Samstag, 21. Juli 2018
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Wenig Winterverluste und starke Honigernte im Frühjahr - Ortsverein Neuburg baut ein neues Domizil

Ein ausgezeichnetes Jahr für Imker und Bienen

Neuburg
erstellt am 13.07.2018 um 19:15 Uhr
aktualisiert am 18.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Das war fast eine Rekordernte: Im Schnitt 35 bis 40 Kilogramm Blütenhonig schleuderten die Imker heuer pro Bienenvolk.
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Neuburg
Wetter und Blüten fielen bestens aus, und Bienen gibt es ausreichend. "Wir haben derzeit starke Völker", sagt der Neuburger Imkervereinschef Franz-Josef Wilken, "aber das Insektensterben ist nicht zu unterschätzen. "

Die Winterverluste im Bienenhaus hielten sich mit durchschnittlich 15 Prozent in Grenzen, es hat schon wesentlich schlechtere Jahre gegeben. Im Frühjahr sind die Bienen heuer später gestartet, das könnte ein Vorteil in der Varroa-Problematik gewesen sein. Die Milbe, die im Winter Völker dahinrafft, hat bei späterem Trachtbeginn einen geringeren Generationszyklus - das heißt, die Bienen müssen später weniger Schädlinge im Stock ertragen.

Von dem gesammelten Nektar und Pollen benötigen die Bienen ein Drittel für die eigene Ernährung, ihre Brut und zum Wabenbau. Wenn ein Volk etwa 60 Kilogramm einsammelt, kann der Imker etwa 35 bis 40 Kilo Honig ernten. 7000 bis 10 000 Tonnen sind es übrigens laut Umfragen der Fachinstitute jedes Jahr in ganz Bayern.
Beim Imkertag erklärten Michael Birkmeir und Kollegen den Interessierten Wesentliches aus dem Leben der Bienen (unten). Oben ist ein Blick auf eine Wabe zu sehen, die größere Königin ist mit einem gelben Punkt markiert.
Beim Imkertag erklärten Michael Birkmeir und Kollegen den Interessierten Wesentliches aus dem Leben der Bienen (unten). Oben ist ein Blick auf eine Wabe zu sehen, die größere Königin ist mit einem gelben Punkt markiert.
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Neuburg



Der Imkertag in Neuburg bestätigte die bisher gute Saison 2018. "Sehr gut geschleudert", kommentierte der langjährige Kreisvorsitzende Michael Birkmeir. Eine gute Pflege der Völker sei selbstverständlich. Profi-Imker bringen ihre Völker direkt zur Tracht auf blühende Wiesen, zu Rapsfeldern, zu Lindenwäldern oder in den tiefen Fichtenforst. An Waldhonig wird 2018 allerdings nur magerer Ertrag erwartet.

Wie schnell Bienenvölker verenden können, hat im Juli 2017 der Einsatz von Herbiziden auf Feldern im Neuburger Ortsteil Bruck gezeigt. Vier Imker hatten auf einen Schlag 48 Völker verloren, die genaue Ursache blieb ungeklärt. Wie begehrt gute Völker geworden sind, zeigen die Preisentwicklung und Diebstähle. Auch Honig kann abhanden kommen, bei Oberhausen hat vergangene Woche ein Unbekannter die Waben von fünf Völkern samt Inhalt herausgeschnitten. Der Imker hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die Imkerei wird wieder jünger. Der Neuburger Ortsverein hat etliche Neulinge gewonnen, die auch nach einigen Bienenstichen bei der Stange bleiben. "Mit 162 Mitgliedern und 900 Völkern sind wir derzeit ganz gut aufgestellt", urteilt Vereinschef Franz- Josef Wilken. Beim Imkertag war der provisorische Biergarten am Lehrbienenstand stark besetzt. Die Aktiven zeigten Einblicke in den Bienenstock und versteigerten Reinzuchtköniginnen (bis 37 Euro) und Ableger für 75 Euro Zuschlag. Und natürlich ging es um das ehrgeizigste Vorhaben des Imkervereins - den Abbruch des Altgebäudes und Neubau der Unterkunft auf dem Gelände am Donauwörther Berg. Das Stadtbauamt ist mit der Planung einverstanden, im Herbst soll nun der Neubau beginnen.
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