Mittwoch, 14. November 2018
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Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr begeistert mit 50 Bläsern rund 450 Besucher bei Benefizkonzert in Parkhalle

Ein Abend voller Höhepunkte

Neuburg
erstellt am 07.11.2018 um 18:50 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Hat man so was schon gehört?
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Technisch brillant, in der Interpretation vom Feinsten:  das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr in der Parkhalle.
Technisch brillant, in der Interpretation vom Feinsten: das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr in der Parkhalle.
Heumann
Neuburg
Nein, hat man nicht. So ein Fagott-Solo, impulsiv aufwühlend, schicksalhaft lodernd, der furchtbarste Moment in purste Klangsinnlichkeit gefasst, technisch dabei von einer Schwierigkeit, von der sich nur fragt: Geht das auf dem Fagott, mit menschlicher Lunge und Lippen ohne Presswunden? Gespielt hat dieses unerhörte Unding Bettina Peschanel - nur ein Ausnahme-Höhepunkt in einem davon reichen Benefiz-Auftritt des Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr in Neuburg. Wenn man noch bei Verdis "Rigoletto" die Geigen nicht vergisst - dann muss, um gleich bei diesen Höhepunkten zu bleiben, soeben Außergewöhnliches sich zutragen. Was die Soldaten da vor rund 450 Besuchern in der Parkhalle präsentieren, ist konzertante Blasmusik von Sondergüte, an die auch gute Laienkapellen "nicht hinschmecken" können, um einen Kapellmeister unter der Zuhörerschaft nur beipflichtend zu zitieren.

Was aber die besondere, die eigentliche Qualität dieses Konzerts ausmacht, ist der gewissenhaft dienliche Umgang mit all diesen satt zu Verfügung stehenden Ressourcen an Spieltechniken und Ausdrucksmöglichkeiten. Gut, das Programm zeigt in etwa die Spannweite des Repertoires - aber daraus wird nie ein Zurschaustellen von Kabinettsstücken. Ob bei Verdi oder Donizetti - die Klangbalance wird präzise ausgelotet. Natürlich trumpft das Blech im "Macht des Schicksals" kräftig auf, aber wie fein ziseliert das Holz die unheilschwangere Drohnis heraus. Überhaupt: Wie leise können da plötzlich auch 50 Bläser spielen.

Hört man nicht förmlich die anfänglich schon noch gehörig stotternden Motoren, wie es zunächst eher grashüpferähnlich, aber immer beschwingter in die Lüfte geht, bis ein erster Charleston das plötzlich so flügelleichte Schweben himmelwärts begleitet. Lautmalerisch zum Mitfühlen beschreibt David Gillingham die fliegerischen Anfänge der Brüder Wright. Wenig später begegnen die Tenorhorn, Saxofon und Co. dienenden Soldaten als formidable, dafür jetzt fast schon zu mächtig besetzte Swing-Bigband. Sie können Filmmusik und spielen sie. Spätestens bei Abba sind Musici und Publikum sowieso eins. Und mehr als nur nette Geste an die gastgebende Stadt und ihre Jugendkapelle, wenn sich beide Klangkörper zu wahrlich "Jubelklängen", wie der Marsch von Ernst Uebel trefflich heißt, formieren. d
Josef Heumann
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