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Afrikatag an der Mittelschule: Hilfsorganisationen, Workshops und nationale Speisen

Ein Kontinent der Gegensätze

Neuburg
erstellt am 12.07.2018 um 19:06 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Sonnenschein, wilde Tiere, Hunger und fehlende Bildung: Beim Afrikatag der Neuburger Mittelschule lernten die Schüler den facettenreichen Kontinent mit seinen Gegensätzen kennen. Acht Hilfsorganisationen berichteten über die Arbeit und die Unterstützung in afrikanischen Ländern.
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Lernten viel über den afrikanischen Kontinent: die Schüler der Neuburger Mittelschule
Lernten viel über den afrikanischen Kontinent: die Schüler der Neuburger Mittelschule
Foto: Viertbauer
Neuburg
Der Lehrer-Schülerchor stimmte zu einem traditionellen, afrikanischen Lied an, über 500 Schülerinnen und Schüler klatschten im Rhythmus des Gospels mit und spätestens als das Lied "We are the world" von USA for Africa ertönte, stieg die ganze Schulgemeinschaft mit ein. Anschließend hielten die Organisatoren des ersten Afrikatags an der Schule - Rektorin Anne Graf und Lehrer Heinz Kosak - sowie Neuburgs Zweiter Bürgermeister Rüdiger Vogt Reden über die Bedeutung des Kontinents. Vogt sprach über die Schönheit der afrikanischen Länder, worauf Kosak und Graf in ihren Reden anknüpften und auf die Gegensätze in Afrika aufmerksam machten. Sonne, seltene Tiere und die Fußball-WM in Südafrika würden die schöne Seite des Kontinents zeigen, doch Hunger, Krankheiten und mangelhafte Bildung seien ebenso präsent.

Um den Schülern sowohl die negativen als auch die positiven Aspekte des afrikanischen Lebens näherzubringen, haben die Veranstalter acht Hilfsorganisationen eingeladen, die Vorträge zu ihrer Arbeit in afrikanischen Ländern hielten. Von Menschenrechtskämpfern, über Agrarprojekte unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" bis hin zu Ingenieuren, die sich um den technischen Fortschritt in den weniger entwickelten Ländern kümmern, war alles geboten.

Ingrid Geisenfelder, Geschäftsführerin der Organisation "Siyabonga - Helfende Hände für Afrika" hat vor zehn Jahren damit angefangen, vor allem Waisenkindern in Südafrika Bildung, Betreuung und ein Zuhause zu geben. "Bisher haben wir zwei große Zentren gebaut, in denen wir 650 Kindern geholfen haben und helfen können", sagte Geisenfelder.

Vorbild für den Aktionstag war die Stadt Ingolstadt, die diesen seit zehn Jahren am Rathausplatz mit Musik, Essen und Wissen rund um afrikanische Länder und Kultur veranstaltet. Doch für Organisator Kosak gab es auch persönliche Beweggründe, sich für ein solches Projekt einzusetzen. "Als Musiklehrer und Rock-Fan habe ich mich natürlich auch sehr viel mit den Ursprüngen dieser Musik beschäftigt, die ganz klar in Afrika bei den Soul- und Reggae-Sängern liegen", erklärte der Lehrer. Für ihn gibt es zwei Hauptziele bei der Durchführung des Afrikatags: Zum einen will er bei seinen Schülern Verständnis für den Kontinent mit seinen Problemen erreichen, zum anderen hofft er auf zahlreiche Spenden für die acht eingeladenen Vertreter der Organisationen, damit diese bei ihrer Arbeit unterstützt werden. "Ich finde diesen Tag toll", sagte die 12-jährige Samira Ali, die zu den zwölf Schülern mit afrikanischen Wurzeln gehört. "Wir haben Kinder die aus Kamerun, Nigeria, Eritrea und Äthiopien kommen", meinte Schulleiterin Graf.

Doch auch für alle anderen Schüler hatte das Projekt einen Mehrwert. In den Workshops, in die die Schüler nach den Vorträgen der Organisationen eingeteilt waren, lernten sie einen kleinen Teil afrikanischer Kultur kennen. "Die Kinder machen Fußbälle selber und musizieren auf afrikanischen Djemben", so Kosak über das Rahmenprogramm der Veranstaltung. Mithilfe dieser Workshops wollen die Organisatoren den Kindern beibringen, dass das europäisches Konsumverhalten nicht mit den Bedingungen in vielen afrikanischen Ländern konform läuft. "Als multikulturelle Schule vermitteln wir den Kindern, dass keine Kultur über eine andere gestellt werden kann", sagte Graf über die Motivation der Schulleitung.

Der Afrikatag der Mittelschule wird jedoch vorerst eine einmalige Aktion bleiben, da der Aufwand für die Veranstalter und auch für alle Beteiligten sehr groß war. Doch Kosak und Graf zeigten sich sehr zufrieden mit ihrem Aktionstag, für den sie ausschließlich positive Rückmeldungen bekamen.
Patricia Viertbauer
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