Samstag, 17. November 2018
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Schöne Dirndl selbst genäht: Eine Expertin zeigt jungen Frauen in einem Kurs, wie das geht

Eine echte Schau

Irgertsheim
erstellt am 13.09.2018 um 18:05 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Irgertsheim (DK) Volksfestzeit ist Dirndlzeit. Doch ein Dirndl von Stange? Nicht für elf junge Frauen aus Irgertsheim, Egweil und Schönfeld! Sie lernten das Handwerk des Dirndlnähens von der Pike auf - bei einem Nähkurs in der Alten Schule in Irgertsheim.
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Alles andere als ein Dirndlvon der Stange wollten die Teilnehmerinnen des Nähkurses um die Initiatorin Manuela Zecherle (2.v.l.) und Kursleiterin Alexandra Forster (5.v.r.).
Alles andere als ein Dirndlvon der Stange wollten die Teilnehmerinnen des Nähkurses um die Initiatorin Manuela Zecherle (2.v.l.) und Kursleiterin Alexandra Forster (5.v.r.).
Bayerle
Irgertsheim
Manch ein Irgertsheimer wundert sich darüber, was am Abend in der Alten Schule, die sich mitten im Ort befindet, los ist. Aus den vorfahrenden Autos steigen nämlich auffällig fesche junge Damen aus. Allesamt bekleidet mit wunderschönen Dirndln. Eine der Frauen, Manuela Zecherle, sorgt sogleich für Aufklärung: "Heute findet das Abschlusstreffen unseres Nähkurses statt", erklärt sie, "da müssen wir schon noch ein paar Fotos machen!" Bleibt noch die Frage offen, wie junge Menschen in Zeiten von Trachten-Outlets und Co. überhaupt dazu kommen, sich selbst an die Nähmaschine zu setzen. "Ursprünglich war dieser Kurs ein Geschenk, das mir meine Freundinnen zum Geburtstag gemacht haben", sagt Manuela Zecherle. "Bei der Suche nach einem geeigneten Ort kam ich dann auf die Alte Schule. Die bietet genug Platz, sodass der Nähkurs in einem größeren Rahmen stattfinden konnte. So habe ich Überzeugungsarbeit geleistet und einige meiner Freundinnen für den Kurs gewonnen", fügt sie lächelnd hinzu.

Im selben Moment stößt Martha Schmidmeyer zur Gruppe. Die überaus rüstige ältere Dame ist eine feste Institution in Irgertsheim. Sie prägt bereits über Jahrzehnte hinweg das Dorfleben, allen voran als Gründungsvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Heute verwaltet sie ehrenamtlich die Alte Schule. Als die Nähgruppe mit der Bitte auf sie zugekommen war, den Schulsaal nutzen zu dürfen, zögerte sie keinen Moment. "Es ist doch schön, dass sich in der heutigen Zeit noch Mädels finden, die sich fürs Nähen begeistern können", freut sie sich, "und genau für solche Anlässe brauchen wir unsere Alte Schule!"

Das erste Treffen der elf Teilnehmerinnen hat am 1. März stattgefunden. Weitere zwölf Kurseinheiten folgten. Dabei ist es nicht immer reibungslos gelaufen. "Manchmal gingen uns schon die Nerven durch", gibt Manuela Zecherle zu, "gerade dann, wenn wir wieder und wieder Nähte auftrennen mussten." Nicht minder starke Nerven hat die Kursleiterin Alexandra Forster benötigt. "Zeitweise war es schon recht ein Hühnerhaufen. Doch Kursstunde um Kursstunde konnte man mehr Fortschritte sehen. Und der Erfolg motivierte schließlich alle", sagt die Böhmingerin, dreht sich um und verteilt Schnittmuster für eine Außentasche, die sich noch aufs Kleid gehört. Inzwischen sind die Dirndlnäherinnen so fit, dass sie diesen letzten Schritt sogar ohne Anleitung zuhause erledigen können. Und wenn man den Gesprächen an diesen Sommerabend in Irgertsheim lauscht, wird deutlich, dass es für einige Frauen nicht das letzte selbstgenähte Dirndl sein wird.
Alexander Bayerle
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