Samstag, 26. Mai 2018
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Verallia ordert wöchentlich 900 Tonnen Soda per Bahn - Rockwool überlegt noch

Glashersteller setzen auf die Schiene

Neuburg
erstellt am 15.05.2018 um 19:19 Uhr
aktualisiert am 19.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Von der Straße auf die Schiene? Der Neuburger Behälterglashersteller Verallia setzt wieder verstärkt aufs Gleis. Sowohl am Standort Bad Wurzach als auch in Neuburg werden die Werke wieder von der Bahn beliefert.
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Zwar ist schon reichlich Gras über die Sache gewachsen, doch nun wird das Neuburger Industriegleis, das sich im Eigentum der Stadt befindet, wieder reaktiviert. Zunächst lässt sich der Glashersteller Verallia im Industriegebiet Grünau per Bahn beliefern.
Zwar ist schon reichlich Gras über die Sache gewachsen, doch nun wird das Neuburger Industriegleis, das sich im Eigentum der Stadt befindet, wieder reaktiviert. Zunächst lässt sich der Glashersteller Verallia im Industriegebiet Grünau per Bahn beliefern.
Foto: Frank
Neuburg
"Das Unternehmen hat es nach einem Jahr Unterbrechung und intensiven Bemühungen geschafft, dass der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden konnte und die Anlieferung des Rohstoffes Soda seit 2018 wieder nachhaltig und umweltfreundlich erfolgt", teilte Verallia mit. Sowohl in Bad Wurzach als auch in Neuburg kommt nun einmal wöchentlich der Zug, der insgesamt rund 900 Tonnen Soda bringt. Dadurch, so Sprecherin Cornelia Banzhaf, gehe die Zahl der Lkw zurück und werde der Straßenverkehr entlastet.

Im Industriegebiet Grünau herrscht reger Lieferverkehr. Einerseits ein erfreuliches Zeichen für florierende Geschäfte, sind die Brummis andererseits doch eine spürbare Größenordnung im Straßenverkehr. Insofern sieht Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling in dem Schritt zurück auf die Schiene einen Schritt nach vorne in Richtung Umweltschutz. "Wir sind sehr glücklich darüber, dass das Industriegleis, das der Stadt gehört, jetzt wieder genutzt wird. Das bedeutet weniger Lkw und das ist durchaus positiv", sagte Gmehling. Bei Verallia bemüht man sich laut Sprecherin Banzhaf, dass der Sand, den man für die Glasherstellung benötigt, ebenfalls wieder per Bahn kommt. Immerhin handelt es sich um maximal 70000 Tonnen im Jahr. Die Verhandlungen liefen noch.

Neben den Behälterglasmachern ist mit Rockwool ein weiterer Großbetrieb in Grünau zu Hause. Dort stehen "hohe Millioneninvestitionen" an, teilte das Unternehmen bereits im März dieses Jahres mit. Außerdem sollen dabei auch "massiv neue Arbeitsplätze" entstehen. Quantifizieren wollte eine Sprecherin des Unternehmens in Neuburg diese Aussage gestern nicht. Ziel sei es, ab dem zweiten Quartal 2020 Dämmstoffe für Fassaden und Flachdächer zu produzieren, die in Deutschland und Österreich benötigt werden. Damit, so ließ das Unternehmen schon im März wissen, entstehe die größte Steinwoll-Linie der Deutschen Rockwool.

Die Nutzung der Bahnstrecke ist insofern auch Teil der Überlegungen, die bei Rockwool in Zusammenhang mit der Erweiterung angestellt werden. Ein konkretes Ergebnis gibt es aktuell aber noch nicht. OB Gmehling hofft natürlich, dass auch in diesem Fall die Schiene zugunsten der Entlastung auf der Straße zum Zuge kommt.
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