, die Glyphosat-Debatte werde "emotional und nicht fachlich geführt", Landwirte setzten Pflanzenschutzmittel sowieso nur ein, wenn das nötig sei. "Ich finde es schade, dass du als Umweltreferent des Kreistags so argumentierst", konterte Krammer. Mit dem Nein zu Glyphosat "werden wir die Welt nicht retten", meinte er, "aber einer muss anfangen".

Günter Krell, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz, preschte noch weiter vor: Auch in bestehende Pachtverträge solle der Glyphosat-Verzicht geschrieben werden - die Stadt Ingolstadt mache das schon so. Bayer schüttelte den Kopf: Das wäre eine Bewirtschaftungserschwernis und somit eine finanzielle Sache. Das Ende von Glyphosat stehe sowieso bevor. Der Zweckverband solle sich nicht in die Betriebsweisen der Landwirte einmischen, meinten Vertreter der Wasserverbände. Der Königsmooser Bürgermeister Heiner Seißler dagegen betonte: "Wir haben eine gewisse Vorbildfunktion. " Mit 7:4 Stimmen votierten die stimmberechtigten Mitglieder des Zweckverbands schließlich für den Glyphosat-Verzicht - allerdings nicht bei bereits bestehenden Pachtverträgen.
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