Mittwoch, 19. September 2018
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In Oberhausen soll im Untergeschoss des neuen Kindergartens eine Werkstatt für Künstler entstehen

Ein Ort für Kreative

Oberhausen
erstellt am 12.07.2018 um 18:50 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Oberhausen (DK) Es tut sich einiges in Oberhausen - nicht nur der Kindergarten wird neu gebaut. Für das Untergeschoss hat sich die Gemeinde etwas ganz Besonderes überlegt: eine Kreativwerkstatt, offen für Jung und Alt. Mitfinanziert wird das Projekt durch die EU, genauer gesagt durch Leader.
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Oberhausen als Modell: Mittig ist der neue, vierzügige Kindergarten zu sehen, davor entsteht die Kreativwerkstatt.
Oberhausen als Modell: Mittig ist der neue, vierzügige Kindergarten zu sehen, davor entsteht die Kreativwerkstatt.
Foto: Belzer
Oberhausen
Eigentlich sei die Idee schon ziemlich alt, erzählt Oberhausens Bürgermeister Fridolin Gößl (CSU). Vor 15 Jahren sei ein junger Mann zu ihm gekommen und habe nach einer Bastelgarage gefragt. "Damals war das nicht umsetzbar", sagt der Gemeindechef. Heute sieht das anders aus. Oberhausen plant eine Kreativwerkstatt, angegliedert an den Neubau des Kindergartens. 505000 Euro sind für das Projekt veranschlagt, 60 Prozent davon kommen von Leader. Im Preis inbegriffen sind unter anderem die Ausstattung, das Projektmanagement und der Ausbau der Räumlichkeiten.

Ein Teil der Kreativwerkstatt ist für die Kinder des Kindergartens gedacht. "Damit sie auch mal etwas ausprobieren können, mit Farbe oder einem Hammer, und der Boden nicht gleich kaputt geht. Das soll alles rustikaler werden", erklärt Gößl. "Die Kinder werden so ans Leben herangeführt." Aber auch für die "Großen" wird einiges geboten. Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehöre zu den wachstumsstärksten Branchen der Weltwirtschaft, heißt es im Projektantrag. "Kreativität ist für die wirtschaftliche Entwicklung eine wichtige Schlüsselkompetenz und der Ausgangspunkt für Innovationen."

Konkret bedeutet das, dass die Gemeinde Oberhausen auf 140 Quadratmetern eine kostenlose Hardware-Infrastruktur als Nährboden für zahlreiche gemeinsame, experimentelle Aktivitäten zur Verfügung stellen wird. Welche das genau werden, ist noch nicht klar. Mögliche Themen sind laut Aussage von Bürgermeister Gößl 3-D-Druck, Video-Bearbeitung, Zeichnen und Illustrieren, Modellbau, Web-Design oder ein Repair-Café. "Da könnten beispielsweise unsere Senioren etwas von ihrem Wissen weitergeben." Die Kreativwerkstatt soll für alle Interessierten offenstehen - und das auch erst einmal kostenlos. "Derzeit ist keine Vermietung der Räumlichkeiten geplant", sagt Gößl.
Den Vertretern der aufstrebenden Gemeinden Ober- und Unterhausen an der B 16 fällt immer etwas Neues ein. Jetzt soll eine Kreativwerkstatt eingerichtet werden.
Den Vertretern der aufstrebenden Gemeinden Ober- und Unterhausen an der B 16 fällt immer etwas Neues ein. Jetzt soll eine Kreativwerkstatt eingerichtet werden.
Foto: r
Oberhausen



In Absprache mit den Bürgern sollen Themen erarbeitet werden, die sich eignen, in der Kreativwerkstatt umgesetzt zu werden. "Vor allem auf dem Land sind Initiativen in diesem Bereich eher selten", heißt es im Projektantrag. "Im modernen Wohnumfeld ist es kaum möglich, Kindern und Jugendlichen genügend Raum zum Experimentieren, Ausprobieren, Werken oder Lernen zu geben." Und: "Ein Projekt dieser Art gibt es in der Region 10 bisher nicht." Das soll sich nun ändern. Wann genau allerdings die ersten Kreativen in ihrer neuen Werkstatt wirken können, ist noch nicht ganz klar.

"Wir wollen den Antrag bis spätestens Ende Juli einreichen", sagt Gößl. Im Zuge des Neubaus des Kindergartens wird eine neue Zufahrtstraße zwischen Straßäcker und der jetzigen Gemeindeverwaltung gebaut werden. Danach kann es mit der Kreativwerkstatt und dem Kindergarten weitergehen. "Die Baumaßnahmen werden wahrscheinlich im Frühjahr 2019 beginnen", sagt der Bürgermeister.

Von der neuen Zufahrtstraße in die andere Richtung abgehend entsteht dann außerdem der sogenannte "Wohnungspakt Bayern" - 15 Wohnungen, die der Freistaat in Eigenregie baut. In zehn Wohnungen werden anerkannte Flüchtlinge unterkommen, in die restlichen fünf dürfen Menschen einziehen, die finanziell so schlecht aufgestellt sind, dass sie auf dem regulären Wohnungsmarkt keine Bleibe finden.
Verena Belzer
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